Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  5. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  6. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  7. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  8. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  9. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  10. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  11. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  14. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  15. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“

„DBK hat keine Vollmacht, ihre Diözesen von Einheit mit Papst und katholischer Kirche wegzureißen“

22. Februar 2024 in Interview, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kard. Müller im kath.net-Interview: „Die Verantwortlichen für diese größte menschengemachte Krise der katholischen Kirche in Deutschland seit der protestantischen Reformation und der Säkularisation sollten sich einer apostolischen Visitation stellen“


Bonn-Vatikan (kath.net/pl) Auf die aktuellen Entwicklungen im Umfeld der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Augsburg und auf das unüberhörbare „Nein“ aus dem Vatikan zum geplanten „Synodalen Ausschuss“ gibt Kardinal Gerhard Ludwig Müller, emeritierter Präfekt der Glaubenskongregation, kath.net ein Exklusivinterview:

kath.net: Herr Kardinal, wie schätzen Sie den römischen Brief ein mit dem Verbot, in Deutschland einen Synodalen Rat oder Ausschuss als oberstes Leitungsgremium einzurichten, dem auch das Lehr- und Hirtenamt der Bischöfe untergeordnet ist?

Kard. Müller: Im letzten Moment wurde die Notbremse gezogen bevor der Zug mit Volldampf in den Sackbahnhof gerast wäre. Dieses geplante Gremium könnte nur menschlichen Rechtes sein und kann also prinzipiell nicht das sakramentale Amt des Bischofs, der Presbyter/Priester und Diakone aushebeln.

Die hierarchische Verfassung der Kirche ist göttlichen Rechtes. Mit einer katholischen Hermeneutik kommt man zur Einsicht in das Mysterium der Kirche sowohl in ihrem Wesen und ihrer geschichtlichen Entfaltung. Der biblische und dogmengeschichtliche und lehramtliche Befund wird im Licht der Selbstmitteilung Gottes in Christus richtig und vollständig gedeutet im Licht des Heiligen Geistes. Das alles kann man in „Lumen gentium“ leicht studieren, weil diese Dogmatische Konstitution eine Summe der neuzeitlichen Ekklesiologie ist, ohne den vermessenen Anspruch, das Geheimnis der Kirche des dreifaltigen Gottes auszuschöpfen oder in das Zwangskorsett eines Begriffssystems einzuzwängen oder die Kirche gar nach einer profanen und paganen Ideologie umzuformen.


Die Kirche Gottes ist vielmehr Zeichen und Werkzeug der innigsten Vereinigung der Menschen mit Gott und untereinander in der Liebe und nicht das von Menschen benutzte Instrument zur Promotion eines atheistischen Genderismus, Sexualismus, Wokismus, Transhumanismus oder der apokalyptischen Klimareligion.

Alle echten Anliegen dieser Bewegungen sind besser aufgehoben bei Gott, der alles durch sein Wort erschaffen hat und damit allem Geschaffenen von seinem Logos mitgeteilt hat und ihm eine echte Ursächlichkeit im Hinblick auf das natürliche und das übernatürliche Ziel von Mensch und Welt vermittelt hat.

kath.net: Auch die Kardinäle Schönborn und Kasper haben den Brief aus Rom begrüßt als letzte Warnung.

Kard Müller: Deren Stimme kann man von deutsch-synodaler Seite nicht so leicht als konservativ-rechts oder gar als Papst-Franziskus-feindlich framen und damit neutralisieren, ohne sich – in der eigenen ideologischen Blase – in Widerspruch zu setzen zu deren früheren Vereinnahmung als Kronzeugen in Sachen Kommunion für Katholiken in irregulären Partnerschaften.

Wo die Einheit mit dem Nachfolger Petri in der geoffenbarten Glaubens- und Sittenlehre und der sakramentalen Verfassung der Kirche in der apostolischen Nachfolge der Bischöfe verlassen wird, ist die rote Linie zu Schisma und Häresie überschritten.

Hier geht es nicht mehr darum, im Gespräch Missverständnisse zu überwinden, sondern den Missbrauch des Bischofsamtes abzustellen. Denn die Deutsche Bischofskonferenz hat keine Vollmacht ihre Diözesen von der Einheit mit dem Papst und der katholischen Kirche wegzureißen.

kath.net: Was ist zu tun?

Kard. Müller: Die Verantwortlichen für diese größte menschengemachte Krise der katholischen Kirche in Deutschland seit der protestantischen Reformation und der Säkularisation sollten sich einer apostolischen Visitation stellen. Alle haben zu lernen, dass die Kirche Jesu Christi nur mit theologischen Kategorien zu verstehen ist. Wer sie soziologistisch zu einer innerweltlichen NGO herunterzubrechen versucht oder meint menschenfreundlich zu sein, wenn er in sexualpsychologischer Reduktion den Menschen zu einem Triebwesen degradiert, der wird nicht als ein Reformer, sondern als ein Ruinierer in die Kirchengeschichte eingehen.

Die Apostel und somit die Bischöfe sind von Christus gesandt in die Welt, um allen Menschen das Evangelium zu verkünden. Das ist ihre gemeinsame Aufgabe und ihr synodaler Weg (syn-hodos). Das Gebaren als Kirchenfürsten und in moderner Version als Kirchenfunktionäre war immer die schwerste Versündigung an der Glaubwürdigkeit ihres Zeugnisses für Christus, den Retter der ganzen Welt und keineswegs nur ihrer Teilaspekte wie das Klima.

Die Bischöfe und Priester sind als Diener des Wortes Gottes Verkünder des Evangeliums vom Heiligen Geist als Hirten für die Kirche Gottes eingesetzt, die er sich durch das Blut seines Sohnes erworben hat (Apg 20, 28). Die Verweltlichung der Kirche gereichte ihr immer zum Schaden, die Verkündung des Evangeliums war und ist immer ihr Glück und das Heil für die Welt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Wir machen da was mit Medien
  2. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  3. Die Ehe: Lebens- und Liebesgemeinschaft - Die Familie: Grundlage der Gesellschaft
  4. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  5. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  6. Spanischer Nationaltrainer legt WM-Pokal der berühmten Marienstatue in Saragossa zu Füßen
  7. Der Rosenkranz als Schule der Christusbetrachtung
  8. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  9. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  12. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  13. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  14. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  15. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz