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Lauda, Sion, Salvatorem…!

8. Juni 2023 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Es besteht also eine ganz enge Beziehung zwischen der Eucharistiefeier und der Verkündigung Christi. - Gedanken des Hl. Johannes Paul II. zu Fronleichnam


Rom (kath.net)

1. »Sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn bis er kommt« (1 Kor 11,26).

Mit diesen Worten erinnert der hl. Paulus die Christen von Korinth daran, daß das »Herrenmahl « nicht nur eine Mahlgemeinschaft, sondern auch – und vor allem – das Gedächtnis des Erlösungsopfers Christi ist. Wer daran teilnimmt, so erklärt der Apostel, vereint sich mit dem Geheimnis des Todes des Herrn, ja, er wird dessen »Verkünder«.

Es besteht also eine ganz enge Beziehung zwischen der Eucharistiefeier und der Verkündigung Christi. Mit Ihm im Gedächtnis des Pascha- Geheimnisses in Gemeinschaft zu treten bedeutet zugleich, Sendboten des Ereignisses zu werden, das dieser Ritus gegenwärtig setzt; in gewisser Weise bedeutet es, dieses Ereignis mit jeder Epoche zeitgleich zu machen, bis der Herr kommen wird.

2. Liebe Brüder und Schwestern, wir erleben diese wunderbare Wirklichkeit am heutigen Hochfest des Leibes und Blutes Christi, an dem die Kirche nicht nur die Eucharistie feiert, sondern sie feierlich in Prozession trägt und öffentlich verkündet, daß das Opfer Christi zum Heil der ganzen Welt vollbracht wurde.


Dankbar für dieses unermeßliche Geschenk sammelt sie sich um das Allerheiligste Sakrament, weil es die Quelle und der Höhepunkt ihres Lebens und Handelns ist. »Ecclesia de Eucharistia vivit!« Die Kirche lebt von der Eucharistie, und sie weiß, daß diese Wahrheit nicht nur eine tägliche Glaubenserfahrung ausdrückt, sondern zusammenfassend den Kern des Geheimnisses enthält, das sie selbst ist (vgl. Enzyklika Ecclesia de Eucaristia, 1).

3. Seitdem die Kirche, das Volk des Neuen Bundes, am Pfingsttag »ihren Pilgerweg zur himmlischen Heimat begonnen hat, prägt dieses Göttliche Sakrament unaufhörlich ihre Tage und erfüllt sie mit vertrauensvoller Hoffnung« (ebd.). Von diesen Gedanken erfüllt, wollte ich der Eucharistie die erste Enzyklika des neuen Jahrtausends widmen, und mit Freude kündige ich jetzt ein besonderes »Jahr der Eucharistie« an. Es wird mit dem Eucharistischen Weltkongreß beginnen, der für die Zeit vom 10. bis 17. Oktober 2004 in Guadalajara (Mexiko) vorgesehen ist, und wird mit der nächsten Ordentlichen Versammlung der Bischofssynode enden, die im Vatikan vom 2. bis 29. Oktober 2005 stattfinden wird unter dem Thema: »Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche«.

Durch die Eucharistie wird die kirchliche Gemeinschaft aufgebaut zum neuen Jerusalem, dem Prinzip der Einheit in Christus zwischen verschiedenen Personen und Völkern.

4. »Gebt ihr ihnen zu essen« (Lk 9,13).

Der Abschnitt aus dem Evangelium, den wir soeben gehört haben, zeigt ein deutliches Bild der engen Verbindung, die zwischen der Eucharistie und dieser universalen Sendung der Kirche besteht. Christus, »das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist« (Joh 6,51; vgl. Ruf vor dem Evangelium), ist der einzige, der den Hunger des Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten der Erde stillen kann.

Er will es aber nicht allein tun und bezieht die Jünger mit ein, wie bei der wunderbaren Brotvermehrung: »Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete sie und brach sie: dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten« (Lk 9,16). Dieses Wunderzeichen ist Sinnbild für das größte Geheimnis der Liebe, das in der heiligen Messe jeden Tag erneuert wird: Durch die geweihten Amtsträger gibt Christus seinen Leib und sein Blut hin für das Leben der Menschheit. Und alle, die sich würdig an seinem Tisch nähren, werden lebendige Werkzeuge seiner Gegenwart der Liebe, der Barmherzigkeit und des Friedens.

5. »Lauda, Sion, Salvatorem…! Deinem Heiland, deinem Lehrer, deinem Hirten und Ernährer, Zion, stimm ein Loblied an.«

Mit innerer Ergriffenheit vernehmen wir im Herzen den Widerhall dieser Einladung zum Lobpreis und zur Freude. Am Ende der heiligen Messe tragen wir das Göttliche Sakrament in Prozession zur Basilika »Santa Maria Maggiore«. Wenn wir auf Maria schauen, werden wir die verwandelnde Kraft der Eucharistie besser erfassen. Und wenn wir auf Maria hören, werden wir im eucharistischen Geheimnis den Mut und die Kraft finden, Christus, dem guten Hirten, nachzufolgen und ihm in den Brüdern und Schwestern zu dienen. (Fronleichnam, 10. Juni 2004, Lateran)


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