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Die Lüge ist eine Gottesgabe? Und keine Sünde?

8. März 2022 in Aktuelles, 17 Lesermeinungen
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Bischof Bätzings BUNTE Badehose: Steht ihm gut - Ein Kommentar von Franz Norbert Otterbeck


Köln (kath.net)

Ein Männlein steht am Strande ganz still und dumm. Es hat von lauter Purpur 'ne Badehose um. Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht am Strand allein? Das kann ein deutscher Bischof nur auf Urlaub sein!

Die Burda-Jllustrierte BUNTE pflückte jüngst von den ehrwürdigen Lippen Seiner bischöflichen Gnaden diese erlauchten Worte: "Eine Woche Ligurien, eine Woche Südtirol. Berge und Meer. Dort lauf ich auch in Badehose herum. Ich lebe einfach, fahre einen Peugeot 308. Manchmal sogar in die Radarfalle." Nah bei den Menschen: Hinein in die Radarfalle. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Hätte ein Dieter Bohlen mit dem kleinen Peugeot geprahlt, als Zeichen der Bescheidenheit, oder Hape Kerkeling oder Harald Schmidt, man hätte es sofort als allzu plumpen Versuch vorgetäuschter Normalität erkannt. Seine Exzellenz hingegen deutet wohl an, einen Zweitwagen aus seinen bescheidenen Anfängen bereitzuhalten, um sich im Urlaub mit Freunden inkognito so richtig auszuleben. Oder auch am blauen Montag? "Georgios heißt griechisch der Erdarbeiter, so empfinde ich mich." Kumpel Georg unter Tage! Badehosen-Bätzing verrät bei aller Vorsicht doch immer ein bisschen zu viel über seine knallbunte Gedankenwelt. "Je näher man dran ist, umso mehr sagt man: Um Gottes Willen, lass diesen Kelch an mir vorbeigehen." Das ist die Antwort des Staats- und Parteichefs der Deutschen Demokratischen Bischofsrepublik auf die schlichte Frage, ob man es planen könne, Bischof zu werden. Klares Ja! So würde der erfahrene Staatsanwalt diese Aussage werten. Ob der Plan aufgeht, das steht allerdings in den Sternen. Warum kann ein deutscher Bischof es nicht einfach offen zugeben? Ja, es ist ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen! Es wäre schlicht zu ehrlich. Mit solcher grundstürzenden Ehrlichkeit gelangt man im deutschdiözesanen System nicht auf die lukrativen Pfründen. Diese Haltung einzuüben, in der man zwar nie geradeheraus die Wahrheit sagt, aber die fast schon systematische Verlogenheit doch allürenfrei und selbstkritisch aussehen lassen kann, ist doch allererste Bedingung für den Aufstieg. Wobei man Figuren wie Bode, Genn, Marx oder Overbeck durchaus glauben will, dass sie es in ihrer Jugend gar nicht für möglich gehalten haben, dass ein bisschen Frömmelei und Fleiß dermaßen die Bankkonten füllt; und immer und immer noch mehr und noch mehr.


 

"Bischof bin ich erst einmal für mich und ich habe Spaß daran, mich an mir selbst zu erfreuen." Das steht im BUNTE-Interview natürlich nicht. Aber manchmal klingeln Menschen (!) am Bischofshaus und wollen die Badewanne sehen. "Ich sage dann scherzhaft, tut mir leid, die ist aus dem Haus, die lassen wir gerade wieder neu vergolden." Das ist der ganze Bätzing. Die berühmte Badewanne war gar nicht vergoldet. Aber man hat es ja! Die lassen wir neu vergolden! Das gequälte Klerikerlachen kann man sich vorstellen, das der Herr Bischof bei seinen Paladinen mit solchen Scherzen auszulösen vermag. Das Bischofshaus nicht als Wohnung zu nutzen, das steigert vermutlich nicht nur die Kosten der bischöflichen Lebensführung, sondern steigert auch die Diskretion und ermöglicht mit der Privatwohnung außerhalb sogar eine Intimsphäre, die niemanden etwas angeht.

"Sexualität ist eine Gottesgabe. Und keine Sünde. (...) Das berührt nicht die Gottesbeziehung. Jens Spahn ist zum Beispiel ein guter Katholik." Sehr bunt, dieses Bischofsgehirn. Was weiß die Badehose über die Gottesbeziehung eines früheren Bundesministers? Aber es kommt noch bunter. Zum Schluss fragte Redakteur Frotzelberger: "Welche Frau bewundern Sie - außer der Jungfrau Maria?"

Antwort: "Angela Merkel. Sie hat meinen tiefsten Respekt." Andere haben höchsten Respekt vor Merkel. Ich habe flachsten Respekt vor Bätzing. Denn er bewundert nicht die Jungfrau Maria, sondern die Homo-Ehe. Congrega in unum! BUNTE übersetzt seine Devise in die Schlagzeile: Jeder Priester sollte HEIRATEN dürfen. (Sic!) Die Welt ringt um Krieg und Frieden, aber die Bischofsmütze philosophiert über Sex. "Ich bin sicher: Gott gönnt jedem einen neuen Anfang." Täglich? Mit wievielen? Auch Martin Lohmann, Bernhard Meuser oder Peter Winnemöller haben solche Amokläufe in Zeitlupe, immer und immer "contra sextum", schon oft treffend kommentiert.

 

Ich möchte nur noch eine Bemerkung zur "Aufrichtigkeit" ergänzen, die sich hier, wie auch bei DBK und ZdK insgesamt, immer mehr Bahn bricht. Da unsere Religion von einem Heilsdialog ihren Anfang nimmt, Gott spricht, empfangen wir Wahrheit "von oben" und antworten als Christen, gern und wahrhaftig, so gut wir können, mit unserem Leben. Niemals war das Evangelium eine Ferienreklame, die zu Autorennen auf der Uferpromenade im Urlaubsparadies einlädt, zum Komasaufen am Ballermann oder zu Sexorgien im Priesterseminar. Wer das "Leben draußen" einfach zu schön findet, außerhalb der geschlossenen klerikalen Zirkel, die ja auch konforme Laien längst einschließen, wie steht es um dessen Gottesbeziehung? Gott - ein Glasperlenspiel? Kardinal Brandmüller hat jüngst erneut unterstrichen, dass sich beispielsweise im "Synodalen Weg" längst ein Atheismus-im-Christentum breitmacht, Bloch zitierend. Ernst Bloch billigte in seinem Buch von 1968 dem Christentum immerhin eine progressive Funktion zu. Es habe ältere, primitivere Religion überwunden und damit den Aufstieg zum humanistischen Atheismus vorbereitet. Derart "aufrichtige" Torheiten, wie sie heute von der ZdK-Präsidentin einhellig mit der DBK-Generalsekretärin und auch der Maria 2.0-Sprecherin verbreitet werden, konnte sich der 1977 gestorbene philosophische Grenzgänger aber gewiss als Religion nicht vorstellen. Wir haben es in der Deutschen Kirche mit einem dreisten Gottesverrat zu tun, der mehr und mehr um sich greift. Der sexuell motivierte Selbstbetrug führt zur Ablehnung des kirchlichen Lehramts in Sittenfragen, dann zur Verleugnung des Glaubens, schließlich zum Aufstand gegen die Offenbarung insgesamt. Man "erzählt" von Gott wie vom Männlein im Walde. Modern soll es sein, von der Selbsterfahrung zur Gotteserfahrung voranzuschreiten und diese intensiv gemeinsam auszuagieren? Klerus schreit: Frohlocken? Kirche also als brutalstmögliche Selbstbedienung? Eine Kirche, die nurmehr ihre eigene Veränderung ins Absurde zum Programm erhebt, löst sich vom Gotteswort los und wird so keineswegs attraktiv, sondern immer mehr zur Lügenfabrik; gerade wegen der sattsam matten Bekenntnisse, die jetzt wieder durch die Fastenhirtenbriefe geistern. Ego me absolvo? Kommunikation ist gottgegeben, das Wort, nicht aber Lug und Trug, ob nun ausgefeilt und ziseliert im Badewannen-Interview oder beherzt in der Badehose am Strand. Herr Bätzing, treten Sie zurück!

 


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