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In der Messe ist der Priester Christus am ähnlichsten

17. Februar 2013 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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Ein Brief an die Priester zur Fastenzeit vom Präfekten der Kleruskongregation, Kardinal Piacenza: Keine andere noch so wichtige Tätigkeit des Priesters ist vergleichbar mit der geheimnisvollen Teilnahme am Opfer Christi.


Vatikan (kath.net/clerus.org) Der Präfekt der päpstlichen Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza (siehe Foto), hat am Aschermittwoch einen Brief an die Priester zum Beginn der Fastenzeit veröffentlicht. Er ruft sie darin auf, die Eucharistie als Lebensquelle des Priesters neu zu entdecken.

Sicherlich sei die heilige Messe nicht die einzige Aktivität des Priesters, „doch können wir sagen, dass es die einzige ist, durch die das Geheimnis des Priesters als alter Christus (zweiter Christus), der zugleich opfert und sich darbringt, aufleuchtet und sich in höchster und wirksamster Weise erfüllt“.

Keine andere noch so wichtige Tätigkeit des Priesters „ist vergleichbar mit der geheimnisvollen Teilnahme am Opfer Christi“. Daher sei die Fastenzeit für jeden Priester eine Chance, in der täglichen Zelebration den Wert der Eucharistie und seine eigene Beziehung zu ihr neu zu entdecken.

Der Brief im Wortlaut

Liebe Priester,

die heilige Fastenzeit ist eine Zeit der Gnade, in der die Kirche ihre Kinder aufruft sich vorzubereiten, um die Bedeutung und die Früchte des Mysteriums von Passion, Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus besser verstehen und empfangen zu können:

«Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe» (Jes 61, 1-2).

Die “Zeit der Gnade” ist jene Zeit, in der Gottvater in seiner unendlichen Barmherzigkeit und durch den Heiligen Geist über alle Menschen, die guten Willens sind, all jene geistlichen und materiellen Gaben ausgießt, die erforderlich sind zum Voranschreiten auf dem Weg der christlichen Vollkommenheit, die das Streben nach einer vollkommenen Ebenbildlichkeit mit dem Sohn ist:

«Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei» (Röm 8, 28-29).


Damit dies möglich ist, will Er selbst Teil unseres Lebens werden, und Er wünscht darüber hinaus ein Aufleuchten unserer Person, damit der, der uns sieht, in unserem Denken und Handeln die Züge Christi zu erkennen vermag:

«Ich aber bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise» (Gal 2, 19-21).

Die Episode der Taufe im Jordan (Mt 3, 13-17; Mk 1, 9-11; Lk 3, 21-22; Joh 1, 29-32), auf die die Erfahrung der vierzig Tage in der Wüste folgt, «damit er vom Teufel versucht werde» (Mt 4, 1), fordert uns zur Erkenntnis auf, dass wir, um den Weg der Heiligkeit sicher beschreiten und um die Gnadengaben des Heiligen Geistes erhalten zu können, eine Aufnahmefähigkeit und Fülle erlangen müssen, die uns nicht selbstverständlich gegeben ist.

Vielmehr wird sie ständig durch die Sünde bedroht und muss Tag für Tag erobert werden. Die Übung der Busse macht uns daher nicht von sich aus der Errettung teilhaftig. Sie ist aber auf jeden Fall unverzichtbare Bedingung für das Heil: «Du bedarfst nicht unseres Lobes, es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir Dir danken. Unser Lobpreis kann Deine Größe nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil durch unseren Herrn Jesus Christus» (Römisches Messbuch, Präfation für Wochentage IV).

Durch die Last des menschlichen Lebens, (die er seinem geliebten Sohn bewusst nicht vorenthalten hat), trägt Gott zur notwendigen Läuterung unseres Denkens, Wollens und Handelns bei. Er tut dies um unseres größeren Wohles willen: «Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt» (Joh 15, 1).

All dies sollte für einen Diener Gottes von größter Bedeutung sein. Nicht nur weil der Priester einfach „das gute Beispiel“ zu geben hat – «Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde» (1 Kor 9, 26-27) –, sondern auch aus einem sehr viel tieferen theologischen und übernatürlichen Grund heraus.

Der Priester ist nämlich aufgerufen, nicht einfach nur die göttliche Gnade zu verwalten und Christi Sendung – in Erwartung seiner Wiederkehr – durch die Zeitenläufe hindurch weiterzutragen. Er ist nicht einfach nur ein Beamter des Heiligen. Wie aus der berühmten und zitierten Passage des Galaterbriefes hervorgeht, ist der Priester vielmehr aufgerufen, trotz eigener Schwächen in seinem Sein, in seinem Fleische und in seinem Blute, das Sein Christi, der sich zum geopferten Lamm, zum Liebesopfer gemacht hat, lebendig werden zu lassen.

Für einige mag es eine falsche Einschränkung sein zu sagen, dass das, was den Priester vor allem ausmacht, die Feier der heiligen Messe ist. Sicherlich ist dies nicht seine einzige Aktivität, doch können wir sagen, dass es die einzige ist, durch die das Geheimnis des Priesters als alter Christus, der zugleich opfert und sich darbringt, aufleuchtet und sich in höchster und wirksamster Weise erfüllt.

Die Kraft des Sakramentes der Eucharistie verwandelt die Kirche zum Ebenbild ihres Bräutigams, und verwandelt vor allem jene, die Sinnbild und Mysterium, Zeichen und Realität dieses Bräutigams sind. Deshalb können wir sehr wohl sagen, dass die Größe des Priesters gerade hierin liegt. Und nicht in der Tragweite seines Wissens, nicht in der seelsorgerischen Fähigkeit, nicht im Geist des Erbarmens, obwohl dies alles notwendige Dinge sind, die eine Vorbereitung erfordern und einen Einsatz, der keinerlei Mittelmaß zulässt.

Doch nichts von alledem ist vergleichbar mit der geheimnisvollen Teilnahme am Opfer Christi. Diese Teilnahme lebt eher im Sein des Priesters als in seinem Handeln. Daraus ergibt sich, dass die Feier der heiligen Messe für einen Priester nicht einfach nur Lobpreisung, Danksagung, Fürbitte und Sühne sein kann, wie jeglicher andere Moment des Gebets oder irgendeiner Buße.

Sie ist, voll und ganz, Leben und Daseinsgrund des christlichen Priesteramtes, wahrer „Atem“ all jener, die durch das Sakrament der heiligen Weihe unlösbar und auf ewig mit Ihm verbunden sind, der bis zur Erschöpfung seiner Kräfte Gabe der Liebe geworden ist: «Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt» (1 Petr 2, 21).

Möge also diese Fastenzeit für jeden Priester eine Zeit der Buße und der Läuterung sein, der gegebenen und empfangenen Barmherzigkeit, doch mehr noch eine Chance, in der täglichen Zelebration den Wert der Eucharistie - welche geheimnisvolle Anwesenheit des Gottes der Liebe, Quell des Lebens für den Priester und die Mitbrüder ist - und die eigene Beziehung zu ihr wieder zu entdecken.

Maria, die eucharistische Frau, weil sie vollkommene Jüngerin jener Liebe ist, die Opfergabe wird, möge uns helfen, die unermessliche, uns zuteil gewordene Gnade zu erfassen und sie, ihrem Beispiel folgend und ihrem Schutz anbefohlen, in Demut, Innigkeit und Treue zu leben.

MAURO CARD. PIACENZA


Foto: (c) www.clerus.org


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Lesermeinungen

 louisms 18. Februar 2013 

liturgisches \"Opfer\" oder echtes Opfer

Das liturgisch-rituelle \"Opfer\" kann untrer Umständen mit dem konkreten und aktuell nötigen Opfer der Nächstenliebe konkurrieren, wie das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter klar macht. Jesus hat damit auch klar gemacht, was wirklich zählt. Die Gerichtsrede in Mt 25 betätigt dies.


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