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'Ein Regime hat Angst vor einer Gebets-App?'

16. September 2024 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Papst-Biograf George Weigel: „Mit oder ohne Hallow werden die Gebete aus China weiterhin vor den Thron der Gnade gebracht, der weit mächtiger ist als der Drachenthron der alten chinesischen Kaiser oder der Thron von Kaiser Xi.“


New York (kath.net / pk) Umerziehungslager, Dutzende Millionen Tote, eine drakonische Ein-Kind-Politik – so zeigt sich China seit der kommunistischen Machtübernahme 1949 der Welt. „Ein Regime, das zu all dem fähig ist, hat Angst vor einer Gebets-App? Und vor einem polnischen Priester, der seit fast 20 Jahren tot ist?“

Das schreibt der amerikanische Papst-Biograf George Weigel in einem Kommentar für das „National Catholic Register“. Er reagierte damit auf die Mitte Juli getroffene Entscheidung des chinesischen Regimes, die erfolgreiche und beliebte „Hallow“-App aus dem App Store zu löschen, mit der Begründung, sie behalte „illegale Inhalte“:

„Hallow“ ist eine 2018 gegründete Gebets-App, die rund 14 Millionen Mal in über 150 Ländern heruntergeladen wurde. Auch Papst-Biograf George Weigel wurde eingeladen, Material aus dem ersten Band seiner Biografie über Papst Johannes Paul II. für Meditationen und Gebete zur Verfügung zu stellen. Kurz nachdem die Reihe online gegangen war, entfernten die Chinesen die App aus dem App Store.


„Was waren die illegalen Inhalte, die die chinesische Cyberspace-Verwaltung dazu veranlassten, dieses abrupte, unumkehrbare Diktat zu erlassen?“, fragt Weigel. „Beschreibungen der Rolle von Johannes Paul II. beim Zusammenbruch des europäischen Kommunismus? Johannes Pauls leuchtendes Zeugnis für Jesus Christus als Antwort auf die Frage, die jedes menschliche Leben ist - einschließlich jedes chinesischen Lebens?“

Weigel hält die Entscheidung für „absurd“ angesichts dessen, was das chinesische kommunistische Regime seit 1949 angerichtet hat: Umerziehungslager, Massenmorde, Zwangsabtreibungen, Ermordung von Christen und Minderheiten, Organhandel und vieles mehr.

Weigel vermutet Angst hinter den immer stärker werdenden sozialen Kontrollen in China, denn: „China, das auf den ersten oder zweiten Blick so beeindruckend aussieht, wird in Wirklichkeit schwächer. Die Ein-Kind-Politik hat zu einer demografischen Kernschmelze geführt, die schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben wird, das Leben der Männer, die keine Frau finden, ruiniert und die älteren Menschen im Elend zurück lasst, die keine familiäre Unterstützung oder ein angemessenes soziales Sicherheitsnetz mehr haben werden.“

Trotz Unterdrückung und Verfolgung wachse das chinesische Christentum, auch wenn das Regime die offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften immer strenger kontrolliert. „Mit oder ohne Hallow werden die Gebete aus China weiterhin vor den  Thron der Gnade gebracht, der, wie die Geschichte lehrt, weit mächtiger ist als der Drachenthron der alten chinesischen Kaiser oder der Thron von Kaiser Xi.“

„Das chinesische Volk ist der Erbe einer großen Zivilisation“, schließt Weigel. „Ich wünschte nur, das chinesische Regime hätte so viel Vertrauen wie ich in die Fähigkeit seines Volkes, edel und produktiv als freie Männer und Frauen zu leben: ein Vertrauen, das der „gecancelte“ Johannes Paul II. teilt.“


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