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'Wer auf den Papst hört, der hört auf Christus'

1. Juni 2010 in Österreich, 7 Lesermeinungen
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Linzer Bischof Schwarz äußert sich kritisch zu den Zölibatsideen vom Eisenstädter Bischof Iby: "Es ist nicht Aufgabe eines Bischofs, dass er einen Gongschlag macht, wenn er zurücktritt" - "Der Zölibat ist ein Segen für die Kirche" - Neuer Weihbischof


Linz (kath.net)
Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz hat in einem Interview mit den OÖN klargestellt, dass man am Lehramt der Kirche und an Grundprinzipien des Evangeliums nicht rütteln könne. Auf die Frage, ob er sich denn im "liberalen Linzer Kirchenklima" wohl fühle, meinte Schwarz, dass er den Eindruck habe, dass hier "sehr viel Gutes" geschehe. "Es gibt immer Grenzen, oder Unterschiede in der Auffassung. Aber darüber kann man sprechen. Wir haben Grundlinien, die uns vorgegeben sind. Die Diözese Linz ist Teil der Weltkirche mit dem Papst an der Spitze. Ich unterscheide nicht gern zwischen konservativ und liberal."

Seine größte Freude in der Diözese Linz war die Seligsprechung von Franz Jägerstätter, seine größte Sorge waren die Spannungen nach der Ernennung von Gerhard Wagner zum Weihbischof von Linz. Für Schwarz ist der Gehorsam gegenüber Gott "das Wichtigste". "Wenn ich mich gegen Gott stelle, ist das Sünde. Natürlich: Unsere heutige, aufgeklärte Welt hört das Wort „Gehorsam“ nicht gerne, genauso wie sie das Wort „Demut“ nicht gern hört. Wer auf den Papst hört, der hört auf Christus. Wer dem Papst und seinen Weisungen folgt, der geht sicher den Weg des Heiles."


Kritisch äußert sich Schwarz zum umstrittenen Zölibatsvorschläge vom Eisenstädter Bischof Paul Iby, der mehrmals die teilweise Abschaffung des Zölibats für Priester forderte. "Es ist nicht Aufgabe eines Bischofs, dass er einen Gongschlag macht, wenn er zurücktritt. Ich will aber über meinen Mitbischof nicht urteilen. Der Zölibat ist ein brennendes Thema. Jesus Christus hat selbst ehelos gelebt und denen, die für das Reich Gottes arbeiten, die Ehelosigkeit anempfohlen. Es ist gut, den Zölibat zu stärken. Natürlich gibt es auch manchmal Probleme und Schwierigkeiten, und darüber muss ehrlich geredet werden. Der Zölibat ist ein Segen für die Kirche. Aber er ist kein Gebot Gottes, sondern eine weise Empfehlung, die der Herr der Kirche gegeben hat. Grundsätzlich kann man das ändern. Aber das muss der Papst gemeinsam mit allen Bischöfen beschließen. Das kann ich also nicht alleine tun."

Sein einziger Wunsch an das Kirchenvolk zum kommenden 70. Geburtstag ist für Schwarz übrigens, dass die Menschen für ihn und seine Anliegen beten und im Gebet vor Gott hintragen.

Bei einer Volksblatt-Telefonsprechstunde betonte Schwarz, dass er erneut um einen Weihbischof angesucht habe. "Ich habe Papst Benedikt XVI. neuerlich um einen Weihbischof gebeten. Das geht jetzt seinen Instanzenzug, die Entscheidung trifft der Papst. Ich war beim Heiligen Vater und er hat mir versprochen, dass er helfen wird."

Foto: (c) kath.net


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