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Der allerletzte Einsatz

6. Dezember 2025 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Der Eintrag für den Nikolauseinsatz bei dieser Familie war leer… - Eine Geschichte zum Samichlaus [St. Nikolaus]. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net) Es war schon früher Nachmittag des St. Niklaus Tages, als Gottfried Oberholzer den Anruf bekam. Klaus Richard bat ihn, den Auftrag beim Hügelhofbauern diesen Abend zu übernehmen. Er habe sich den Fuß verknackst und bis zu diesem Hof sei es doch ein rechtes Stück Waldweg. Gottfried war nun schon über siebzig Jahre alt. Vor ein paar Jahren hatte er diesen Dienst aufgegeben. Aber jetzt dem alten Kameraden absagen, das konnte er doch nicht. Das Kostüm von Richard passte ziemlich gut. Ein Schmutzli* würde mit einem Esel und dem Sack beim Parkplatz am Waldrand auf ihn warten. Einen Blick ins goldene Buch zu werfen, dazu reichte die Zeit nicht mehr. Also nichts wie los.

Es war ein sternenklarer Abend. Die Laterne brauchte man eigentlich nicht. Aber als man am Ende des Weges schon die Wiese vor dem Hof sah, da zückte der Schmutzli sein Feuerzeug und zündete die Kerze darin an. Klaus Gottfried – das war er nun wieder – begann mit seinem Glöcklein zu läuten. Das Wohnhaus kam immer näher und dann öffnete sich die Türe. Im Türrahmen erschienen drei gespannte Kindergesichter, und dahinter die Eltern.


In der Stube, nach der gegenseitigen Vorstellung, öffnete Klaus Gottfried sein goldenes Buch, genauso gespannt wie die Kinder. Doch die Seite war leer. Dann erst fiel ihm ein Brief auf, der wie ein Lesezeichen zwischen den Seiten lag. «An den Sankt Nikolaus». «Bitte entschuldigt einen Moment.», sagte er und begann für sich zu lesen: «Lieber Sankt Nikolaus. Unsere Kinder sind sehr lieb und wir lieben sie sehr. Natürlich haben sie ihre Macken, wie andere Kinder auch. Aber das wollen wir nicht erzählen.» Klaus Gottfried unterbrach sich und begann nochmals von an zu lesen, jetzt aber laut. Der Brief ging weiter mit: «Etwas anderes aber scheint uns wichtig. Es war letztes Jahr kurz nach Weihnachten, als wir beide wieder einmal aneinander geraten waren. Warum, das wissen wir heute nicht mehr. Die Kinder hatten sich, wie immer in solchen Situationen, in ihr Zimmer zurückgezogen. Doch dann öffnete sich ihre Türe und die drei kamen mit verweinten Augen heraus. ‚Seid doch wieder lieb zueinander, bitte!‘, stotterte die Älteste. Dann zogen sie sich vorsichtshalber in ihr Zimmer zurück. Einen Augenblick war es mäuschenstill. Dann lagen wir zwei uns in den Armen und hatten selbst Tränen in den Augen. Wir gingen wir zu den Kindern hinüber. Es wurde ein Abend wie nochmals Weihnachten.

Natürlich wurden wir beide nicht sofort Heilige. Die Differenzen blieben auch weiterhin nicht aus. Aber immer, wenn es brenzlig wird, tauchen diese Kinderaugen vor uns auf. Inzwischen lernen wir immer mehr, wie wir am besten mit solchen Situationen umgehen. Die glänzenden Kinderaugen, die dann merken, dass wir wieder lieb zueinander sein wollen, sind dort eine Entschädigung, wo die eine oder andere Seite oder auch beide nachgeben müssen. Und dass es seither in unserer ganzen Familie viel weniger Streit gibt als früher, auch das verdanken wir unseren Kindern. Das wollten wir diesen, und auch Ihnen, lieber Sankt Nikolaus, heute einmal sagen. Eure Mami und Papi.»

Es war eine Zeit lang still im Wohnzimmer. Dann sagte Klaus Gottfried: «Ich sehe, ich bin hier fast überflüssig. Schmutzli, leere Deinen Sack. Dann wollen wir uns auf den Heimweg machen. Aber diesen meinen allerletzten Einsatz werde ich mein Lebtag nicht vergessen.»

*„Samichlaus“ ist im Schweizerischen Brauchtum die Bezeichnung für den Hl. Nikolaus, „Schmutzli“ für seinen Begleiter, den Knecht Ruprecht.


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