Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  4. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  5. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  6. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  7. „Das Ende von Maria 2.0“
  8. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  11. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  12. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

"Eine widerchristliche Lebensform, die normal erscheint"

20. August 2022 in Spirituelles, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Auf der einen Seite ein von direkten christlichen Einflüssen abgelöstes autonomes Weltdasein, auf der anderen Seite eine Christlichkeit, die in einer eigentümlichen Weise diese „Autonomie" nachahmt - Gedanken von Romano Guardini / VISION 2000


Wien (kath.net/vision2000.at)

Hellwache Beobachter wie der große Theologe Romano Guar­dini (1885-1968) erkannten schon in der Mittel des 20. Jahr­hunderts die sich abzeichnenden Folgen der totalen Verweltlichung des Lebens und deren schwerwiegende Auswirkungen auf das Glaubensleben.

Die Wahrheit der christlichen Offenbarung wird immer tiefer in Frage gestellt; ihre Gültigkeit für die Formung und Führung des Lebens immer entschiedener bestritten. Zur Kirche vollends tritt die kulturelle Gesinnung in immer schärferen Gegensatz. Der neue Anspruch, die verschiedenen Bereiche des Lebens und Schaffens: Politik, Wirtschaft, Sozialordnung, Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Erziehung usw. müssten rein aus ihren immanenten Maßstäben heraus entfaltet werden, erscheint als immer selbstverständlicher.


So bildet sich eine nichtchristliche, vielfach widerchristliche Lebensform heraus. Sie setzt sich so konsequent durch, dass sie als das Normale einfachhin erscheint, und die Forderung, das Leben müsse von der Offenbarung her bestimmt werden, den Charakter kirchlichen Übergriffs bekommt.

Selbst der Gläubige nimmt diesen Zustand weithin an, indem er denkt, die religiösen Dinge seien eine Sache für sich, und die weltlichen ebenfalls; jeder Bereich solle sich aus dem eigenen Wesen heraus gestalten, und es müsse dem Einzelnen überlassen bleiben, wie weit er in beiden zu leben wünsche.

Die Folge ist, dass auf der einen Seite ein von direkten christlichen Einflüssen abgelöstes autonomes Weltdasein entsteht; auf der anderen Seite eine Christlichkeit, die in einer eigentümlichen Weise diese „Autonomie“ nachahmt. Wie sich eine rein wissenschaftliche Wissenschaft, eine rein wirtschaftliche Wirtschaft, eine rein politische Politik herausbildet, so auch eine rein religiöse Religiosität.

Diese verliert immer mehr die unmittelbare Beziehung zum konkreten Leben, wird immer ärmer an Weltgehalt, beschränkt sich immer aus­schließlicher auf „rein religiöse“ Lehre und Praxis und hat für viele nur noch die Bedeutung, zu gewissen Kulminationspunkten des Daseins, wie Geburt, Eheschließung und Tod, eine religiöse Weihe zu geben.

In der Regel ist es dieser Sachverhalt, an den man denkt, wenn von der religiösen Situation der Neuzeit gesprochen wird. Aber auch etwas anderes trifft zu, nämlich die Abnahme jener unmittelbar religiösen Empfänglichkeit, von welcher die Rede war. Der neuzeitliche Mensch verliert weithin nicht nur den Glauben an die christliche Offenbarung, sondern erfährt auch eine Schwächung seines natürlichen religiösen Organs, so dass er die Welt immer mehr als profane Wirklichkeit sieht.

Auszug aus: Das Ende der Neuzeit von Romano Guardini (1885-1968), Heß-Verlag, Basel 1950, vergriffen. Dieses äußerst lesenwerte Buch wurde vom Grünewald-Verlag 2016 neu aufgelegt: Das Ende der Neuzeit – Die Macht, 186 Seiten, 25€.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  2. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  3. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  4. Eine Stadt im völligen Ausnahmezustand: Hohe Sicherheitsstufe für Papstbesuch in Paris
  5. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  6. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  7. Pater Stanisław Tasiemski OP vor Papstreise: „Wohin gehst du, Frankreich?“
  8. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  9. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  10. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  11. Über das Dämonische
  12. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  13. Wissen Sie, wer die Idee zum fünffarbigen Missionsrosenkranz hatte?
  14. 'Ich habe mich geirrt'
  15. Der Mensch als Mitarbeiter Gottes - Fortschritt ist kein Gottesersatz

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz