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Vatikan: 'Manche sind unersättlich'

17. September 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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"Wenn wir vor dem größten Ausdruck der Liebe für die Menschheit stehen, wie können wir streiten", fragte Kardinal Castrillon Hoyos zum ersten Jahrestag von "Summorum Pontificum".


Rom (kath.net) Anstatt dankbar zu sein über die Freigabe der alten Messe, verlangten manche Leute immer noch mehr, berichtete Kardinal Dario Castrillon Hoyos, Präsident der Päpstlichen Kommission “Ecclesia Dei”. Die Kommission befasst sich mit dem alten Messritus. Das meldet CNS.

Einmal habe er einen Brief erhalten, in dem der Absender vorschlug, die Kirche Santa Maria Maggiore in Rom ausschließlich für den alten Ritus zu reservieren. „Solche Leute sind unersättlich, unglaublich.“ Das berichtete der Kardinal bei einer Konferenz am Mittwoch, wo der erste Jahrestag von “Summorum Pontificum” begangen wurde. Der Papst hat darin die Messe vor der Reform des Zweiten Vaticanums als „außerordentliche Form“ der römisch katholischen Messe allgemein freigegeben.


"Diese Menschen wissen nicht, wie viel Schaden sie anrichten”, sagte Castrillon Hoyos: Wenn der Vatikan ihre Forderungen nicht sofort erfülle, dann posten sie ihre Beschwerden direkt ins Internet.

Seit mehr als einem Jahr würden nun von der Kommission detaillierte Instruktionen vorbereitet, wie das päpstliche Dokument umzusetzen sei. Sie lägen dem Papst bereits vor, der noch endgültig über die Veröffentlichung entscheidet.

Das Dokument bietet allen Gläubigen, die das wünschen, einen leichteren Zugang zum außerordentlichen Ritus, da keine eigene Genehmigung des Bischofs mehr notwendig ist. Es war auch ein Schritt zur Versöhnung mit den Anhängern des exkommunizierten Erzbischofs Marcel Lefebvre, der die Reformen des Zweiten Vaticanums ablehnte. Diese Annäherung schien Ende Juni an der Ablehnung von Bernard Fellay, Generaloberer der Piusbruderschaft, gescheitert zu sein.

Der Streit um die Sprache – Latein oder die Muttersprachen – ist für Kardinal Castrillon Hoyos kein hinreichender Trennungsgrund: “Was ist wichtiger: Das Geheimnis, dass Gott Brot wird, oder die Sprache, in der wir das Geheimnis feiern? … Die Eucharistie sollte nie ein Punkt für Konflikt und Trennung werden.”

Die Messe – in welcher Sprache auch immer – müsse ein Gottesdienst sein, der von Liebe getragen ist, und “nie ein Schwert” gegen andere Christen. „Wenn wir vor dem größten Ausdruck der Liebe für die Menschheit stehen – der Eucharistie – wie können wir streiten?“


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