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Vatikanerklärung: Bei Taufe und Hochzeit kommt es auf jedes Wort an

3. Februar 2024 in Aktuelles, 99 Lesermeinungen
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Kardinal Fernandez in Erklärung: "Die Form oder die Materie eines Sakraments zu ändern, ist immer ein schwerwiegender, unerlaubter Akt" - Abänderungen wie "Im Namen des Vaters und der Mutter... taufen wir dich" führten zu ungültigen Taufen"


Rom (kath.net/KAP/red) Der Vatikan pocht bei Taufen, Firmungen und Hochzeiten auf die strikte Einhaltung der kirchlichen Vorschriften. "Die Form oder die Materie eines Sakraments zu ändern, ist immer ein schwerwiegender, unerlaubter Akt", schreibt der Präfekt der Glaubensbehörde, Kardinal Victor Fernandez, in einer am Samstag veröffentlichten verbindlichen Erklärung. Solche Handlungen verdienten eine exemplarische Strafe, weil derartige willkürliche Gesten dem Volk Gottes schweren Schaden zufügen könnten. Fernandez' Vermerk mit dem Titel "Gestis verbisque" ("Durch Gesten und Worte") bezieht sich auf alle Sakramente der katholischen Kirche.

Dazu gehören Taufe, Firmung, Eucharistiefeier, Beichte, Eheschließung, Krankensalbung sowie Diakonen-, Priester- und Bischofsweihen. Der Text wurde von der Vollversammlung der vatikanischen Glaubensbehörde beschlossen und von Papst Franziskus genehmigt. Schon mehrfach habe sein Dikasterium Zweifel an der Gültigkeit von Sakramenten beilegen müssen, schreibt der Präfekt. Manchmal habe die Behörde aber auch eine "schmerzhafte negative Antwort" erteilt: Die Gläubigen seien in diesen Fällen "um das beraubt worden, was ihnen zusteht". Als Beispiel nannte Fernandez die vorgeschriebene Taufformel "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes".


Abänderungen wie etwa "Im Namen des Vaters und der Mutter... taufen wir dich" führten zu ungültigen Taufen, die wiederholt werden müssten. Vor zwei Jahren legte im US-Bundesstaat Arizona ein Priester sein Amt nieder, nachdem herausgekommen war, dass er zwei Jahrzehnte lang "Wir taufen dich" statt "Ich taufe dich" gesagt hatte. Die von ihm vorgenommenen, ungültigen Taufen - mehrere Tausend - mussten nachgeholt werden.

Die Gläubigen hätten das Recht, die Sakramente so zu empfangen, wie es die Kirche vorsehe, betont Fernandez in "Gestis verbisque". Die Kirche sei nicht das Eigentum der Priester und auch die Sakramente gehörten ihnen nicht, sondern seien ihnen nur anvertraut. Zwar hätten Geistliche etwa bei der Feier von Gottesdiensten einen gewissen Spielraum. Bei den Sakramenten müssten jedoch in jedem Fall die Vorschriften zu "Materie und Form" eingehalten werden.

Mit "Materie" ist zum Beispiel die Verwendung von Wasser bei einer Taufe und von Brot und Wein bei einer Eucharistiefeier in der Messe gemeint. "Form" bezeichnet den Wortlaut bei der Sakramentenspendung, etwa die Taufformel "Ich taufe dich...".

Bei einer Papst-Audienz der Vollversammlung der Glaubensbehörde am 26. Januar habe Franziskus zur Sorgfalt im Umgang mit den Sakramenten ermahnt, schreibt Fernandez weiter. Das Kirchenoberhaupt habe dazu aufgerufen, die Schönheit und rettende Kraft der Sakramente zu lieben und lieben zu machen.


 

Ein  HINWEIS: Ursprünglich wurde hier von der KATHPRESS folgende Falschübersetzung verbreitet: "Die Form oder den Stoff eines Sakraments zu ändern, ist immer ein schwerwiegender, unerlaubter Akt" -  Richtig ist natürlich:  "Die Form oder die Materie eines Sakraments zu ändern, ist immer ein schwerwiegender, unerlaubter Akt" - DANKE an unsere Leser für den HINWEIS!

 

VIDEO - Predigt - Pfr. Roger Ibounigg - Maria Lichtmess - Ende der Weihnachtszeit

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