Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  2. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  3. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  4. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  5. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  10. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  11. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  12. Leere der kirchlichen Lehre
  13. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Maria, die Mutter des Friedens

Die Gender-Theorie auf dem Synodalen Weg

8. September 2022 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Autoren des Textes „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ vertreten Auffassungen, die sich deutlich von Papst Franziskus unterscheiden. Sie berufen sich nicht auf die Lehre der Kirche, sondern…“ Gastbeitrag von Thorsten Paprotny


Bonn-Vatikan (kath.net) Am 2. Oktober 2016 stellte sich Papst Franziskus auf dem Rückflug der Apostolischen Reise nach Georgien und Aserbaidschan in gewohnter Weise den Fragen der Journalisten. Eine markante Aussage lautet: Die „Gender-Theorie“ ist „gegen die Natur“. Der Heilige Vater äußerte sich in diesem Interview (https://www.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2016/october/documents/papa-francesco_20161002_georgia-azerbaijan-conferenza-stampa.html) respektvoll, pastoral und zugewandt über homosexuelle Menschen – ganz im Sinne der Lehre der Kirche. Dann befragte ihn ein Reporter zu Problemen der geschlechtlichen Identität. Der Papst benannte klar die bestehende „Indoktrinierung der Gender-Theorie“. Er antwortete unverblümt und ungeschmeidig: „Mir erzählte ein französischer Familienvater, dass bei Tisch mit den Kindern gesprochen wurde – er katholisch, die Frau katholisch, die Kinder katholisch, allerdings oberflächlich katholisch, aber katholisch – und er seinen zehnjährigen Sohn fragte: ‚Und du, was willst du werden, wenn du groß bist?‘ – ‚Ein Mädchen!‘ Und der Vater entdeckte, dass in den Schulbüchern die Gender-Theorie gelehrt wurde. Und das ist gegen die Natur. Man muss da unterscheiden: Es ist etwas anderes, ob jemand diese Tendenz, diese Option hat – und es gibt auch solche, die das Geschlecht wechseln –, oder ob in den Schulen in dieser Richtung gelehrt wird, um die Mentalität zu verändern. So etwas nenne ich ‚ideologische Kolonialisierungen‘.“


Ganz anders hingegen wird in diesen Tagen auf dem deutschen „Synodalen Weg“ über die Gender-Theorie gesprochen werden. Mitnichten steht diese Lehre dort unter Ideologieverdacht. Wir lesen in dem zur Abstimmung stehenden Text „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ (https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-IV/SV-IV_Synodalforum-III-Grundtext-Lesung2.pdf): „Geschlecht ist daher – im Sinne von Gender – mehrdimensional zu sehen. Das soziale bzw. sozialkulturelle Geschlecht, wie es sich jeweils darstellt bzw. in einem bestimmten kulturellen Kontext als selbstverständlich gilt, ist das Ergebnis eines gesellschaftlichen Prozesses. Damit werden die vielfältigen Differenzen innerhalb der Geschlechter ernst genommen. Zugleich ist vor diesem Hintergrund die Frage nach der Zweigeschlechtlichkeit auf der Grundlage von Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen mit neuer Sensibilität zu stellen.“

Die Autoren des Textes „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ vertreten Auffassungen, die sich deutlich von Papst Franziskus unterscheiden. Sie berufen sich nicht auf die Lehre der Kirche, sondern auf die sogenannten Humanwissenschaften: „Es gibt nicht die Frau und auch nicht den Mann. Die Vielfalt der Lebenskontexte und der Lebensgestaltungen haben bei der Bestimmung von Geschlechtergerechtigkeit ebenso wie die individuelle Erfahrung Bedeutung und eigenen Wert. Dieser Ansatz stellt vor eine schwierige Aufgabe: Die Prinzipien der Differenz und der Gleichheit sind miteinander zu verbinden: Weder kann Differenz wesenhaft begründet, noch kann Gleichheit ohne Heterogenität gedacht werden.“ Was ist damit eigentlich konkret gesagt? Ich vermute: Vielleicht rätseln auch Sie – und wissen es auch nicht?

Wer sich naturwissenschaftlich über den unverkennbaren Geschlechterunterschied von Mann und Frau informieren möchte, dem sei ein naturwissenschaftlicher Artikel aus dem Magazin „Geo“ (https://www.geo.de/wissen/22301-rtkl-geschlechterforschung-wie-sich-frau-und-mann-unterscheiden-verblueffende) empfohlen. Ansonsten dürfen sich Katholiken in Deutschland fragen: Stimme ich dem zu, was die Kirche lehrt und der Heilige Vater sagt – oder stehe ich zu den Theorien des deutschen Synodalen Weges?

Dr. Thorsten Paprotny (siehe Link) lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Papst Leo XIV. spricht mit Erzbischof Gänswein
  4. Wie die Dominikaner auf den Hund kamen
  5. Lopatka: EU muss Religionsfreiheit weltweit stärker schützen
  6. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  7. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  8. COMECE veröffentlicht Positionspapier zur Frage der Löschung von Taufregistereinträgen
  9. Ein Schlag ins Gesicht: Wenn der Schutzengel zur Rüge greift
  10. Italiens Kirche nach weiterer Sterbehilfe-Legalisierung besorgt
  11. „Bruder, gib auf dich Acht!“ (Mt 18,15–20)
  12. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  13. Experte: Bedrohung durch islamistischen Terror ist "ernst"
  14. Britisches Unterhaus stimmt erneut über Sterbehilfe-Gesetz ab
  15. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz