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USA: Ordensfrauen vergeben Mörder ihrer Mitschwester

15. März 2025 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Ursulinen-Schwestern hatten bereits vor 30 Jahren unmittelbar nach der Bluttat vehement für eine Umwandlung der Todesstrafe in lebenslange Haftstrafe eingesetzt


Washington DC (kath.net/KAP) Dreißig Jahre nach dem Mord an einer Ordensfrau hat der Täter die Mitschwestern seines Opfers um Vergebung gebeten - und sie haben ihm diese gewährt. Die Kongregation der Ursulinen-Schwestern in Cleveland nahm die Entschuldigung von Daniel Pitcher an und erneuerte ihr Engagement gegen die Todesstrafe, berichtete Vatican News (Dienstag) unter Verweis auf das US-Portal "Catholic Sisters Report".

Pitcher verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in einem Gefängnis in Ohio. Er hatte im März 1995 die 59-jährige Ordensfrau Joanne Marie Mascha vergewaltigt und ermordet. In einem Brief vom September 2024 drückte der heute 51-Jährige seine Reue aus: "Ich war ein verängstigter Junge, der nicht um Hilfe gebeten hat. Es tut mir wirklich leid, dass ich sie getötet habe."


Nach interner Beratung und Gesprächen mit der Familie des Opfers antworteten die Ursulinen dem Mörder mit den Worten: "Wir nehmen Ihre Entschuldigung an. Wir bitten Sie, Ihre Bitte um Vergebung dadurch zu leben, dass Sie ein Mensch des Guten, des Friedens und der Freundlichkeit sind." Die Schwestern betonten, dass Mascha sich stets für Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit eingesetzt habe. Sie versicherten Pitcher zudem, weiterhin für ihn zu beten.

Die Ordensgemeinschaft engagiert sich seit Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe. Bereits früher hatten sich die Ursulinen dafür eingesetzt, dass Pitcher nicht zum Tode verurteilt wurde. Sie wandten sich mit unzähligen Briefen und Faxen an die zuständige Staatsanwaltschaft in Ohio. Letztlich wurde eine lebenslange Haftstrafe mit der Möglichkeit auf Bewährung nach 50 Jahren verhängt.

Der Brief Pitchers veranlasste die Ordensgemeinschaft nun, ihr Engagement gegen die Todesstrafe erneut zu intensivieren. "Wenn wir Vergebung gewähren, müssen wir auch für ein System eintreten, das Menschen eine zweite Chance gibt", sagte eine Schwester. "Wir wollen mit unserer Haltung zeigen, dass Heilung und Transformation möglich sind - für Opfer wie für Täter."

Wie die Schwestern hervorheben, bedeutet ihre Vergebung nicht, das Verbrechen zu vergessen oder dessen Schwere zu verharmlosen. "Vergebung ist kein einfacher Akt, sondern ein langer Weg der Heilung", erklärte eine der Schwestern. "Doch wir glauben, dass Gnade und Mitgefühl immer stärker sind als Rache." Ihre Entscheidung sei Ausdruck ihres Glaubens und ein Zeichen, dass Gewalt nicht mit weiterer Gewalt beantwortet werden dürfe.

Die betroffene Schwesterngemeinschaft arbeitet mit der katholischen NGO "Catholic Mobilizing Network" zusammen und drängt die US-Behörden, Hinrichtungen abzuschaffen. Ohio führt weiterhin Exekutionen durch, hat jedoch in der Vergangenheit mehrfach Hinrichtungen verschoben, da die erforderlichen Medikamente nicht verfügbar waren.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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