Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  13. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  14. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  15. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark

Als Katharina von Siena auf dem Synodalen Weg

21. Februar 2023 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Katharina wäre vermutlich nicht zu haben für die synodalen Träume von einer Kirche, in der die Eucharistie zurückgestuft und in der Priester marginalisiert werden.“ Gastbeitrag von Bernhard Meuser/Neuer Anfang


Bonn-Augsburg (kath.net/Neuer Anfang) Ich stelle mir einmal vor, Katharina von Siena wäre eine Delegierte auf der letzten Vollversammlung des Synodalen Weges in Frankfurt, Anfang März. Wortmeldung: „Anders können wir das Heil nicht erlangen als durch den mystischen Leib der heiligen Kirche, dessen Haupt Christus ist und wir die Glieder.“ Gemurmel. Unterdrückte Buhrufe. Nächste Wortmeldung.

Hildegard von Bingen, Katherina von Siena, Franz von Assisi, Teresa von Avila – sie alle waren eine paradoxe Mischung aus schärfster Kleruskritik und höchster – also demütiger – Hochachtung vor dem Amt. „Diener der Sonne“, nennt Katharina die Priester. Und dann wieder sagt sie:

    „Legt Hand an, um den üblen Priestergeruch aus der Heiligen Kirche zu entfernen; reißt die übelriechenden Blumen aus, pflanzt duftende Blumen, tugendreiche Männer, die Gott fürchten“.

Katharina wäre vermutlich nicht zu haben für die synodalen Träume von einer Kirche, in der die Eucharistie zurückgestuft und in der Priester marginalisiert werden. Sie wollte Hirten, die mit ihrem Leben bezeugen, was in Vollmacht zu lehren ihnen von Christus aufgetragen wurde.


Sie wollte Hirten, die auf die gute Weide führen. Sie wäre entsetzt gewesen, hätte man ihr die Substitution des Hirtenamtes durch eine Hirtenräte-Republik vorgeschlagen.

Wer braucht schon Priester?

Was ist denn passiert, dass es so weit kam? Durch den Rückgang der Berufungen bei gleichzeitig steigenden Finanzquellen wuchs nach und nach eine Struktur, in der man eine „Kirche“ auch ohne die Instanz „Priester“ glaubte betreiben zu können. Theologenhirnschmalz wurde investiert, um zu zeigen, dass es ihn im Neuen Testament gar nicht gibt und man ihn eigentlich auch gar nicht gebraucht hätte und die Kirchengeschichte ganz anders gelaufen wäre ohne diese präpotenten, alten, weißen Männer.

Nicht zuletzt durch die Missbrauchskrise wurde das Amt (und damit die episkopal-sakramentale Struktur) sukzessive entkräftet und eine „demokratisch-gremiale“ Funktionärskirche machte sich breit, mit der es administrativ irgendwie weitergehen konnte mit der Mitglieder-Betreuung (was für eine Ekklesiologie, nebenbei bemerkt!). Aus dem Notbehelf wurde ein Ideal. Die laikale „Elite“ (Papst Franziskus) möchte jetzt auch formell die Macht übernehmen – und weil das mit der vernagelten Kurie in Rom nun mal nicht zu machen ist, gibt es die Frankfurter Verschwörung: eine Art von nationalkirchlichem Putsch.

Rom hat den Synodalen Rat in jeder Form mit bindender Gesetzeskraft verboten. Damit erübrigt sich auch der Synodale Ausschuss, dessen einziger Zweck in der Etablierung des Synodalen Rates bestand. Ich verstehe nicht, wie sich selbst sonst romtreue Leute zur Wahl für diesen organisierten Unfug aufstellen lassen. Wer mitmacht, ist Teil des kirchlichen Ungehorsams. Wieder höre ich Katharina von Siena, vielleicht, um unsere Lage nicht für historisch singulär zu halten:

    „Die Hirten tun, als sähen sie nichts. Weißt du warum? Weil die Wurzel der Eigensucht in ihnen lebendig ist …“

„Christi Braut ist bleich und entfärbt“

Manche sagen es ganz offen, „Wir hier in Limburg … (hier in Rottenburg, Mainz, Osnabrück, Essen etc. …) haben diese Struktur ja schon längst. Wir sind schon ´anders katholisch´, müssen es gar nicht erst noch werden.“ Darauf ist zu sagen: Ja, das wuchert schon lange … und hat die Kirchen geleert. Jeder kann sehen: Das ist „ohne Früchte“, deshalb wird alles Geld der Welt dieses Kirchenmodell auch in Zukunft nicht mit Erfolg krönen. Die Strukturen, die sie jetzt noch mal mit Betonfundamenten versehen möchten, stehen klirrend im Wind …

„Christi Braut ist bleich und entfärbt, weil ihr das Blut ausgesaugt wurde“ (Katharina von Siena). Die Erneuerung – so meine Einschätzung – wird von den non profit Laien kommen, von denen, die nicht um die Macht in den Pfarrbüros, den Vorsitz in den Gremien und das Sagen in den Ordinariaten kämpfen, sondern in ihren Wohnzimmern Weitergabe des Glaubens betreiben, Alpha-Kurse geben und Katechese übernehmen.

Katharina von Siena war übrigens demütig genug, ihre eigenen Sünden für mitursächlich an der Kirchenkatastrophe ihrer Zeit zu halten. Nur auf diesem Hintergrund hatte sie ein Recht zu fordern:

    „Es ist die Kirche bis zu den Fundamenten zu reinigen, wenn sie wieder blühen soll. Diese Grundreinigung und nichts anders sollen Sie erstreben.“

Bernhard Meuser ist Theologe, Publizist und renommierter Autor zahlreicher Bestseller (u.a. „Christ sein für Einsteiger“, „Beten, eine Sehnsucht“, „Sternstunden“). Er war Initiator und Mitautor des 2011 erschienenen Jugendkatechismus „Youcat“. In seinem Buch „Freie Liebe – Über neue Sexualmoral“ (Fontis Verlag 2020), formuliert er Ecksteine für eine wirklich erneuerte Sexualmoral.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz