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Ägypten: Koptisch-orthodoxer Priester wurde mit Messerstichen in den Hals ermordet

10. April 2022 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
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Tatverdächtiger festgenommen – Präsident von „International Christian Concern“: „Leider in Ägypten üblich, dass dem Angreifer vorgeworfen wird, an Geisteskrankheit zu leiden, statt sich mit zugrunde liegenden extremistischen Beweggründen zu befassen“


Alexandria (kath.net) Ein Messerstecher stach in Alexandria einem koptisch-orthodoxen Priester mehrmals in den Hals. Der Priester starb im Krankenhaus. Ein tatverdächtiger 60-jähriger Mann sei, so das ägyptische Innenministerium, festgenommen worden. Das berichtete „The Christian Post“. Das Innenministerium gab weiter an, dass der Tatverdächtige noch nicht identifiziert sei, auch sei sein Motiv noch unbekannt.

Erzpriester Arsanios Wadeed wurde am Donnerstag erstochen, als er in Alexandria im Corniche-Viertel, einer beliebten Strandpromenade, spazieren ging, berichtete der „Egypt Independent“. Die koptische Kirche veröffentlichte Fotos in den sozialen Medien, die die Beerdigung des Priesters in der koptisch-orthodoxen Kathedrale des Heiligen Markus in Alexandria am Freitag zeigen, so ABC News. Die Fotos zeigten, dass eine Bibel auf der Brust des Priesters und ein Kreuz um seinen Hals gelegt worden waren.


Die „Christian Post“ zitierte Jeff King, Präsident der in den USA ansässigen Initiative „International Christian Concern“, das die Christenverfolgung weitweit beobachtet. Nach Darstellung von King sei es „in Ägypten leider üblich, dass dem Angreifer vorgeworfen wird, an einer Geisteskrankheit zu leiden, statt dass man sich mit zugrunde liegenden extremistischen Beweggründen befasst“. King wies auf die Verwundbarkeit hin, der viele ägyptische Christen insbesondere während Ramadan und Ostern ausgesetzt seien.

Auch „Open Doors“ beschreibt auf ihrer Website, dass Christen in Ägypten in der Regel als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Vorfälle von Christenverfolgung in Ägypten reichten von Belästigungen christlicher Frauen auf der Straße bis hin zu christlichen Gemeinschaften, die von extremistischen Mobs aus ihren Häusern vertrieben würden. Zwar spreche die ägyptische Regierung positiv über die ägyptische christliche Gemeinschaft, aber das Fehlen ernsthafter Strafverfolgung und die mangelnde Bereitschaft der kommunalen Behörden, Christen zu schützen, mache die Christen anfällig für alle Arten von Angriffen, insbesondere in Oberägypten.


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