Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  6. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  7. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  8. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Wir können NICHT schweigen!
  13. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  15. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen

Türkei: Katholischer Bischof um christliche Flüchtlinge besorgt

4. Juli 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischofsvikar für Anatolien, Bizzeti: Flüchtlinge haben keine Versammlungsorte für Gottesdienste und können sich nicht frei bewegen und an Feiern teilnehmen.


Ankara/Rom (kath.net/ KAP)

Auf die immer schwieriger werdenden Lebensbedingungen für christliche Flüchtlinge in der Türkei hat der katholische Bischofsvikar von Anatolien, Bischof Paolo Bizzeti, aufmerksam gemacht. Im Interview mit der Nachrichtenagentur "AsiaNews", über das der Pro Oriente-Informationsdienst am Freitag berichtete, betonte Bizzeti, dass die türkischen Katholiken keine großen Probleme hätten, aber die weit zahlreicheren christlichen Flüchtlinge, die sich in der Türkei aufhalten, dafür umso mehr. Letztere hätten keine Versammlungsorte oder Gebäude für Gottesdienste, sie könnten sich auch nicht frei bewegen und an Feiern teilnehmen.

Die Flüchtlinge kämen aus dem Irak, aus Afghanistan, Syrien und dem Iran, einige auch aus Afrika. "Wir brauchen Gotteshäuser mit Priestern, die sich um sie kümmern können", so Bischof Pizzeti. Die christlichen Flüchtlinge müssten auch zur Katechese oder Liturgie zusammenkommen können, "ohne jedes Mal die Polizei um Erlaubnis fragen zu müssen, um ihre Stadt zu verlassen".


Diese Probleme seien durch die Corona-Beschränkungen noch verschärft worden. "Wir stehen hier vor einer großen Herausforderung: Diese Flüchtlinge sind in der Regel schon seit längerer Zeit in der Türkei und werden dort vielleicht noch lange bleiben. Man muss die Sache angehen und ihnen würdige Lebensumstände bieten, auch was ihre Religionsausübung betrifft", so Bizzeti. Es brauche zudem auch pastorale und liturgische Angebote für die Flüchtlinge in ihren jeweiligen Sprachen.

Die Möglichkeiten des Bischofs im Engagement für die Flüchtlinge sind beschränkt. Das liege auch daran, dass die Katholische Kirche in der Türkei "keine juridische Persönlichkeit" habe und deswegen auch nicht autonom handeln könne, wie Bizzeti beklagte.

 

"Ankara nicht alleinlassen"

Der für Anatolien zuständige Bischof hob im Interview die Großzügigkeit der Türkei bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten hervor. Zugleich mahnte er den Westen: "Man darf Ankara nicht mit dem Schicksal von Millionen von Flüchtlingen alleinlassen. Das ist ein Problem, das alle betrifft und das man sich nicht vom Hals schaffen kann, indem man die Türkei dafür bezahlt, dass sie die Flüchtlinge behält."

 

Im Vikariat Anatolien mit Sitz in Iskenderun leben wenig mehr als 3.000 katholische Gläubige. Für die Seelsorge stehen Bischofsvikar Bizzeti zehn Priester und acht Ordensfrauen zur Seite. Bizzeti: "Wir spüren immer stärker die Notwendigkeit, neue Priester zu finden. Dafür nehmen wir auch die örtlichen Christen mit in die Pflicht. Die Herausforderung für die Kirche in der Türkei besteht darin, einheimisch zu werden." Ein Christentum, das sich "auf Liturgiefeiern beschränkt", habe "auch hier keine Zukunft".

Der 74-jährige italienische Jesuit und Bibelwissenschaftler wurde 2015 von Papst Franziskus zum Apostolischen Vikar als Nachfolger des ermordeten Bischofs Luigi Padovese (1947-2010) bestimmt. Bizzeti leitet auch die türkische Caritas.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!
  3. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  6. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  7. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  8. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  9. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  10. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  11. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  12. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  13. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  14. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  15. Papst mahnt Studierende: Glaubenslehre nicht einseitig auslegen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz