Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  5. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  6. Die große Täuschung
  7. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  8. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  9. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  12. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  13. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  14. Studie zur US-Spaltung: Nicht die Rechten, sondern die Linken rückten ab
  15. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?

Erzbischof Zollitsch: 'Ein großes Geschenk von menschlicher Weite'

23. November 2010 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papstbuch 'Licht der Welt' offenbart das Denken von Benedikt XVI.


Rom (kath.net) Anlässlich des heutigen Erscheinens des Interviewbuches „Licht der Welt“, in dem Papst Benedikt XVI. von Peter Seewald interviewt wird, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz eine Erklärung veröffentlicht:

In seinem Interviewbuch ‚Licht der Welt‘ gibt Papst Benedikt XVI. ein großartiges Zeugnis theologischer Weite und menschlicher Größe. Das Buch zeigt einen Menschen, der sich den Fragen des Interviewers mit Scharfsinn und intellektueller Konsequenz stellt und dabei Rechenschaft ablegt auch über sein Suchen, seine eigenen Fragen und sein Lernen. Das Buch ist anderer Art als seine bisherigen theologischen Veröffentlichungen, aber von derselben Eindringlichkeit und Weite und es präsentiert sich als ein sehr persönliches Lebens- und Denkzeugnis. Ich empfinde es als ein großes Geschenk, den Papst als einen Menschen zu erleben, der um seine Endlichkeit weiß und sich mit seinem Lebensende auseinandersetzt, aber der Welt weiterhin viel zu sagen hat.

Natürlich enthalten die Aussagen des Papstes viele theologische Erwägungen, durch die er die – keineswegs nur aus Kirchenmitgliedern bestehende – Leserschaft am Glauben der Kirche teilhaben lässt. Bisweilen fühle ich mich an das großartige Standardwerk des Papstes „Einführung in das Christentum“ erinnert, das ebenso auf gewinnende Art den Glauben erschließen konnte. Mich beeindrucken zentrale Botschaften des Papstes: Der Mensch ist zur Freiheit berufen. Die Freiheit hat einen Namen: Gott. Die Religionsfreiheit ist Voraussetzung für das Gelingen des menschlichen Lebens und des interkulturellen Miteinanders.

Für den Papst gehören zur Freiheit auch die Selbstbesinnung und die Rechenschaft über das Leben, zum Beispiel die Gedanken zum Älterwerden und zum Alter. Ich denke aber auch an die selbstkritische Rückschau auf die Ereignisse und Entwicklungen im Zusammenhang mit Bischof Williamson, der den Holocaust geleugnet hat.

Schließlich sind die Sätze des Papstes über die Erschütterung wichtig, die der Missbrauchsskandal nach sich gezogen hat. Der Papst verdeutlicht, wie tief ihn dieser Skandal getroffen hat und warum er Aufklärung und Transparenz bei diesem Thema für eminent wichtig hält. Der Abdruck des Hirtenbriefes an die Katholiken Irlands, den der Band enthält, unterstreicht, wie wichtig ihm seine Aussagen zu diesem Thema sind – und zwar über die Situation der Kirche in Irland hinaus.

Von besonderem Medieninteresse sind in diesen Tagen die Hinweise, die der Papst zu Fragen der Sexualmoral gibt. Dazu gehören auch die Gedanken zur Nutzung von Kondomen in begründeten Einzelfällen. Gerade diese Stellen des Interviews zeigen die tiefe Einfühlsamkeit des Papstes, der sich auch in schwierige Lebenslagen von Menschen hineindenkt. Seine Äußerungen zum Kondomgebrauch haben vor allem die HIV-Infektion und die Frage vor Augen, wie ihr zu begegnen ist. Sie ergänzen seine früheren Aussagen, dass eheliche Treue und Enthaltsamkeit der beste Schutz sind, aber auch Entwicklung und Erziehung. Der Papst gibt zu erkennen, dass er auch die Realitäten und die Lebenswirklichkeit kennt. Wenn für Menschen in bestimmten Situationen eine Nutzung von Kondomen vorstellbar ist, dann deshalb, weil dies einen „ersten Schritt zur Moralisierung … und Verantwortung“ darstellen könnte. Solche Aussagen sind keine Sensation, aber doch etwas Neues, das man bislang so von einem Papst nicht gehört hat. Ich bin sehr gespannt darauf, ob Papst Benedikt diese Gedanken noch weiterentwickeln wird, ob sie dann eines Tages auch die förmliche Lehrmeinung der Kirche mitprägen werden und was sie für die pastorale Praxis bedeuten.

Dem Buch wünsche ich viele Leser. Es freut mich, dass sich Papst Benedikt immer wieder dieser sehr modernen Methode bedient, um Menschen direkt und gut nachvollziehbar anzusprechen. So werden die Weite seines Glaubens und seine persönliche Glaubensfreude unmittelbar erfahrbar. schreiben




Foto: (c) L'osservatore romano


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  2. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  3. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  4. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  5. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti
  8. "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" ist "Mutter und Stern der Evangelisierung in Amerika"
  9. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“
  10. Benedikt XVI.: "Das Kommen des Herrn ist einmalig"






Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  8. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  9. Die große Täuschung
  10. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  11. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  12. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Fünfmal Mary: Eine US-Familie und ihre ungewöhnliche Namenstradition

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz