Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  9. „Warum bin ich Christ“
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Was auch immer Synodalität sein soll
  13. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  14. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  15. Was eine Messe wiegt

Kardinal Schönborn: Glauben nicht durch eine PR-Aktion machbar

16. Mai 2022 in Österreich, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Erzbischof: Haltung der Kirche zum Frauenpriestertum nicht einfach als "Unsinn" abtun - Zweittausend Jahre Kirchen- und Glaubensgeschichte als "völlig daneben" abzutun, "das kommt mir ein bisschen vorschnell vor"


Feldkirch (kath.net/KAP) "Den Glauben kann keine PR-Aktion machen" und kein noch so toller Prediger kann ihn bewirken, höchstens anregen: Darauf hat Kardinal Christoph Schönborn im Interview des "Vorarlberger KirchenBlattes" (aktuelle Ausgabe) auf die Frage hingewiesen, ob in Zukunft "eine Diasporakirche statt der Volkskirche" zu erwarten ist. "Dass jemand wirklich gläubig wird, ist ein Geschehen zwischen Gott und diesem Menschen", erklärte der Wiener Erzbischof. Daran erinnere auch das dritte Hochgebet der Messe, in dem es heißt: "Bis ans Ende der Zeiten versammelst Du Dir ein Volk." Er denke immer daran, "dass das Entscheidende Gott selber macht", sagte Schönborn.

In früheren Zeiten sei diese entscheidende persönliche Gottesbeziehung "vielleicht zugedeckt gewesen durch das Traditionelle", als es "eigentlich gesellschaftlich undenkbar" gewesen sei, nicht in die Kirche zu gehen. "Heute wissen wir, wer zur Kirche geht, macht es aus echter Überzeugung", sagte der Kardinal in dem Interview, das anlässlich seiner Ehrung mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg geführt wurde. Diese Entwicklung habe natürlich auch eine Auswirkung auf die Gestalt der Kirche. "Ob man das jetzt Diasporakirche oder die kleine Herde nennt" - vergessen darf laut dem Erzbischof jedenfalls nicht werden: "Gott ist ja trotzdem am Werk, in jedem Menschenleben, weil jeder Mensch eine unsterbliche Seele hat und jeder Mensch unmittelbar zu Gott ist."


Für ihn selbst sei im Laufe der Jahre diese Gewissheit immer stärker geworden. "Wenn die Kirche in ihrer äußeren Gestalt an Bedeutung verloren hat, hat Gott nicht an Bedeutung verloren." Es werde heute weniger traditionell gebetet, aber er sei sich sicher, "dass die meisten Menschen in der einen oder anderen Form beten", so Schönborn.

Angesprochen darauf, dass ihm beim letzten Konklave Chancen auf den Stuhl Petri eingeräumt wurden, sagte Wiener Erzbischof, die sogenannten "Papabile" würden von den Medien gemacht, aber der Papst werde von den Kardinälen gewählt. "Es ist der Hauptzweck, warum es Kardinäle gibt. Das Einzige, wofür sie wirklich gebraucht werden, ist die Wahl des Papstes", sagte Schönborn. Im Rückblick auf die Konklaven von 2005 und 2013, an denen er selbst teilnahm, erzählte er: "Es ist beeindruckend und auch ein bisschen unheimlich, denn man schwört einen Eid in dem es heißt: Vor Gott, der mein Richter sein wird, sage und bekenne ich, dass ich dem die Stimme geben werde, von dem ich glaube, dass Gott ihn erwählt hat."

Zur innerkirchlich drängenden Frage nach dem Weiheamt auch für Frauen räumte der Kardinal ein, es sei "klar, dass die Lehre der Kirche diesbezüglich für viele Frauen und Männer, jüngere und ältere, völlig unverständlich ist". Schönborn erinnerte dazu an die Aufforderung des Konzilstheologen Karl Rahner, nicht von vornherein von einem "Unsinn" auszugehen, wenn etwas in der kirchlichen Lehre unverständlich oder befremdend erscheine. Man solle sich vielmehr "innerlich einen Raum offen halten, dass hier vielleicht ein Sinngehalt ist, der mir jetzt verschlossen ist, der sich mir aber erschließen könnte". Diese Offenheit würde er sich auch in dieser Debatte wünschen, wie Schönborn anmerkte. Zweittausend Jahre Kirchen- und Glaubensgeschichte als "völlig daneben" abzutun, "das kommt mir ein bisschen vorschnell vor".

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Kardinal Schönborn (c) kathpress/Paul Wuthe


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Die Wintersonne der Vernunft
  3. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  4. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  5. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  6. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  7. Frankreich: Jugendliche schänden Kirche und feiern islamistischen Rap-Song
  8. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  9. Über 3000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben in Wien 2026
  10. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  11. Wie die Geschichte von Baby Miran ungeborene Kinder rettete
  12. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  13. Aktionäre fordern FedEx auf, den Versand von Abtreibungspillen einzustellen
  14. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  15. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz