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,Sekten sind in Lateinamerika ein wirtschaftlich-politisches Problem’

19. Jänner 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga SDB hielt einen Vortrag an der argentinischen Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom.


Rom (www.kath.net / zenit) Die Sekten seien für die Kirche Lateinamerikas nicht nur ein religiöses, sondern auch ein wirtschaftliches und politisches Problem. Das betonte Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga SDB vor zwei Tagen im Rahmen eines Vortrags an der argentinischen Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom.

Der 64-jährige Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras) sprach über die fünfte Vollversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe, die Papst Benedikt XVI. am 13. Mai 2007 in Aparecida (Brasilien) eröffnen wird. Nach Kardinal Maradiaga handelt es sich bei den Sekten in Lateinamerika heute nicht mehr „nur“ um religiöse Gruppen, die aus den USA kämen, sondern um ein „alteingesessenes Produkt“.

Die Sekten seien mittlerweile auch zu einem politischen Problem geworden, fügte der Kardinal hinzu. „Einige haben den Anspruch, an die Macht zu kommen”, und die Politiker bemühten sich immer mehr darum, die Stimme der Evangelikalen für sich zu gewinnen. In vielen Ländern Lateinamerikas verwende man die Bezeichnung „evangelisch“ für alle: „für diejenigen, die es sind, wie auch für jene, die es nicht sind“.

Die Sekten stellten eine große Herausforderung für die Pastoral der Pfarrgemeinden dar. „Wir müssen kreativ sein und zu den Leuten gehen. Wir dürfen nicht erwarten, dass die Leute zu uns kommen“, unterstrich der frühere Vorsitzende des Lateinamerikanischen Bischofsrates. Kardinal Maradriaga räumte zugleich ein, dass die Sekten manchmal herzlicher agierten als die Pfarreien: „Sie sind die ersten, die die Kranken besuchen.“

Da ein Pfarrer, der für 100.000 Gläubige zuständig sei, kaum in der Lage sei, als erster beim Krankenbett zu sein, appellierte der Kardinal an die Mitverantwortung der Laien. In diesem Zusammenhang kritisierte er die vorherrschende Meinung in vielen Gemeinden seiner Erzdiözese, dass der Priester allein für alles zuständig sei. Die gegenwärtigen Herausforderungen erforderten diesbezüglich tiefgreifende Veränderungen.



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