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Kardinal Lehmann gegen Ausweitung der 'Alten Messe'

6. Juni 2013 in Aktuelles, 84 Lesermeinungen
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Er halte "ein stärkeres Nebeneinander beider liturgischer Formen heute nicht für sinnvoll, auch weil es nicht von unten gewachsen ist"


Köln (kath.net/KNA) Zum «Eucharistischen Kongress» der deutschen Katholiken in Köln hat sich der Mainzer Kardinal Karl Lehmann gegen vermehrte Feiern der lateinischen Messe im «Tridentinischen Ritus» gewandt. «Ich habe den Eindruck, die ganze Begeisterung auch für das Latein hat viel mit Prestige und falschen Vorspiegelungen einer vermeintlichen Kulturelite zu tun», sagte der Mainzer Bischof dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Solche Motive stimmten ihn eher skeptisch, so der Kardinal.

Er verteidigte die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) als ein «Goldstück». Nach einer Teilrücknahme des Verbots unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gebe es inzwischen ein größeres Angebot an Messfeiern im alten Ritus. Laut Lehmann habe der Zuspruch aber nicht in gleichem Maß zugenommen. Er halte «ein stärkeres Nebeneinander beider liturgischer Formen heute nicht für sinnvoll, auch weil es nicht von unten gewachsen ist», fügte der Kardinal hinzu. «Die Entwicklung geht eher in die Richtung der erneuerten Messe.»


Zu der noch von Benedikt XVI. angeordneten Revision der Wandlungsworte in der Messe sagte Lehmann, man müsse «das jetzt mal abwarten und kann das Ganze vielleicht auch etwas entspannen». Dem Wunsch des früheren Papstes folgend, soll es an der zentralen Stelle der Messe nicht mehr heißen, dass Jesu sein Blut «für alle» Menschen vergossen habe, sondern «für viele». Lehmann zufolge stand der Streit über das «für alle» oder «für viele» bislang «atmosphärisch im Bann der Frage, ob Rom die Traditionalisten zu sehr hoffiere. »Wenn man erklärt, dass Gottes Heilswille allen Menschen gilt, sollte die Übersetzung der Wandlungsworte keine Frage von so großer Brisanz und Dramatik mehr sein«, so der Kardinal. Da Papst Benedikt XVI. selbst zugestehe, dass beide Übersetzungen theologisch angemessen und legitim seien, sei es »nicht ganz einzusehen, warum dann strikt nur noch die eine Übersetzung zulässig sein sollte«. Im Übrigen plädierte Lehmann für eine vertiefte Vermittlung des Ausdrucks »für alle«: »'Wir kommen alle in den Himmel', ist zueinfach«.

Katechese von Lehmann beim Eucharist. Kongress in Köln




Alte Messe im Petersdom mit Kardinal Brandmüller




(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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