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Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten

10. August 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus: wir sind Lehrlinge des Lebens, die inmitten von tausend Schwierigkeiten lernen, das Geschenk Gottes zu schätzen und die Verantwortung zu übernehmen, es zu teilen und es für alle fruchtbar zu machen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin“ (Joh 14,1-3).

Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Alter fort. Die sechzehnte Katechese stellte er unter das Thema: „Das Alter, die Zeit, die auf die Erfüllung projiziert ist“.

In seiner ersten Abschiedsrede spreche Jesus seinen Jüngern angesichts der kommenden Ereignisse Ermutigung und Trost zu. Der Herr mache ihnen eine unerhörte Verheißung: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen“ (Joh 14,12).

Gerade für ältere Menschen seien diese Worte eine Herausforderung, sähen sie doch ihre eigenen Grenzen und ihre Hinfälligkeit. Aber durch sein Erlösungswerk habe der Herr das Tor zum Himmel aufgestoßen und ermöglicht, das Alter im Hinblick auf die Ewigkeit, als Übergang vom Irdischen zum Himmlischen zu leben. Der ältere Mensch sei somit durch den Glauben an die Auferstehung vor Verbitterung geschützt, da er wisse, dass die Vollkommenheit in dieser Welt nicht zu finden sei.


Die göttliche Gabe des Lebens, die hier auf Erden beginne, finde durch das Wirken der Gnade ihre Vollendung und Fülle dort, wohin der Herr uns vorausgegangen sei, um uns einen Platz zu bereiten: im Haus seines Vaters.

Hier auf der Erde beginne der Prozess unseres „Noviziats“: „wir sind Lehrlinge des Lebens, die inmitten von tausend Schwierigkeiten lernen, das Geschenk Gottes zu schätzen und die Verantwortung zu übernehmen, es zu teilen und es für alle fruchtbar zu machen“. Die Zeit des Lebens auf der Erde sei die Gnade dieses Abschnitts. Die Einbildung, die Zeit anhalten zu können - der Wunsch nach ewiger Jugend, unbegrenztem Reichtum, absoluter Macht - sei nicht nur unmöglich, sondern eine Illusion.

Unser Dasein auf der Erde sei also die Zeit der Initiation in das Leben, das nur in Gott seine Erfüllung finde. Wir seien von Anfang an unvollkommen und blieben unvollkommen bis zum Ende. In der Erfüllung der göttlichen Verheißung kehre sich das Verhältnis um: der Raum Gottes, den Jesus mit aller Sorgfalt für uns vorbereite, sei der Zeit unseres sterblichen Lebens überlegen.

Das Alter bringe die Hoffnung auf diese Erfüllung näher. Das Alter kenne definitiv die Bedeutung der Zeit und die Grenzen des Ortes, an dem wir unsere Initiation lebten. Deshalb sei es glaubwürdig, wenn sie uns auffordere, uns über das Vergehen der Zeit zu freuen. Es sei dies keine Drohung, sondern ein Versprechen. Das Alter, das die Tiefe des Blicks des Glaubens wiederentdeckt, ist nicht von Natur aus "konservativ“. Gottes Welt sei ein unendlicher Raum, in dem der Lauf der Zeit keine Rolle mehr spiele. Gerade beim beitzten Abendmahl habe sich Jesus auf dieses Ziel hin ausgerichtet, als er zu seinen Jüngern sagte: „Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters“ (Mt 26,29).

In unseren Predigten werde das Paradies oft zu Recht als ein Ort der Glückseligkeit, des Lichts und der Liebe bezeichnet. Vielleicht fehle es ein wenig an Leben. Jesus „sprach in den Gleichnissen vom Reich Gottes, indem er es mit mehr Leben erfüllte. Sind wir dazu nicht mehr in der Lage?“

„Liebe Brüder und Schwestern“, so der Papst abschließend, „das Alter, das in der Erwartung des Herrn gelebt wird, kann zur erfüllten ‚Apologie‘ des Glaubens werden, die unsere Hoffnung für alle begründet (vgl. 1 Petr 3,15)“. Das Alter mache die Verheißung Jesu transparent und weise auf die Heilige Stadt hin, von der das Buch der Offenbarung spreche (Kapitel 21-22). Das Alter „ist die Phase des Lebens, die am besten geeignet ist, die frohe Botschaft zu verbreiten, dass das Leben eine Initiation zu einer endgültigen Erfüllung ist. Und das Beste kommt erst noch. Gott gebe uns ein Alter, das dazu fähig ist!“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Herzlich grüße ich die Gläubigen deutscher Sprache. Die selige Jungfrau Maria hat unter dem Kreuz mit Jesus gelitten, um ihm dann als Erste der Geschöpfe in seine himmlische Herrlichkeit nachzufolgen. Vom Himmel aus schaut Maria mit mütterlicher Liebe auf jeden von uns. Wenden wir unseren Blick ihr zu, auf dass sie uns zum Heil führe


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