Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  4. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  5. Kirche im Verfall
  6. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  7. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  8. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  9. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  10. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  11. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  12. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. THESE: Warum die UNO weg muss!
  15. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“

Der unbeachtete Bürgerkrieg in Myanmar

30. Jänner 2024 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Weltweit werden mehr als 250 Millionen Christen verfolgt – Die Liste der Länder ist lang, das Leiden seit Jahren gross, das Medienecho klein - Neustes Beispiel: Myanmar (ehemals Birma). Gastbeitrag von Giuseppe Gracia


Chur (kath.net) Abseits der Aufmerksamkeit westlicher Medien und Politiker wütet in Myanmar seit Jahrzehnten ein Bürgerkrieg, angeheizt durch den buddhistischen Nationalismus einer brutalen Militärelite. Die Folgen sind für die christliche Minderheit im Land verheerend.

Die Gewalt gegen christliche Gemeinschaften hat massiv zugenommen, seit Myanmars nationalistisches Regime die hybride Regierungsvereinbarung mit den demokratischen Kräften der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi beendet hat. Seither herrscht Krieg gegen die pro-demokratische Bewegung und gegen die ethnischen und religiösen Minderheiten im Land. Seit längerem versucht man, die nationale Einheit auf der Grundlage der Vorherrschaft der burmesischen Ethnie und des Buddhismus durchzusetzen, gegen die Minderheiten, die rund einen Drittel der Bevölkerung ausmachen, 6% davon Christen. Diese sind, wie auch der muslimische Stamm der Rohingya, grausamen Säuberungsaktionen ausgesetzt. Das treibt die Menschen in den Busch, in ein Flüchtlingslager oder in Siedlungen der Nachbarländer Thailand, Bangladesch und Indien. Dort gibt es wenig Nahrungsmittel und Gesundheitsdienste, auch keine Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Myanmars Militärmachthaber sind bestrebt, die ethnisch und religiös Unerwünschten verarmt, unterentwickelt und machtlos zu halten.


Die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) organisiert vor Ort Nothilfeprogramme für Binnenflüchtlinge, auch Bildungsprogramme, und informiert Politik und Medien regelmässig über die aktuelle Lage. Doch auch in der Schweiz stösst das Drama in Myanmar auf wenig Interesse. Was ist der Grund?

Es hat damit zu tun, dass die Narrative und Prioritäten vieler Medien den geopolitischen Interessen der westlichen Grossmächte und ihrer PR-Strategien folgen. Vor diesem Hintergrund besteht mehr Interesse am Krieg in der Ukraine, an den Spannungen zwischen dem Westen einerseits und Russland und China andererseits, oder am Krieg zwischen Israel und der Hamas. Neben Myanmar bleibt überhaupt die Christenverfolgung ein Randthema.

Das Christentum wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert in das heutige Gebiet von Myanmar gebracht, von katholischen Priestern aus Portugal, im 19. Jahrhundert gefolgt von weiteren Missionaren aus Europa und den USA, unter dem Schutz der britischen Kolonialherren. Ein Schutz, der von der birmanisch-buddhistischen Elite missbilligt und nach der Unabhängigkeit im Jahr 1948 bekämpft wurde. Entstanden ist eine Militärdiktatur, welche die Missionare und Christen im Land verfolgte. Dies dauert bis heute an und hat sich 2021 verschärft, mit dem Zusammenbruch der gemischten Militär- und Zivilregierung. Allein aus der Region Sagaing, wo Hunderte von Dörfern ganz oder teilweise zerstört wurden, wurden letztes Jahr 816‘500 Frauen, Kinder und Männer vertrieben oder getötet.

Dennoch ist die Lage nicht hoffnungslos, aufgrund geoplitischer Veränderungen. 2023 haben China und die Vereinigten Staaten hinter den Kulissen zusammengearbeitet, um Druck auf die Militärdiktatur Myanmars auszuüben. Man möchte eine Koalition aus ethnischen Minderheiten und pro-demokratischen Birmanen. Die Grossmächte sind am Frieden interessiert, weil sie Wirtschaftswachstum brauchen und der Bürgerkrieg dies verhindert. Deutschland, als Teil der von den USA geführten westlichen Allianz, handelt ebenfalls im Einklang mit Washington, um die Militärdiktatur zu Verhandlungen mit der inländischen Opposition zu zwingen.

Es ist möglich, dass die Militärmachthaber die Opposition nicht nur zu Verhandlungen auffordern, wie sie dies bisher ohne ernsthafte Absicht taten, sondern dass sie wirklich in einen Dialog treten, damit die Anliegen der Minderheiten und der pro-demokratischen Gruppen Gehör finden. Mit dem Ausschluss Myanmars von der Führung des regionalen ASEAN-Blocks im Jahr 2026 sendet die internationale Gemeinschaft inzwischen eine klare Botschaft. Der internationale Druck muss erhöht werden, soll sich die Situation für die Hunderttausenden von Verfolgten und Unterdrückten verbessern. Dazu braucht es dringend auch ein grössere, lautere Öffentlichkeit.

Quelle: https://www.csi-schweiz.ch/projekte/myanmar/


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  9. Kirche im Verfall
  10. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  11. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  12. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  13. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  14. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  15. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz