Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  2. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  3. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  4. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  5. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  8. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  9. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  10. Weißes Haus: FBI untersucht auf „Inlandsterrorismus und Hasskriminalität gegen Katholiken“
  11. Australien wirf Iran Steuerung von antisemitischen Terroranschlägen vor
  12. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"
  13. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  14. "Ohne ihr heldenhaftes Handeln hätte es deutlich schlimmer kommen können"
  15. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge

Bei der "Alten Messe" endet der 'synodale Stil' des Papstes

3. Oktober 2023 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Dogmatiker Tück übt deutliche Kritik an Franziskus: Papst verlangt von Weltkirche Synodalität, agiert aber selbst nicht synodal - Die Dauer-Schelte gegen Klerikalismus sei für viele Priester nicht gerade motivierend.


Zürich/Wien  (kath.net/KAP) Papst Franziskus lässt sich vor dem Beginn der Bischofssynode in Rom bei den heiklen Fragen nicht in die Karten schauen. Das schreibt der Wiener katholische Theologe Jan-Heiner Tück in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) am Dienstag. "Was manche als Wankelmütigkeit bemängeln, kann gezielte Strategie sein, Gesprächsprozesse anzustoßen", so der Professor am Institut für Systematische Theologie der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät. Damit bleibe der Synodale Prozess, der das wichtigste Vermächtnis von Franziskus bleiben dürfte, ein Großereignis mit offenem Ausgang. Papst Franziskus deute in heiklen Fragen Zugeständnisse an, "aber drückt sich um Entscheidungen", kritisierte Tück.

Die "päpstliche Wankelmütigkeit" macht der Theologe u.a. an den Themen des Frauenpriestertums und der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare fest. So fördere Franziskus einerseits die weibliche Präsenz in der Kirche, indem er in der Kurie Spitzenposten mit Frauen besetzt oder weibliche Mitglieder in die Bischofssynode beruft. Zugleich bejahe er die lehramtliche Punktsetzung, die Johannes Paul II. mit dem Verbot der Frauenordination vorgenommen hat.

Ähnlich doppelgleisig optiere Franziskus im Umgang mit gleichgeschlechtlichen und LGBTQ-Personen. Die "päpstlichen Charmeoffensiven" weckten Erwartungen. Zugleich soll die Lehre unverändert bleiben, es gehe lediglich um eine neue pastorale Kultur.

Papst Franziskus werbe für eine Kirche der Inklusion und fördere einen synodalen Stil, ohne dass er sich selbst immer synodal verhalten würde, kritisierte Tück: "Seine Vision einer offenen Kirche hat Grenzen, wenn es um die Liebhaber der alten Messe geht, deren liturgischen Spielraum er scharf eingegrenzt hat." Auch die Dauer-Schelte gegen Klerikalismus sei für viele Priester nicht gerade motivierend. Inklusionsskeptiker, die die Vision einer alle einladenden Kirche infrage stellten und an die unterscheidende Kraft des Evangeliums erinnerten, würden von Franziskus kaum konsultiert.

Erst am Dienstag hatte der Vatikan Antworten von Papst Franziskus an fünf konservative Kardinäle veröffentlicht, die ihn zu einer Klärung von strittigen Fragen des katholischen Glaubens aufgefordert hatten, darunter auch jene nach Segnungen homosexueller Partnerschaften. Demnach lehnt der Papst solche Segnungen nicht gänzlich ab, er appelliert an Feingefühl und Klugheit in der Seelsorge. Wer um einen Segen bitte, drücke damit eine Bitte um Hilfe von Gott aus, eine Bitte um eine bessere Lebensweise, ein Vertrauen in einen Vater, der helfen könne, besser zu leben, so Franziskus.

Der Wiener Theologe Tück mahnte ein, bei der Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die "Spaltungsträchtigkeit solcher Forderungen" zu beachten. "Was in Westeuropa auch unter Katholiken mehrheitlich begrüßt wird, ist in anderen Regionen der Weltkirche tabu", schrieb der Dogmatik-Professor. So sei die Forderung eine, "welche die anglikanische Kirche gerade zerreißt".

Ohne Zweifel sei die Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare umstritten, so Tück. "Reformwillige Kräfte fordern sie, konservative Stimmen lehnen sie ab." Sünde lasse sich nicht segnen, so das Argument letzterer Gruppe. Der Katechismus der katholischen Kirche verwirft die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Personen, qualifiziert aber homosexuelle Handlungen als Sünde. Reformer hingegen sähen allerdings selbst in der Segnung eine Form der Diskriminierung. Sie fordern die sakramentale Ehe für alle.

Zur Frage der Beteiligung von Laien an der Leitung der Kirche, ein weiteres wichtiges Anliegen reformatorischer Kräfte, habe der Papst bereits in seinem Umgang mit Forderungen des deutschen "Synodalen Wegs" rote Linien aufgezeigt, so Tück. Als Kompromiss könne gewertet werden, dass Franziskus 80 Nichtbischöfe, darunter Frauen, als stimmberechtigte Mitglieder in die Bischofssynode berufen hat. "Neben Synodenvätern gibt es jetzt Synodenmütter - ein Zeichen des Entgegenkommens, auch wenn klar ist, dass der Papst sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lässt."

Franziskus sei überzeugt, dass der Heilige Geist sich als der "eigentliche Protagonist der Synode" durchsetzen und als "Knotenlöser" in verfahrenen Situationen wirken könne. Im synodalen Prozess, der in Phasen der Stille zwischen wichtigen und weniger wichtigen Stimmen unterscheiden soll, werde sich der richtige Weg schon herauskristallisieren.

Synodale Gespräche führten nur weiter, wenn man bereit sei, das "Wahrheitsmoment des anderen" zu würdigen, zeigte sich Tück überzeugt, "gerade dann, wenn er anders denkt als man selbst". Dennoch würden dialogstrategische Empfehlungen an Grenzen stoßen, wenn inhaltlich gegensätzliche Optionen im Raum stünden, die eine Entscheidung verlangten. "Auch unbequeme Entscheidungen können am Ende besser sein als gar keine", so der Wiener Theologe.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  6. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  7. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  8. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  9. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  10. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  11. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln
  12. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  13. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  14. Ökumenische Begegnungen zwischen Rom und Konstantinopel
  15. Polen: Tschenstochau feiert "Schwarze Madonna" mit Friedensappell

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz