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Ungarn: Vatikan war an Begnadigungsaffäre nicht beteiligt

13. Februar 2024 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Präsidentin Novak hatte einen Mann begnadigt, der wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verurteilt worden war - Am 10. Februar erklärte Novak ihren Rücktritt als Staatspräsidentin


Budapest/Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan war nach Angaben der ungarischen Regierung nicht an der Begnadigungs-Affäre beteiligt, die zum Rücktritt der ungarischen Präsidentin Katalin Novak (Archivfoto) geführt hat. Der für internationale Kommunikation zuständige Staatssekretär Zoltan Kovacs teilte am Montag Kathpress auf Anfrage mit, das ungarische Staatsoberhaupt habe über die Begnadigung entschieden, ohne darüber mit dem Heiligen Stuhl oder dem Papst zu kommunizieren.

Wörtlich erklärte Kovacs: "Die Präsidenten der ungarischen Republik machen von Zeit zu Zeit von ihrem Begnadigungsrecht Gebrauch, oft zu besonderen Anlässen oder Feiertagen. Der Besuch von Papst Franziskus im April 2023 war ein solcher Anlass."


Auf die Frage, ob es wegen der Namen der zu begnadigenden Personen einen Austausch mit dem Vatikan gegeben habe, erklärte der Staatssekretär, dass Staatsoberhäupter in "Begnadigungsfällen selbstständig entscheiden, ohne mit Außenstehenden wie etwa dem Heiligen Stuhl oder dem Papst darüber zu kommunizieren. Dies war natürlich auch der Fall in Ungarn."

Novak hatte im April 2023 anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in Ungarn den stellvertretenden Direktor eines Waisenhauses teilweise begnadigt. Der Mann war in Ungarn verurteilt worden, weil er an der Vertuschung von Missbrauchsfällen in dem Heim beteiligt war. Der Heimleiter wurde damals wegen aktiver Beteiligung am Missbrauch zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, sein Stellvertreter wegen Vertuschung zu drei Jahren und vier Monaten.

Diese Haftstrafe war durch die Begnadigung um neun Monate verkürzt worden. Die Nachricht von der Begnadigung des Stellvertreters löste in den vergangenen Monaten eine Empörungswelle in ungarischen Medien aus. Am 10. Februar erklärte Novak ihren Rücktritt als Staatspräsidentin.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Everard 14. Februar 2024 
 

Nowak kann das nicht

einfach als "Fehler" abtun. Es war von Anfang an klar wem sie da pardoniert. Eine echte Entschuldigung war dies deswegen gewiss nicht.


1
 
 heikostir 14. Februar 2024 
 

@Chris2

Wer meint, dass die kirchenpolitische Ausrichtung von Priester ausschlaggebend beim Thema sexueller Missbrauch von Kindern ist, ist leider auf dem Holzweg. Sexuellen Missbrauch gibt es sowohl bei den sog. Progressiven wie auch bei sog. Konservativen und auch bei sog. Traditionalisten.

Bei diesem wichtigen Thema sollte mit Blick auf die Opfer auf kirchenpolitische Spielchen verzichtet werden.


3
 
 gianna 13. Februar 2024 
 

Mutig, öffentlich Fehler zu bekennen

Was für eine vorbildhafte Entscheidung von Präsidentin Katalin Novák, zurückzutreten und sich für ihre Fehlentscheidung zu entschuldigen! In Ungarn werden Kinder schon im Kindergarten vor Frühsexualisierung geschützt. Da kann Westeuropa noch vieles lernen!


2
 
 Chris2 13. Februar 2024 
 

Erschreckend, dass man überhaupt auf die Idee kommen kann,

der Vatikan könnte an der Entscheidung beteiligt gewesen sein. Noch unter den großen Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hätten selbst deren ärgste Feinde keine solchen Unterstellungen gewagt, weil niemand das für denkbar gehalten hätte. Doch in einem Pontifikat, dass ausgerechnet nach der Aufdeckung weltweit begangener Sexualdelikte an fast ausschließlich Buben Homo-Netzwerke in der Kirche nicht nur nicht zerschlägt, sondern diese (oder zumindest Unterstützer-Netzwerke) durch entsprechende Personalentscheidungen sogar noch ausbaut, ist leider nichts mehr undenkbar. Dazu würde passen, dass der Vorgesetzte des jetzt begnadigten Mannes (der dessen Taten deckte) sich ebenfalls an Buben vergangen hatte.
Ich kenne zig glaubenstreue Priester näher, von denen kein einziger sich jemals auch nur ansatzweise seltsam verhalten hat. Unter den wenigen "Progressiven" kam einer wegen Kindesmissbrauchs in Haft und ein anderer klatschte einer etwa 18-Jährigen auf den Oberschenkel.


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