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Von ,Cats’ zu Christus

5. August 2006 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Wie Deutschlands erfolgreichster Musical-Produzent den Glauben entdeckte. Von Marcus Mockler.


München (www.kath.net / idea) Er hat in Deutschland Musicals populär gemacht: 1986 brachte Friedrich Kurz „Cats” auf die Bühne, später „Starlight Express“ und das „Phantom der Oper“. Vor zwei Jahren entdeckte der Produzent den christlichen Glauben. Heute spricht er unbefangen darüber, was Gott für ihn bedeutet.

Und er will im kommenden Jahr am Broadway ein neues Musical aufführen, das anhand einer Geschichte aus dem Mittelalter demonstriert, wie christliche Liebe über menschliche Bosheit triumphiert.

In Friedrich Kurz steckt ein Rebell. Im Gymnasium in Nürtingen bei Stuttgart ist der 1948 geborene Sohn eines Ingenieurs und einer Hausfrau der Schüler mit den meisten Klassenbuch-Einträgen. Er tut sich schwer mit Autoritäten – mit dem Vater, vor allem aber mit den Lehrern, von denen einige noch alte Nazis sind.

Der Großvater ist Laienprediger bei der „Evangelischen Gemeinschaft“, einer Freikirche, die später mit der Methodistenkirche fusioniert. Jeden Sonntag sitzt Kurz in der Kapelle. Die Botschaft erreicht seine Ohren aber nicht sein Herz. Nach der Konfirmation in der Landeskirche hat er von der Gemeinde genug – und nach Streitereien in der Familie auch von seinem Zuhause. Mitte der 60er Jahre verabschiedet er sich nach Amerika.

Dort kommt ihm sein sportlerisches Talent zugute. In Philadelphia kann er als Profi-Fußballer anheuern, eine Saison später kickt er für das kanadische Toronto. Im Winter arbeitet er als Skilehrer. Kurz ist ein gieriger Leser. Besonders Romane, Gedichte und Theaterstücke haben es ihm angetan. Das Bethany-College in West Virginia gibt ihm ein Stipendium für das Studium der Literatur und der Theaterwissenschaften allein aufgrund seiner exzellenten Vorkenntnisse.

Dass er kein Abitur hat, verschweigt er. 1972 kommt er als Manager der US-Mannschaft zu den Olympischen Spielen nach München und ist als einer der ersten vor Ort, als palästinensische Terroristen unter israelischen Sportlern ein Massaker anrichten. Ein Ereignis, das ihn auch heute noch angesichts des Kriegs im Nahen Osten in der Überzeugung bestärkt: „Mit Terroristen darf man nicht verhandeln.“

Triumph und Niederlage

Nach dem Studium absolviert er zwei Semester an der Internationalen Filmschule in London. Kurz’ erstes Filmprojekt über eine Frau, die mit den Skiern vom Matterhorn abfährt, scheitert aufgrund eines unvorhersehbaren Wetterumschwungs. Nun hat er auf einmal einen Haufen Schulden.

In Hamburg findet er in einer Telefonzelle eine liegengelassene Boulevardzeitung, auf der sich mit Filzstift dick eingerahmt die Anzeige findet: „Wollen Sie 10.000 DM und mehr im Monat verdienen?“ Ja, das will er. Er ruft an und hat binnen weniger Stunden einen Job als Verkäufer und Vermittler von Metallen an der Börse.

Innerhalb von zwei Jahren bezahlt er nicht nur seine Schulden ab, sondern macht ein Vermögen. „Ich hätte nie wieder arbeiten müssen.“ Er reist mit seiner damaligen Lebensgefährtin durch die USA und Europa und genießt das Leben.

Sein bester Freund besitzt gemeinsam eine Firma mit dem Musical-Produzenten Andrew Lloyd Webber („Jesus Christ Superstar“). Lloyd Webber hat das Musical „Cats“ bereits erfolgreich in den USA und in Großbritannien zum Laufen gebracht. Kurz will es nach Deutschland holen. Ein gewagtes Projekt, für das er 40 Anleger (überwiegend Engländer) gewinnt, die insgesamt vier Millionen Euro auf den Tisch legen.

Aus dem zum Abriss freigegebenen Hamburger Operettenhaus auf der Reeperbahn macht er ein Musical-Theater, das eines der erfolgreichsten Stücke in der deutschen Geschichte aufführt. Es folgen „Starlight Express“ in Bochum – das Stück läuft heute noch und ist mit über elf Millionen Besuchern das erfolgreichste Musical weltweit – sowie das „Phantom der Oper“.

Nachdem Kurz von Triumph zu Triumph marschiert ist, erlebt er in den 90er Jahren den Einbruch. Er muss den Versuch einer feindlichen Übernahme seines Musical-Unternehmens „Stella“ durch einen Immobilienhai in 20 Gerichtsprozessen abwehren. Schließlich verkauft er „Cats“ & Co an den Unternehmer Rolf Deyhle, der bereits Mitgesellschafter ist und mit dem Kurz auf keinen Fall länger zusammenarbeiten will.

In Deutschland kann der Musical-Produzent weder mit einem Stück über Marlene Dietrich am Theater am Kurfürstendamm noch mit „Shakespeare and Rock’n Roll“ an der Freien Volksbühne punkten. Und schließlich spannt ihm in den USA der Schauspieler Robert Redford auch noch seine Lebensgefährtin aus.

Die Trennung wird – obwohl Kurz und die Frau nicht verheiratet waren – für ihn sehr teuer. „Ich hatte endgültig den Glauben an die Menschheit verloren.“ Trost fand er bei der dänischen Pop- und Jazzsängerin Gitte Haenning, zu der er heute noch eine gute, wenn auch nicht mehr so enge Beziehung hat.

Getauft in einer Badewanne

Wieder in Deutschland, trifft er sich in Berlin häufiger mit einem Börsenmakler. Der spricht ihn immer wieder auf die Bibel an, so dass sich Kurz schließlich selbst eine kauft. Sein persönliches Erweckungserlebnis hat er im März 2004 in einem Hotel in Schweden. Im Traum zieht sein ganzes Leben an ihm vorbei, er sieht dämonische Fratzen, auch den Teufel.

Dann plötzlich ist das ganze Zimmer in gleißendes Weiß getaucht, er fühlt sich emporgehoben. Kurz erwacht – mit der Hotelbibel des Gideon-Bundes auf seiner Brust. Rückblickend hat er keinen Zweifel: „Ich bin in dieser Nacht von Jesus Christus gerettet worden.“ In den folgenden Wochen hat er in Berlin und in Jerusalem zahlreiche Begegnungen mit Christen aus dem pfingstkirchlichen Spektrum.

Sie haben prophetische Botschaften für ihn, die genau auf sein Leben zutreffen. Kurz sieht darin das außergewöhnliche Wirken des Heiligen Geistes. In der Badewanne eines Apartments lässt er sich von einer Evangelistin, einer messianischen Jüdin, taufen. Der Glaube an Jesus Christus ist für Kurz Freiheit – Freiheit von der Sucht nach Erfolg und nach Geld.

Er sieht Gottes Wirken in seinem Leben. Er lebt gemäßigter als früher, Exzesse etwa bei Partys gehören der Vergangenheit an. Dafür spricht er immer wieder Freunde, Kollegen, auch alte Schulkameraden in Nürtingen auf den Glauben an. „Das Interessante daran ist: Ich habe noch nie erlebt, dass einer sagt: Hör auf mit diesem Quatsch!“

Von Jesus Vergebung gelernt

Sein nächstes Projekt ist das Musical „Rage of the Heart“ („Herz in Aufruhr“). Dazu zieht er im August nach New York, um auf dem Broadway eine geeignete Bühne zu suchen. Spätestens im Herbst 2007 soll Premiere sein. Verfasser ist der Theologe, Literat und Musiker Enrico Garzilli (Rhode Island), Musikdirektor einer der ältesten evangelischen Gemeinden der USA.

Garzilli erzählt eine Liebesgeschichte aus dem 12. Jahrhundert zwischen dem französischen katholischen Philosophen Petrus Abaelardus und einer Frau namens Heloise. Der Onkel von Heloise, Fulbert, ist gegen diese Liebe und versucht durch ein Verbrechen die Beziehung zu beenden. Sein Glaube hilft Abaelardus, Fulbert die böse Tat zu vergeben. Vergebung ist auch für Kurz nicht nur ein Wort. „Ich habe den Menschen, die mich betrogen und hintergangen haben, vergeben können – das hätte ich ohne Jesus nicht geschafft.“



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Lesermeinungen

  3. April 2011 
 

Aufrichtiges Bekenntnis ist vorbildhaft

Herr Friedrich Kurz hat mich beeindruckt. Nicht wegen seines interessanten und spannenden Lebens! Weil er diese Geldjagd und Promiwelt relativieren konnte, sich als Getriebener erkannte und weil ihm die Gnade zuteil wurde, das wahre Licht der Welt gespürt zu haben. Ich würde sehr gerne mehr erfahren, wie Herr Kurz nun lebt im Unterschied zu früher und wie sich sein Zusammenleben mit unserem Herrn Jesus Christus im Alltag auswirkt. Auf jeden Fall wünsche ich zu seinem Projekt \"Michelangelo\", dass es gelingt und dass Gott seinen Segen dazu gibt.


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