Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  5. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  9. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  12. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  13. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  14. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  15. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò

‚Öffentlichkeitswirksame Undifferenziertheit‘

23. Jänner 2011 in Deutschland, 35 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gastkommentar von Martin Lohmann (CDU), Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK), zum Angriff auf den Zölibat aus CDU-Kreisen.


Bonn (www.kath.net)
„Der Vorstoß einiger älterer CDU-Politiker zur Abschaffung des Zölibats katholischer Priester hat etwas Rührendes und Tragisches zugleich. Es ist bemerkenswert, dass die Unterzeichner eines entsprechenden Briefes, mit dem sie über die Bischöfe an den Papst appellieren, offenbar ein Problem mit dieser sie selbst nicht betreffenden Form priesterlicher Dienstbereitschaft haben. Und es ist seltsam, dass CDU-Politiker offenbar der Ansicht sind, sich in diese theologische innerkirchliche Spezialfrage einmischen zu müssen. Es ist nämlich nicht Aufgabe der CDU, dem Petrusnachfolger öffentlich Vorschläge diesbezüglich zu machen. Damit dann auch noch das Jahr, in dem Papst Benedikt XVI. Deutschland besuchen wird, einzuleiten, erscheint geradezu peinlich.

Während das Kirchenoberhaupt sich völlig zu Recht um die gerade auch in Deutschland an staatlichen Schulen defizitäre und unqualifizierte Sexualaufklärung junger Menschen Sorgen macht und eine ganzheitliche wie wertschätzende Aufklärung fordert, wärmen einige CDUler mit öffentlichkeitswirksamer Undifferenziertheit alte Fragen auf, die letztlich viel Fingerspitzengefühl und Verständnisbereitschaft verlangen würden. Dazu gehört einerseits die Erkenntnis, dass es sich beim Zölibat nicht um eine dogmatische Frage handelt.


Andererseits darf aber auch nicht übersehen werden, welche Kostbarkeit in dieser richtig verstandenen Lebensform liegen kann. Es wäre zu simpel, den Grund für den leider betrüblichen Priestermangel in Deutschland monokausal in der Verpflichtung zur Ehelosigkeit zu suchen. Andere christliche Gemeinschaften belegen trotz des Fehlens dieser Vorschrift, dass diese keineswegs das Problem mangelnder Glaubwürdigkeit und Anziehungskraft sein kann.

Die eigentliche „Notlage“ ist nicht der Priestermangel, sondern der Glaubens- und Anbetungsmangel in Deutschland, das neu der christlichen Mission bedarf. Schon vor vielen Jahren wies der damalige Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Höffner darauf hin, dass der Priestermangel letztlich nichts anderes als ein Christenmangel sei.

Die Forderung nach einer Sonderregelung für Deutschland übersieht übrigens, dass hier keineswegs der Mittelpunkt der Weltkirche ist, sondern wir vielmehr Teil einer farbenfrohen Weltkirche sind, die anderswo die Probleme einer „deutschen“ Kirche nicht kennt und uns mit Glaubensfreude reich beschenken könnte. Bisweilen wird mit deutscher Engstirnigkeit übersehen, dass sich die Zahl der Priester weltweit allein während des Pontifikats von Johannes Paul II. von mehr als 200.000 auf mehr als 400.000 verdoppelt hat und es keinen Priestermangel gibt – außer etwa in Deutschland. Hier herrscht eher ein Mangel an Glaubenstiefe.

Wir erhoffen uns für Deutschland daher von Papst Benedikt XVI., dass er bei seinem Besuch im September wegweisende Impulse geben wird zu mehr Glaubensmut und Glaubensstärke in einer Zeit, die offenbar kostbare Zeichen der Treue und des Verzichts nicht mehr zu verstehen bereit ist. Und wir wünschen uns vom Papst, dass er nicht zuletzt den christlichen Politikern Mut macht, sich für die Unantastbarkeit des Lebens vom Anfang bis zum natürlichen Ende und unerschrocken einzusetzen und die wirklich wichtigen Aufgaben einer Politik aus christlicher Verantwortung zu erkennen und sich – gelegen oder nicht – auch öffentlich zu Gott und seinen Geboten bekennen.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Zölibat

  1. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  2. Schweizer Priester ließ sich kurz vor seinem Tod zivilrechtlich trauen
  3. Marketz möchte den Zölibat 'freistellen'
  4. Kurienkardinal Ouellet: "Viri probati" lösen Priestermangel nicht
  5. "Ich bin ein solcher verheirateter Priester“
  6. Kardinal Ruini gegen Priesterweihe für verheiratete Männer
  7. Schönborn: Grundform des priesterlichen Dienstes bleibt zölibatär
  8. Winibald Müller: Ende des Pflichtzölibats durch Synode eingeläutet
  9. Marx behauptet: "Zölibat wird nicht abgeschafft"
  10. Der Zölibat und das Märchen vom Priestermangel






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  12. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  13. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  14. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  15. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz