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Der Geist: das Herz der Synodalität, der Antrieb der Evangelisierung

28. Mai 2023 in Aktuelles, 18 Lesermeinungen
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Franziskus: heute zeigt uns das Wort den Heiligen Geist in Aktion. Wir sehen ihn dreifach wirken: in der Welt, die er geschaffen hat, in der Kirche und in unseren Herzen. Machen wir den Heiligen Geist zum Prinzip und zur Mitte der synodalen Arbeit


Rom (kath.net) „Ohne den Geist ist die Kirche leblos, ist der Glaube nur eine Lehre, die Moral nur eine Pflicht, die Pastoral nur eine Arbeit. Mit ihm hingegen ist der Glaube Leben, die Liebe des Herrn erobert uns und die Hoffnung wird neu geboren. Machen wir den Heiligen Geist wieder zum Mittelpunkt der Kirche, ansonsten wird unser Herz nicht von der Liebe zu Jesus, sondern zu uns selbst entflammt“.

Papst Franziskus stand der heiligen Messe in der vatikanischen Basilika beim Papst-Altar über dem Petersgrab vor. Die Messe wurde von Kardinal João Braz de Aviz (Präfekt des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens) zelebriert. Vor dem Alleluja wurde die „Sequenz an den Heiligen Geist“ gesungen.

***

In der Welt

„Ein großer Kirchenvater, der heilige Basilius, schrieb: »Wenn man versucht, den Geist aus der Schöpfung zu entfernen, geraten alle Dinge durcheinander und ihr Leben erscheint ohne Gesetz und ohne Ordnung« (Spir., XVI,38). Das ist die Rolle des Geistes: Er ist derjenige, der am Anfang und zu allen Zeiten die geschaffene Wirklichkeit von der Unordnung zur Ordnung, von der Zerstreuung zur Zusammengehörigkeit, vom Durcheinander zum Einklang übergehen lässt. Er verleiht der Welt, mit einem Wort, Harmonie; »den Lauf der Zeiten leitet und das Antlitz der Erde erneuert« er auf diese Weise (Gaudium et spes, 26; Ps 104,30). Er erneuert die Erde, aber Vorsicht: nicht indem er die Wirklichkeit verändert, sondern indem er sie in Einklang bringt; das ist sein Stil, denn er ist in sich selbst Harmonie: Ipse harmonia est (vgl. BASILIUS, In Ps. 29,1).“

In der Kirche

Der Geist: „der nicht mit einem strukturierten Projekt beginnt, wie wir es tun würden, die wir uns dann oft in unseren eigenen Programmen verlieren; nein, er beginnt, indem er ohne unser Verdienst überreiche Gaben spendet“.

„Jeden Bruder und jede Schwester im Glauben als Teil desselben Leibes zu sehen, zu dem ich gehöre: Das ist der harmonische Blick des Geistes, das ist der Weg, den er uns weist!. Jeden Bruder und jede Schwester im Glauben als Teil desselben Leibes zu sehen, zu dem ich gehöre: Das ist der harmonische Blick des Geistes, das ist der Weg, den er uns weist!“.


„Und die laufende Synode ist – und muss – ein dem Geist gemäßer Weg sein: nicht ein Parlament, in dem es darum geht, Rechte und Bedürfnisse nach der Agenda der Welt einzufordern, nicht eine Gelegenheit, dorthin zu gelangen, wohin der Wind uns trägt, sondern eine Gelegenheit, um dem Wehen des Geistes zu folgen. Denn im Meer der Geschichte segelt die Kirche nur mit Ihm, der »die Seele der Kirche« ist (PAUL VI., Ansprache an das Kardinalskollegium anlässlich der Gratulation zum Namenstag, 21. Juni 1976), das Herz der Synodalität, der Antrieb der Evangelisierung“.

„Ja, um sich der Welt zu zeigen, hat er den Zeitpunkt und den Ort gewählt, wo alle zusammen waren. Um vom Geist erfüllt zu sein, muss das Volk Gottes also gemeinsam wandeln, eine Synode sein. So wird die Harmonie in der Kirche erneuert: indem wir gemeinsam gehen, mit dem Geist in der Mitte. Schaffen wir Harmonie in der Kirche!“

In unseren Herzen

„Wenn wir Harmonie wollen, müssen wir ihn suchen, keine weltlichen Lückenfüller. Lasst uns jeden Tag den Heiligen Geist anrufen, beginnen wir jeden Tag mit einem Gebet zu ihm, folgen wir ihm!“.

„Folge ich der Harmonie des Heiligen Geistes? Oder verfolge ich meine Projekte, meine Ideen, ohne mich von ihm formen zu lassen, ohne mich von ihm verwandeln zu lassen? Bin ich vorschnell im Beurteilen, zeige ich mit dem Finger auf andere und schlage ihnen die Türen vor der Nase zu, indem ich mich als Opfer von allen und allem betrachte? Oder nehme ich seine harmonische Schöpferkraft an, die „Gnade des Ganzen“, die er einhaucht, seine friedensstiftende Vergebung? Und vergebe ich meinerseits, fördere ich Versöhnung und schaffe ich Gemeinschaft?“.

„Wenn die Welt gespalten ist, wenn sich die Kirche polarisiert, wenn das Herz sich zersplittert, dann sollten wir keine Zeit damit verlieren, andere zu kritisieren und uns über uns selbst zu ärgern, sondern den Heiligen Geist anrufen.“

kath.net veröffentlicht die Predigt von Papst Franziskus zum Hochfest Pfingsten 2023

Das Wort Gottes zeigt uns heute den Heiligen Geist in Aktion. Wir sehen ihn dreifach wirken: in der Welt, die er geschaffen hat, in der Kirche und in unseren Herzen.

1. Zuallererst in der Welt, die er geschaffen hat, in der Schöpfung. Von Anfang an ist der Heilige Geist am Werk: »Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen«, haben wir im Psalm gebetet (104,30). Er ist in der Tat creator Spiritus (vgl. Augustinus, In Ps., XXXII,2,2), Schöpfergeist: So hat ihn die Kirche seit Jahrhunderten angerufen. Aber, so können wir uns fragen, was tut der Geist bei der Erschaffung der Welt? Wenn alles vom Vater ausgeht, wenn alles durch den Sohn geschaffen wird, was ist dann die besondere Rolle des Geistes? Ein großer Kirchenvater, der heilige Basilius, schrieb: »Wenn man versucht, den Geist aus der Schöpfung zu entfernen, geraten alle Dinge durcheinander und ihr Leben erscheint ohne Gesetz und ohne Ordnung« (Spir., XVI,38). Das ist die Rolle des Geistes: Er ist derjenige, der am Anfang und zu allen Zeiten die geschaffene Wirklichkeit von der Unordnung zur Ordnung, von der Zerstreuung zur Zusammengehörigkeit, vom Durcheinander zum Einklang übergehen lässt. Wir werden diese Art zu wirken immer im Leben der Kirche sehen. Er verleiht der Welt, mit einem Wort, Harmonie; »den Lauf der Zeiten leitet und das Antlitz der Erde erneuert« er auf diese Weise (Gaudium et spes, 26; Ps 104,30). Er erneuert die Erde, aber Vorsicht: nicht indem er die Wirklichkeit verändert, sondern indem er sie in Einklang bringt; das ist sein Stil, denn er ist in sich selbst Harmonie: Ipse harmonia est (vgl. Basilius, In Ps. 29,1), sagt ein Kirchenvater.

Es gibt heute in der Welt viel Zwietracht, viel Spaltung. Wir sind alle miteinander verbunden, und doch erfahren wir uns als voneinander getrennt, betäubt von Gleichgültigkeit und niedergedrückt von Einsamkeit. Viele Kriege, viele Konflikte: Das Böse, das der Mensch anrichten kann, scheint unglaublich! Doch in Wirklichkeit werden unsere Feindseligkeiten vom Geist der Spaltung genährt, vom Teufel, dessen Name so viel wie „Spalter“ bedeutet. Ja, der böse Geist, der »die ganze Welt verführt« (Offb 12,9) ist es, der unserem Bösen, unserem Zerbröckeln, vorausgeht und es übersteigt. Er erfreut sich an Gegnerschaft, an Ungerechtigkeit, an Verleumdung, das ist seine Freude. Und angesichts des Übels der Zwietracht sind unsere Bemühungen nicht ausreichend, um Harmonie zu schaffen. Deshalb gießt der Herr auf dem Höhepunkt des Pascha-Geschehens, auf dem Höhepunkt der Erlösung, seinen guten Geist über alles Geschaffene aus, den Heiligen Geist, der sich dem Geist der Trennung entgegenstellt, weil er die Harmonie ist, Geist der Einheit, der Frieden bringt. Rufen wir ihn jeden Tag auf unsere Welt herab, auf unser Leben und angesichts jeder Art von Spaltung!

2. Außer in der Schöpfung sehen wir ihn in der Kirche am Werk, beginnend mit dem Pfingsttag. Wir bemerken jedoch, dass der Geist die Kirche nicht damit beginnen lässt, dass er der Gemeinschaft Anweisungen und Normen gibt, sondern dass er auf jeden einzelnen Apostel herabkommt: Jeder empfängt besondere Gnaden und unterschiedliche Charismen. All diese Vielfalt unterschiedlicher Gaben könnte Verwirrung stiften, aber der Geist liebt es, wie bei der Schöpfung, gerade von der Vielfalt aus Harmonie zu schaffen. Seine Harmonie ist keine aufgezwungene und standardisierte Ordnung, nein, in der Kirche gibt es eine Ordnung, »die nach der Vielfalt der Gaben des Geistes geordnet ist« (Basilius, Spir., XVI,39). Zu Pfingsten kommt der Heilige Geist nämlich in vielen Feuerzungen herab: Er gibt jedem die Fähigkeit, andere Sprachen zu sprechen (vgl. Apg 2,4) und die eigene Sprache von den anderen gesprochen zu hören (vgl. Apg 2,6.11). Er schafft also nicht eine für alle gleiche Sprache, er löscht nicht die Unterschiede, die Kulturen aus, sondern harmonisiert alles, ohne zu standardisieren, ohne zu vereinheitlichen. Und das sollte uns zu denken geben in dieser Zeit, in der die Versuchung der Rückwärtsgewandtheit alles in Disziplinen zu standardisieren sucht, die nur Schein sind, ohne Inhalt. Bleiben wir bei diesem Aspekt, beim Geist, der nicht mit einem strukturierten Projekt beginnt, wie wir es tun würden, die wir uns dann oft in unseren eigenen Programmen verlieren; nein, er beginnt, indem er ohne unser Verdienst überreiche Gaben spendet. Zu Pfingsten, so betont der Text, »wurden [alle] vom Heiligen Geist erfüllt« (Apg 2,4). Alle sind erfüllt, so beginnt das Leben der Kirche: nicht mit einem präzisen und ausgearbeiteten Plan, sondern mit der Erfahrung ein und derselben Liebe Gottes. Der Geist schafft auf diese Weise Harmonie, er lädt uns ein, über seine Liebe und seine Gaben zu staunen, die in anderen vorhanden sind. Wie der heilige Paulus uns gesagt hat: »Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. [...] Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen« (1 Kor 12,4.13). Jeden Bruder und jede Schwester im Glauben als Teil desselben Leibes zu sehen, zu dem ich gehöre: Das ist der harmonische Blick des Geistes, das ist der Weg, den er uns weist!

Und die laufende Synode ist – und muss – ein dem Geist gemäßer Weg sein: nicht ein Parlament, in dem es darum geht, Rechte und Bedürfnisse nach der Agenda der Welt einzufordern, nicht eine Gelegenheit, dorthin zu gelangen, wohin der Wind uns trägt, sondern eine Gelegenheit, um dem Wehen des Geistes zu folgen. Denn im Meer der Geschichte segelt die Kirche nur mit Ihm, der »die Seele der Kirche« ist (Paul VI., Ansprache an das Kardinalskollegium anlässlich der Gratulation zum Namenstag, 21. Juni 1976), das Herz der Synodalität, der Antrieb der Evangelisierung. Ohne ihn ist die Kirche leblos, ist der Glaube nur eine Lehre, die Moral nur eine Pflicht, die Pastoral nur eine Arbeit. Manchmal hören wir sogenannte Denker, Theologen, die uns kalte Lehren vermitteln, die mathematisch zu sein scheinen, weil in ihnen der Geist fehlt. Mit ihm hingegen ist der Glaube Leben, die Liebe des Herrn erobert uns und die Hoffnung wird neu geboren. Machen wir den Heiligen Geist wieder zum Mittelpunkt der Kirche, ansonsten wird unser Herz nicht von der Liebe zu Jesus, sondern zu uns selbst entflammt. Machen wir den Heiligen Geist zum Prinzip und zur Mitte der synodalen Arbeit. Denn „vor allem ihn braucht die Kirche heute! Sagen wir also jeden Tag zu Ihm: Komm!“ (vgl. Ders., Generalaudienz, 29. November 1972). Und lasst uns gemeinsam gehen, denn der Geist kommt, wie zu Pfingsten, besonders dann herab, wenn „alle zusammen sind“ (vgl. Apg 2,1). Ja, um sich der Welt zu zeigen, hat er den Zeitpunkt und den Ort gewählt, wo alle zusammen waren. Um vom Geist erfüllt zu sein, muss das Volk Gottes also gemeinsam wandeln, eine Synode sein. So wird die Harmonie in der Kirche erneuert: indem wir gemeinsam gehen, mit dem Geist in der Mitte. Brüder und Schwestern, schaffen wir Harmonie in der Kirche!

3. Schließlich bewirkt der Geist Harmonie in unseren Herzen. Wir sehen das im Evangelium, wo Jesus am Osterabend die Jünger anhaucht und sagt: »Empfangt den Heiligen Geist« (Joh 20,22). Er schenkt ihn zu einem ganz bestimmten Zweck: um die Sünden zu vergeben, das heißt, um die Gemüter zu versöhnen, um die Herzen in Einklang zu bringen, die durch das Böse zerrissen, durch Wunden gebrochen und durch Schuldgefühle zerrüttet sind. Nur der Geist bringt wieder Einklang ins Herz, denn er ist es, der die »Vertrautheit mit Gott« bewirkt (Basilius, Spir., XIX,49). Wenn wir Harmonie wollen, müssen wir ihn suchen, keine weltlichen Lückenfüller. Lasst uns jeden Tag den Heiligen Geist anrufen, beginnen wir jeden Tag mit einem Gebet zu ihm, folgen wir ihm!

Und heute, an seinem Fest, wollen wir uns fragen: Folge ich der Harmonie des Heiligen Geistes? Oder verfolge ich meine Projekte, meine Ideen, ohne mich von ihm formen zu lassen, ohne mich von ihm verwandeln zu lassen? Ist meine Art, den Glauben zu leben, folgsam gegenüber dem Geist oder ist stur? In starrer Weise an den Buchstaben festhaltend, an sogenannten Lehren, die bloß kalte Ausdrucksformen des Lebens sind? Bin ich vorschnell im Beurteilen, zeige ich mit dem Finger auf andere und schlage ihnen die Türen vor der Nase zu, indem ich mich als Opfer von allen und allem betrachte? Oder nehme ich seine harmonische Schöpferkraft an, nehme ich die „Gnade des Ganzen“ an, die er einhaucht, seine friedensstiftende Vergebung? Und vergebe ich meinerseits? Vergebung bedeutet, Platz zu schaffen, damit der Geist kommen kann. Fördere ich Versöhnung und schaffe ich Gemeinschaft oder suche ich immer, stecke meine Nase dort hinein, wo es Schwierigkeiten gibt, um zu stänkern, zu spalten, zu zerstören? Vergebe ich, fördere ich Versöhnung, schaffe ich Gemeinschaft? Wenn die Welt gespalten ist, wenn sich die Kirche polarisiert, wenn das Herz sich zersplittert, dann sollten wir keine Zeit damit verlieren, andere zu kritisieren und uns über uns selbst zu ärgern, sondern den Heiligen Geist anrufen: Er ist in der Lage, diese Dinge zu lösen.

Heiliger Geist, Geist Jesu und des Vaters, unerschöpfliche Quelle der Harmonie, dir vertrauen wir die Welt an, dir weihen wir die Kirche und unsere Herzen. Komm Schöpfergeist, Harmonie der Menschheit, erneuere das Antlitz der Erde. Komm, du Gabe aller Gaben, Harmonie der Kirche, lass uns in dir geeint sein. Komm Geist der Vergebung, Harmonie des Herzens, verwandle uns, durch Maria, so wie du es vermagst.

 


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Lesermeinungen

 SCHLEGL 1. Juni 2023 
 

@jakob19

Danke für die Ergänzung! Wir sollten eine Lobby gründen für die erneute Einführung der GRIECHISCHEN SPRACHE in der römischen Liturgie!
Da würden viele Tradis vermutlich in Ohnmacht fallen :-) !


3
 
 jakob19 31. Mai 2023 
 

Kleine Ergänzung zu Schlegl

Die Umstellung der Kirchensprache im 4. Jahrhundert von Griechisch auf Latein ist übrigens auf vehementen Widerstand der damaligen "Traditionalisten" gestoßen, zumal im Oströmischen Reich das Griechische geblieben ist.


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 jakob19 31. Mai 2023 
 

Christianisierung der Germanen

Die Germanen, die in den beiden römischen Provinzen im Rhein-Maingebiet gelebt haben, konnten wohl weitgehend alle Latein. Diese Sprache wurde auch an den Königspfalzenund vor allem in den Klöstern gelehrt und von dort gingen Missionare aus und haben die Germanen in ihrer Muttersprache missioniert. Das erste schriftliche Zeugnis ist der "Heliand". Hier handelt es sich um eine sehr sprachmächtige Übertragung der Evangelien angepasst an die Sitten und Werte der Germanen. Der Heliand entstand im 9. Jahrhundert im Klosterr Fulda im Auftragvon Ludwig dem Frommen, dem Sohn Karls des Großen. Er ist sehr lesenswert.


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 lesa 31. Mai 2023 

Auf die Stimme des Guten Hirten hören und IHM folgen ist die Hauptsache

@MsgreSchlegl: Es ist wirklich notwendig, dass es in der Kirche Gelehrte, Lehrer, Sprachkundige und all die entsprechenden gibt. Der Hl Paulus spricht von Charismen, Gnadengaben. Andererseits ist es eine Freude, zu sehen und zu hören, dass sogenannte "einfache" Gläubige, die nicht über Sprachenkenntnisse oder Theologische Ausbildung verfügen, den Katechismus verstehen und im Glaubenssinn der Getauften den Glauben oft tiefer erfassen, als so manche Universtitätsprofessoren unserer Tage. Das Wesentliche ist die Verbindung mit Christus im Gebet und die schlichte, treue Nachfolge im Alltag, wie ihn der Herr gefügt hat, das Hören auf Sein Wort und auf Seine Stimme.


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 lesa 31. Mai 2023 

Der Heilige Geist führt die Kirche

@MonsignoreSchlegl: Der Heilige Geist weiß mehr, als wir und wann "was dran ist". Jedenfalls: So schön es ist, das NT auf Griechisch zu lesen - dass das Latein eine eindeutige, klare liturgische Verständigung für die Kirche in aller Welt ermöglicht hat, wird wohl eine Wirkung des Heiligen Geistes sein. Beten wir fleißig: "Veni Creator Spiritus". Und (natürlich auf griechisch)"sei gegrüßt du Begnadete, der Herr ist mit dir"...


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 SCHLEGL 30. Mai 2023 
 

@lesa

Das ist beruhigend! Ich habe nämlich Kirchenbesucher gefragt, man ist ganz erstaunt, welche Antworten ich bekommen habe.
Aber: Wissen die meisten hier, dass in Rom bis ins 4. Jahrhundert (um 380 erfolgte unter Papst Damasus eine vorsichtige Änderung der Liturgiesprache in Richtung Latein!) die römische Liturgie in GRIECHISCH gefeiert wurde? Also könnten jetzt manche "Sprachbegeisterte" ebenso die Forderung stellen, die römische Liturgie auch in GRIECHISCH zu feiern, weil es fast 400 Jahre üblich war?


2
 
 lesa 30. Mai 2023 

Entschuldigung

@Monsignore Schlegl: "Nicht nur der gute Chris2, sondern auch nicht wenige andere User wissen leider nicht, dass das Neue Testament in Griechisch (Koine) verfasst ist". Diese Sorge ist wohl unberechtigt.
"Der gute Chris 2" weiß das sicher auch, dass das NT in Griechisch verfasst ist und (ich vermute es jedenfalls) die meisten user hier auch.


2
 
 SalvatoreMio 29. Mai 2023 
 

Altenglische christliche Poesie von "Cynewulf"

@Xaverflo: ganz besonders sei Ihnen gedankt. Ihr Link ist ja ein wahrer Schatz, für den man sich wirklich Zeit nehmen muss: Glaubensaussagen, vor über 1000 Jahren in Poesie gefasst.


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 Benno Faessler-Good 29. Mai 2023 
 

Die römischen Hilfstruppe - So konnte der Germane schnell zum Lateiner werden!

@Xaverflo

Ausserdem konnte der Germane in den römischen Hilfstruppen-Diensten das römische Bürgerrecht erwerben.

Ob die Germanen grosse Lust hatten Latein zu büffeln, wenn sie nicht mussten, bezweifle ich. Diese germanische Tradition mit der Unlust auf Latein ist bis heute noch rege erhalten geblieben.

Einen lateinischen Text lesen ist etwas anderes als einen lateinischen Text aus dem Stegreif ins Deutsche zu übersetzen oder umgekehrt.

Die germanische Elite war vermutlich in römischen Hilfsdiensten oft in der Reiterei anzutreffen.

Das Latein von Arminius war wohl perfekt, als er drei römischen Legionen im Teutoburger Wald eine Lektion erteilte.

Ich vermute, dass Otto Normal-Germane auf Latein keinen Wert legte!


1
 
 Xaverflo 29. Mai 2023 
 

@Benno-Faessler-Good: Sprachen..

In Britannien war die Christianisierung der Insel sehr wahrscheinlich der Beginn der englischen Dichtung überhaupt (siehe im Link das Gedicht "Ascension" von Cynewulf (6. Jh.?) in übertragener Form, das für meinen Geschmack eine unglaubliche Ausdruckskraft hat, mehr als das zu dem unsere heutigen (Kirchen-)Dichter noch imstande sind.

Bei den Germanen sollte man nicht unterschätzen, dass mit Rom sehr viel Handel getrieben wurde, auch dienten viele Germanen in den römischen Legionen. Ich meine in Worms in einem Museum christliche Grabsteine aus dem 4. Jh. gesehen zu haben, die in lateinisch geschrieben sind.

Mission ist das eine, die Verfügbarkeit möglichst im originalen Wortlaut ist das andere, deswegen sind die Texte in hebräisch, griechisch und lateinisch so wichtig. Gerade in der heutigen Zeit, wo mit der Sprache gezielt manipuliert wird, bin ich dankbar für jede Erläuterung auf Grundlage des originalen Textes.

oldenglishpoetry.camden.rutgers.edu/christ-ii/


1
 
 Benno Faessler-Good 29. Mai 2023 
 

"Der Geist des Herrn erfüllt das All, mit mit Sturm und Feuersgluten+

Dieses Lied passt hervorragend zu Pfingsten!

Das Pfingstwunder bewirkte, dass VIELE, aber nicht alle, an Pfingsten die "Frohe Botschaft" in ihrer Sprache verstehen konnten.

Dank oder wegen den Römerstrasse und der im Osten des römischen Reichens gesprochenen "Verkehrssprache" Koine verbreitete sich diese "Frohe Botschaft".

Diverse Quellen wurden zu Papyrus gebracht, damit diese Schriften kopiert und verbreitet werden konnten, in Koine Griechisch. Irgendwann bestand die Notwendigkeit, dass die unzähligen Schriften geordnet wurden. Es wurde festgelegt, welche Schriftquellen gültig waren und welche mehr oder weniger vorworfen wurden.

Ich frage mich, in welcher Sprache die Stämme der Germanen, inkl. der Alamannen, von der "Frohen Botschaft" ergriffen und getauft wurden.

Ich vermute, dass diese "Barbaren" aus der Sicht der Römer, kaum die lateinische Sprache beherrschten!


0
 
 Benno Faessler-Good 29. Mai 2023 
 

"Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis"


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 SCHLEGL 29. Mai 2023 
 

@Bennö Faessler -Gut 2.Versuch

Nicht nur der gute Chris2, sondern auch nicht wenige andere User wissen leider nicht, dass das Neue Testament in Griechisch (Koine) verfasst ist und, dass die Kirchensprache in Rom bis 380 (damals beauftragte Papst Damasus I de. heiligen Hieronymus mit der Übersetzung von AT u.NT ins Lateinische = Vulgata).
Die Liturgie ROMS war damals auch noch Griechisch, woran bis heute das KYRIE, ebenso am Karfreitag das Hagios ho Theos, und das rote Messgewand, dass ein † Papst trägt, erinnert, denn Rot ist die Totenfarbe der Byzantiner!


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 SCHLEGL 29. Mai 2023 
 

@ Benno Faessler-Good

Nicht nur der gute Chris2, sondern auch nicht wenige andere User wissen leider nicht, dass das Neue Testament in Griechisch (Koine) verfasst ist und, dass die Kirchensprache in Rom bis 380 (damals beauftragte Papst Damasus I de. heiligen Hieronymus mit der Übersetzung von AT u.NT ins Lateinische = Vulgata).
Die Liturgie ROMS war damals auch noch Griechisch, woran bis heute das KYRIE, ebenso am Karfreitag das Hagios ho Theos, und das rote Messgewand, dass ein † Papst trägt, erinnert, denn Rot ist die Totenfarbe der Byzantiner!


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 Benno Faessler-Good 29. Mai 2023 
 

In welcher Sprache wurde die "Heilige Schrift" geschrieben?

@Chris2

Zitat:

"Dieser Wille manifestierte sich in der Heiligen Schrift, insbesondere den Worten und Taten Jesu und in denen seiner Apostel."

In welcher Sprache verfasste Apostel Paulus seine zahlreichen Briefe an die Gemeinden? Verstanden die vom Apostel besuchten Gemeinden genügend Latein?

In welcher Sprache erinnerten sich die ersten Christen an das Leidern, Sterben und die Auferstehung von Jesus Christus?

Wie lange konnten aus den Papyrus-Rollen gelesen werden?

Wie oft wurden diese Papyrus-Rollen mit der "Frohen Botschaft sorgfältig kopiert und an neue Gemeinden weitergegeben werden? Gut möglich dass das Kopieren und Schreiben der "Frohen Botschaft" ähnlich strengen Regeln wie beim Schreiben der Tora-Rollen unterworfen waren!

Wann wurde Latein die Standardsprache der Kirche?


1
 
 SCHLEGL 29. Mai 2023 
 

@Chris2

Also Sie sind irgendwie auf den "außerordentlichen Ritus" fixiert! Natürlich ist dieser NICHTS SCHLIMMES, sonst hätte Papst Benedikt XVI in seiner Weisheit ihn nicht unter bestimmten Bedingungen zur Weiterverwendung zugelassen.
Ebenso aber, in den Formulierungen sogar deutlicher als im lateinischen Ritus, kommt der Heilige Geist in der byzantinischen Liturgie vor, übrigens auch in allen anderen ORIENTALISCHEN-Riten!
Den der Hl. Geist ist in SEELE der Kirche, er führt sie durch die Zeit und garantiert, dass sie nicht in die Irre geht.Formulierungen und äußere Gestalt von liturgischen Riten sind veränderbar, sonst gäbe es (auch in der katholischen Kirche) nicht insgesamt 12 verschiedener Riten, lateinische und orientalische).
Deren Verschiedenheit drückt dennoch die Einheit im Glauben aus und atmet den Geist der Inkulturation der verschiedenen Völker in ihrer Kultur und Sprache.


3
 
 lesa 29. Mai 2023 

Wenn ihr in meinem Wort bleibt, wird die Wahrheit euch frei machen (vgl Joh 8)

"Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. DANN werdet ihr die WAHRHEIT erkennen, und DIE WAHRHEIT wird euch FREI machen ... Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde" (vgl Joh 8, 31 -36)

Es ist also ganz klar, wo der Weg der Freiheit zu finden ist. Eine SYN-ODE, die andere Pfade beschreitet, marschiert schnurstracks ZURÜCK in die Slaverei und VER-LEITET andere in das Leben von Angst und Ketten, von Verdunkelung, Nacht und Tod.

Maria, die Braut des Heiligen Geistes, hat uns auf DIESEM WEG Christus, DEN WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN, das Heil der Welt geschenkt:

"Mir geschehe nach DEINEM WORT." (vgl Lk 1)


1
 
 Chris2 28. Mai 2023 
 

Der Heilige Geist

befähigt uns, wenn wir uns Gott in unserem freien Willen, mit unserem Herzen* und im Gebet hingeben, den Willen Gottes zu verstehen und zu erfüllen und nicht irrezugehen (vgl. all den Wahnsinn dieser Zeit). Dieser Wille manifestierte sich in der Heiligen Schrift, insbesondere den Worten und Taten Jesu und in denen seiner Apostel. Aber der Geist ist beständig, so, wie Gott es ist. Auch, wenn sich seelsorgliche Erfordernisse ändern, wird Gott nicht plötzlich das Gegenteil dessen von uns erwarten, was er 2000 Jahre lang erwartet hat oder was seine Kirche als verbindliche Lehre verkündet hat. Und auch die mindestens 400 Jahre, in Teilen über 1500 Jahre kaum verändert zelebrierte Hl. Messe der Kirche kann nicht plötzlich etwas "ganz Schlimmes" sein...
* damit ist nicht irgendein frommes Gefühl gemeint. Dies kann im Idealfall auch zum "Ja" des Freien Willens dazukommen, muss es aber nicht


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