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Der selbstverständliche Jugendsex

6. Juli 2007 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Der Fall Marco und die deutsche Sexualmoral – Ein Kommentar von Christa Meves.


Wien (www.kath.net/idea)
Armer Marco! Ganz Deutschland versinkt in Mitleid für ihn und in Wut über die islamische Gerichtsbarkeit. Und in der Tat, der 17-jährige Hauptschüler aus Uelzen ist in gleich mehrere Fallen getappt: Als Erstes in die Falle einer sehr gezielt balzenden Dreizehnjährigen; denn sie gab ihm in der Disko schließlich ihre Hotelanschrift und ihre Zimmernummer an.

Als Zweites in die Falle seiner Unkenntnis über die strengen islamischen Sitten, als Drittes in die Nichtbeachtung einer englischen Mutter, die zwar dem Nachtleben ihrer Pubertierenden freien Lauf lässt, beim Eintreten der sie schockierenden Folgen es aber nicht dabei belässt, ihre eigene elterliche Aufsichtspflicht und die Beziehung zu ihrer Tochter zu hinterfragen, sondern nach dem Gesetzgeber ruft. Nun sitzt er seit dem 11. April in einem türkischen Gefängnis.

„Befreiung zur Sexualität“?

Die Falle für Marco sollte uns jedoch alle zum Nachdenken bringen: nämlich seine quasi „unschuldige“ Selbstverständlichkeit, mit der der Jugendliche annahm, sich auf diese Weise ein legitimes Vergnügen verschaffen zu können.

Denn zuhause, im deutschen Schülerleben, ist Sex mit dazu einladenden Mädchen geradezu an der Tagesordnung. Der Jugendsex gehört seit mehr als dreißig Jahren zur Verwirklichung des 1968 erstellten Programms der „Befreiung zur Sexualität“. Sie hat bewirkt, dass Jungen und Mädchen hierzulande im Durchschnitt im Alter von 15 Jahren mit ihrem Geschlechtsleben beginnen. Eine Dampfwalze des jahrzehntelangen Trommelfeuers durch die Medien hat das bewirkt mit einem täglichen Anreiz zum Sex, vor allem – und sehr gezielt für diese Altersgruppe der Unmündigen – durch die Jugendzeitschrift „Bravo“, vermehrt aber auch oft durch einen zur Pflicht erhobenen Sexualkundeunterricht, in dessen Materialien die Aufklärung über „das erste Mal“ nie fehlt, wohl aber über die Existenz und den Sinn des Jungfernhäutchens. Bei gleichzeitiger Abschaffung der Elternrechte über ihre Kinder durch den Zwang zur Teilnahme am Sexualkundeunterricht werden Schüler mehr oder weniger zum Jugendsex geradezu angeregt. „Deine Verantwortung beim Sex besteht darin“, so wurde bereits in den 70er Jahren den Jugendlichen vermittelt, „lediglich dafür zu sorgen, dass kein Kind entsteht.“

Schwach und geburtenarm

Die Folgen, die sich damals bereits von mir als Fachfrau prognostizieren ließen, sind längst eingetreten: Eine Gesellschaft, die so leichtfertig die seelische und körperliche Gesundheit beim Umgang mit dem Fortpflanzungstrieb missachtet und bewährte Pädagogik mehrheitlich ändert, handelt sich Minderung der Leistungsfähigkeit und einen existenziell bedrohlichen Geburtenschwund ein, schon allein durch die (Unfruchtbarkeit hervorrufenden) Erkrankungen der entsprechenden Organe bei den jungen Mädchen. Nun muss unser Marco aus Uelzen für diese große Schuld einer jahrzehntelangen grenzenlosen Leichtfertigkeit seiner Gesellschaft in einem elenden türkischen Gefängnis sitzen.

Musste es soweit kommen?

Bringt das unsere Bevölkerung, bringt es vor allem die maßgeblichen Instanzen endlich zum Nachdenken? Musste es wirklich erst so weit kommen, dass sich eine rigide moslemische Sexualmoral mit erhobenem Zeigefinger jetzt hoch über den Bosporus hinausreckt, um über die selbstmörderische westliche Dekadenz den Stab zu brechen und uns mit verabscheuendem Kopfschütteln einen Spiegel vorzuhalten?

KATHPEDIA. Christa Meves



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