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„Hören Sie dieses Evangelium persönlich: Er kennt Ihre Geschichte. Er verurteilt Sie nicht“

8. März 2026 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Predigt zum heutigen Sonntagsevangelium: Die Samariterin am Brunnen. Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer


Eichstätt (kath.net) Predigt zum 3. Fastensonntag (A) – Die Samariterin am Brunnen (Joh 4,5–42)

Liebe Schwestern und Brüder,
das Evangelium führt uns an einen Brunnen. Nicht zufällig. Denn wo von einem Brunnen die Rede ist, da geht es um Leben. Und wo es um Leben geht, da geht es um Gott.

Drei Brunnen stehen heute vor uns:
1. der Brunnen aus Stein – der Jakobsbrunnen, 2. der Brunnen des Herzens – die Seele der Frau, und 3. der ewige Brunnen – Christus selbst.

1. Christus am Brunnen unseres Alltags
Zuerst sehen wir den äußeren Brunnen. Tief. Alt. Bewährt. Generationen haben hier geschöpft. Gelacht. Gestritten. Gehofft. Geweint.

Und an diesem Brunnen sitzt Jesus. Müde vom Weg. Staub auf den Füßen. Durst auf den Lippen. Der, der die Meere geschaffen hat, bittet um einen Schluck Wasser:

„Gib mir zu trinken.“ Was für ein Bild! Der Allmächtige kommt nicht mit Donner. Er beginnt mit einer Bitte.

Er kommt nicht als Richter – sondern als Durstiger. Er zwingt nicht – er lädt ein. Er fordert nicht – er vertraut.

Das ist das Herz Gottes: Er erniedrigt sich, um uns zu erhöhen. Er macht sich klein, um uns groß zu machen.

Und vielleicht sitzt er auch an Ihrem Brunnen. Am Brunnen Ihres Alltags.

An dem Ort, wo Sie müde geworden sind. Wo Sie funktionieren, aber innerlich trocken sind.


Und er sagt leise: „Gib mir zu trinken.“ Gib mir dein Herz. Gib mir deine Wahrheit. Gib mir deinen Durst.

2. Der Brunnen des Herzens
Die Frau kommt zur Mittagszeit. – Nicht am kühlen Morgen. Nicht am Abend. Sie kommt allein.

Vielleicht, weil sie die Blicke der anderen meidet. Ihre Geschichte ist verwickelt. Beziehungen, die nicht getragen haben. Hoffnungen, die zerbrochen sind.

Doch hören wir genau hin: Jesus zählt ihre Vergangenheit nicht auf, um sie zu beschämen. Er spricht die Wahrheit, um sie zu befreien.

Denn der tiefste Brunnen ist nicht der aus Stein. Es ist das Herz des Menschen. Und in diesem Brunnen liegt vieles: unerfüllte Sehnsucht, versteckte Tränen, Schuld, die wir niemandem zeigen, Fragen, auf die wir keine Antwort haben.

Vielleicht kennen wir das. – Man kann nach außen stark wirken – und innen dürsten. Man kann alles im Griff haben – und doch leer sein. - Und gerade dort steigt Christus hinab.

Nicht mit Vorwurf. Nicht mit Strenge. Sondern mit Licht.

Er ist kein Moralist. Er ist Arzt. Er legt den Finger auf die Wunde – nicht um sie aufzureißen, sondern damit sie heilen kann.

Liebe Schwestern und Brüder, das ist eine frohe Botschaft: Wo wir uns am meisten schämen, dort dürsten wir am meisten nach Liebe. Und genau dort sucht uns Gott.

3. Das lebendige Wasser
Jesus spricht von „lebendigem Wasser“.
In Israel kannte man zwei Arten von Wasser: Zisternenwasser – gesammelt, abgestanden. Und Quellwasser – fließend, frisch, lebendig. 

So gibt es auch zwei Arten zu leben.  Man kann leben wie aus einer Zisterne: man hält durch, man verwaltet Kräfte, man spart Reserven – aber innerlich fehlt die Frische. Und man kann leben aus einer Quelle. Aus etwas, das von innen her fließt.

Jesus sagt: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird nie mehr dürsten.“ Er meint nicht, dass wir keine Probleme mehr hätten. Er meint: Es gibt eine Tiefe im Menschen, die nur Gott füllen kann.

Wir dürsten nach mehr als Erfolg. Mehr als Besitz. Mehr als Anerkennung. Wir dürsten nach Ewigkeit. Nach einer Liebe, die bleibt. Nach einem Frieden, der nicht zerbricht.

Und Christus sagt: Ich bin es. „Ich bin es, der mit dir spricht.“ Nicht fern. Nicht verborgen. Sondern gegenwärtig.

4. Der stehen gelassene Krug
Am Ende geschieht etwas Wunderschönes: Die Frau lässt ihren Wasserkrug stehen. Der Krug war ihr ursprünglicher Grund zu kommen. Ihr tägliches Mühen. Ihr immer wiederkehrendes Schöpfen.

Nun bleibt er zurück. Nicht, weil der Alltag unwichtig wäre, sondern weil sie die Quelle gefunden hat. Sie kam als Durstige – sie geht als Zeugin. Sie kam allein – sie kehrt zurück mit einer Stadt.

Aus der Beschämten wird eine Botin. Aus der Suchenden wird eine Gefundene. Aus der Durstigen wird eine Quelle. Das ist die Verwandlung, die Christus wirkt.

5. Und wir?
Und nun die leise Frage an uns: Wo ist Ihr Brunnen? Welchen Krug tragen Sie Tag für Tag?

Aus welchen Zisternen trinken Sie? Vielleicht tragen Sie heute Sorgen. Vielleicht Müdigkeit. Vielleicht eine alte Wunde. Vielleicht Schuld.

Dann hören Sie dieses Evangelium persönlich: Christus sitzt an Ihrem Brunnen. Er kennt Ihre Geschichte. Er verurteilt Sie nicht. Er bittet um Ihr Vertrauen. Und wenn Sie ihm Ihren Durst hinhalten – wird er Ihnen sein Leben schenken.

Denn das Geheimnis des lebendigen Wassers ist dieses: Wer sich beschenken lässt, wird selbst zum Segen. Vielleicht leise. Vielleicht unscheinbar. Aber echt.

Dann wird auch in uns etwas neu zu fließen beginnen: ein Wort, das tröstet, ein Blick, der nicht richtet, ein Herz, das weiter wird.

Und am Ende wird man nicht nur sagen: „Du hast von Gott gehört.“ Sondern: „In dir ist etwas von seiner Quelle spürbar.“

Liebe Schwestern und Brüder,
bitten wir heute schlicht und vertrauensvoll: Herr, ich habe Durst. Gib mir dieses Wasser. Heile, was trocken ist. Erneuere, was müde geworden ist. Und lass in mir eine Quelle aufbrechen, die nicht versiegt. Amen.

Bild: Gemälde der Samaritanerin am Jakobsbrunnen Ferdinand Georg Waldmüller 1818 (c) Wikipedia/gemeinfrei


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Lesermeinungen

 Mariat 8. März 2026 

Jesus, der das "lebendige Wasser" spendet, wartet auf die Samariterin...

am Jakobsbrunnen. Sie war Heidin und ging deshalb zur Mittagszeit (6. Stunde), da um diese Zeit die jüdischen Frauen zu Hause waren, das wusste sie.
Juden und Heiden sprachen nicht miteinander, durften sie nicht.
Jesus kennt jeden Menschen und wusste davon. ER wartete auf diese Frau - um ihr "lebendiges Wasser" anzubieten. ER als Jude nahm sich dieser Frau an - welch eine Gnade. Voller Freude lief sie deshalb (ohne an den Wasserkrug zu denken)zu ihrem Volk und erzählte von dem Gespräch am Jakobsbrunnen.

Danke für ihre wunderbare Predigt Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer.


2
 
 Katholikheute 8. März 2026 
 

Lebendige Gemeinschaft jedes einzelnen Menschen mit Christus

ist das Wesen und der Sinn der Kirche - das vergessen wir immer so schnell.

Die Eucharistie, die Sakramente, die Anbetung!!

Herr, Du bist alles - ich bin aus Nichts geschaffen!

Die Synodalen halten davon nichts - sie wollen einen Kirchenkommunismus, bei dem sie entscheiden und definieren, was dem Menschen dient.

Sofort Schluss mit diesem Wahn und Wahnsinn!!
Sofort Geld wegnehmen und Mikrophon abdrehen!!


1
 
 persona 8. März 2026 
 

Danke

...für diese christozentrische Predigt. Eine Predigt auf den internationalen Tag der Frau hin kommt dagegen schon in die Nähe von Gottferne.


0
 

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