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Reaktionen Schweizer Bischöfe nach Vertuschungsbericht

14. September 2023 in Schweiz, 6 Lesermeinungen
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Auch der Vatikan hat seine Ermittlungen begonnen - Abt der Territorialabtei St. Maurice, Jean César Scarcella, bekannte sich öffentlich dazu, dass gegen ihn Ermittlungen wegen Missbrauch geführt werden.


St. Gallen/Sitten/St. Maurice (kath.net/ sb)

Am Tag nach der Vorstellung der grossangelegten Missbrauchsstudie im Umfeld der römisch-katholischen Kirche der Schweiz mit mehr als 1000 aufgefundenen Missbrauchsfällen haben verschiedene Bischöfe am Mittwoch Stellung genommen. Der Bischof von St. Gallen Markus Büchel anerkannte seine Schuld in einem Fall nicht die nötigen Schritte eingeleitet zu haben und entschuldigte sich öffentlich. Er nahm an, dass der Fall eines mit Missbrauch konfrontierten Priesters in der Zeit seines Vorgängers abgeschlossen sei. Die Empfehlungen des Fachgremiums des Bistums gegen sexuelle Übergriffe wurden von der Bistumsleitung damals ignoriert. Der Priester ist noch heute in der Seelsorge tätig. Er tönte an, sollte sich herausstellen, dass er seinen Pflichten nicht nachgekommen sei, würde er seinen Rücktritt anbieten.


Änhlich tönt es vom Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey.  Er bezieht sich auf die Anklage beim Dikasterium der Bischöfe im Vatikan wegen Vertuschung. Der Heilige Stuhl hat bereits Ermittlungen angeordnet durch den Bischof von Chur, Joseph Maria Bonnemain. Sollte sich der Verdacht erhärten, würde er sein Amt ruhen lassen und zurücktreten, liess Lovey am Mittwoch ausrichten. Der Vorwurf der systematischen Aktenvernichtung steht ausserdem im Raum.

Der Abt der Territorialabtei St. Maurice, Jean César Scarcella, bekannte sich gestern öffentlich dazu, dass gegen ihn Ermittlungen wegen Missbrauch geführt werden durch den apostolischen Sonderermittler Bonnemain. Deshalb lässt er sein Amt per sofort ruhen. Er kooperiere mit Bonnemain vollumgänglich, liess er am Mittwoch mitteilen.

Gegen Bischof Gmür laufen bereits seit Wochen Ermittlungen in einem Fall von Vertuschung. Und der Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg und Neuenburg sagte aus, dass er einen Rücktritt nicht ausschliesse, sollte er grosse Fehler gemacht haben. Er äusserte sich aber nicht zu den Vorwürfen, dass er bei Missbrauchsvorwürfen als Bischof nicht eingeschritten sei.

Weitere kath.net-Beiträge zum Thema:

Studie: Mindestens 921 Missbrauchsopfer in katholischer Kirche der Schweiz

Tohuwabohu in der katholischen Kirche der Schweiz: Ermittlungen gegen sechs Bischöfe!


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