Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  6. „Warum bin ich Christ“
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  9. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  10. Was eine Messe wiegt
  11. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  14. Wenn dir beim Rosenkranzgebet der Zahnarzttermin einfällt
  15. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass

Bioethik: Wird der Mensch zum Schöpfer eines Gehirns?

30. August 2013 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neue Forschungsergebnisse sorgen für Diskussionen


London/Münster/Oschatz (kath.net/idea) Kann es Wissenschaftlern gelingen, ein menschliches Gehirn zu erschaffen? Über diese Frage wird angesichts eines Berichts in der Zeitschrift „Nature“ (London) diskutiert. Danach soll ein britisch-österreichisches Forscherteam in einem Bioreaktor aus Stammzellen „Minigehirne“ hergestellt haben – sogenannte „Cerebrale Organoide“. Sie seien nur vier Millimeter groß, hätten aber unter anderem Anteile des Großhirns und des Hippocampus – einer für das Gedächtnis zuständigen Region. Das Gewebe wurde aus Stammzellen von Embryonen und Hautzellen eines Menschen gewonnen.

„Ärzte für das Leben“: Keine embryonalen Stammzellen verwenden

Wie bewerten christliche Experten diese Entwicklung? Der Vorsitzende der Organisation „Ärzte für das Leben“, der Laborarzt Prof. Paul Cullen (Münster), kritisiert die „propagandistische Ausschlachtung“ des Themas in den Medien. Bei dem Forschungsprojekt gehe es nicht um die Erschaffung eines vollständigen Gehirns. Anlass sei vielmehr die Erforschung eines angeborenen Kleinwuchses des Gehirns, der „Mikrozephalie“. Die Wissenschaftler hätten eine Art Gewebemodell gezüchtet, um damit die Entwicklung des Gehirns zu untersuchen, sagte Cullen auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Dies sei grundsätzlich sinnvoll, wenn dies mit Hilfe adulter (erwachsener) Stammzellen geschehe.


Höchst problematisch sei es jedoch, dass für das Projekt auch embryonale Stammzellen verwendet und damit Embryonen – also Menschen im frühesten Stadium – getötet worden seien: „Das ist ethisch nicht vertretbar.“

Cullen nannte es ferner „absurd“ zu meinen, der Mensch könne ein Gehirn in der Petrischale erzeugen: „Es ist das komplexeste Gebilde, was es überhaupt gibt. Wir haben bisher nur sehr unvollständige Vorstellungen davon, wie das Gehirn überhaupt funktioniert. Wie können wir es dann nachbauen?“ Die „Ärzte für das Leben“ treten für den Schutz menschlichen Lebens von der Eizellbefruchtung bis zum natürlichen Tod ein.

„Wort und Wissen“: Kein „Minigehirn“

Der Vorsitzende der evangelikalen Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“, der Arzt Henrik Ullrich (Oschatz/Sachsen), widersprach der Auffassung, dass es sich bei dem gezüchteten Gewebe um ein „Minigehirn“ handele. Das sei weder von der Anatomie noch hinsichtlich der Funktion der Fall: „Es liegen noch unüberbrückbare qualitative Größenordnungen zwischen dem vier Millimeter großen celebralen Organoid und einem vier Millimeter großen Gehirn eines neun Wochen alten menschlichen Embryos.“ Ob die Erkenntnisse helfen werden, in Zukunft Krankheiten des Gehirns erfolgreich zu therapieren, sei völlig offen.

Zur Frage, ob das Projekt ethisch vertretbar sei, sagte Ullrich: „Abzüglich aller medialen Übertreibungen und der immer wieder aufflammenden menschlichen Hybris, selber Schöpfer spielen zu können, halte ich diese Forschungen für wichtig und richtig.“ Man dürfe sich dafür aber nur solcher Stammzellen bedienen, „die nicht durch Tötung eines Menschen im Stadium seiner frühen Embryonalentwicklung gewonnen werden“.

Vorsitzender Ullrich: Was Angst macht

Ullrich hat nach eigenen Worten keine Angst davor, dass es dem Menschen gelingen könnte, ein Hirn nachzubauen: „Davon sind wir noch Äonen weit entfernt. Aber ich habe Angst davor, dass unter dem Vorwand, Krankheiten zu heilen, Menschen in der frühen Embryonalentwicklung zu Ersatzteillagern degradiert werden, die beliebig gezüchtet und bei Bedarf getötet werden.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Wissenschaften

  1. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  2. US-Regierung unterstützt Forschung mit Gewebe von abgetriebenen Babys künftig nicht mehr
  3. Biotechnologie-Verordnung von US-Präsident Biden als Schritt zum ‚Transhumanismus’?
  4. US-Abgeordnete: Scharfe Kritik an Forschung mit Körperteilen abgetriebener Babys
  5. Universität Pittsburgh ist Zentrum für Experimente mit Körperteilen abgetriebener Babys
  6. Mondlandung bestätigte: "Mensch lebt nicht von Brot allein"
  7. Alles Zufall, oder was?
  8. Kutschera übt Selbstkritik – ohne seine Thesen zu revidieren
  9. Theologe Huber: Immer weniger Naturwissenschafter glauben an Gott
  10. Klimawandel-Hysterie und die Bewahrung der Schöpfung







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren
  3. EU finanziert Konferenz, welche die USA als ‚ausländische Informationsbedrohung‘ charakterisiert
  4. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  5. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  6. Vatikan teilt mit: Papst nach Lungen-Eingriff wohlauf
  7. Papst wird noch am Dienstag-Nachmittag operiert
  8. Was eine Messe wiegt
  9. Eucharistischer Weltkongress 2028 in Sydney - 24. Sept. bis 1. Oktober 2028
  10. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  11. EU-Parlament beschließt Resolution gegen Islamismus - Gegenstimmen von Grünen und SPÖ
  12. 100. Stadt in den USA verbietet Abtreibungen
  13. „Taste the North“ - kulinarischen Reise durch den Norden Europas. Ein Kochbuch vom Bonifatiuswerk
  14. Vatikan sagt alle Papstaudienzen bis 20. Oktober ab
  15. Apostolisch und nix anderes

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz