Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  2. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  3. Ein Signal des Himmels?
  4. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  5. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  6. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  7. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  8. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  9. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  10. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  11. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  12. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  13. Norwegischer Bischof Hansen: „Die Evangelisierung ist der grundlegende Auftrag der Kirche“
  14. Medjugorje: Gebetsstätten nach Schändung wieder gesäubert und benutzbar
  15. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'

Bischof Oster verteidigt Benedikt XVI.

2. Februar 2022 in Weltkirche, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


‚Ich sehe den oder die Fehler, ich sehe den alten Mann und ich sehe seine Lebensleistung (auch in der innerkirchlichen Bekämpfung von sexuellem Missbrauch!) – und meine sachlich begründete Wertschätzung für ihn bleibt dadurch unverändert.’


Passau (kath.net/jg)

Stefan Oster, der Bischof von Passau, hat in einem sehr persönlichen Beitrag auf seiner Internetseite Papst Benedikt gegen den Vorwurf in Schutz genommen, dieser habe in der Sache der Aufnahme des Missbrauchstäter H. gelogen.

In der 82seitigen Einlassung zum Gutachten der Münchner Kanzlei WSW sei zu lesen, dass Benedikt, damals Erzbischof von München und Freising, bei der Sitzung im Jahr 1980 nicht dabei gewesen sei. Das sei ein „fataler Fehler“ gewesen, schreibt Oster weiter, denn so konnte die Kanzlei den emeritierten Papst der Unwahrheit überführen.

In der kurz darauf folgenden öffentlichen Korrektur Benedikts sei von einem „Versehen“, die Rede, welches bei der „redaktionellen Bearbeitung“ passiert sei. Dies lasse darauf schließen, dass sich Benedikt offenbar auf Mitarbeiter verlassen habe, „die ausgerechnet im entscheidenden Punkt einen entscheidenden Fehler begingen“, schreibt Oster wörtlich.


Tatsächlich sei die Teilnahme Benedikts an der Sitzung, in der es nur um die Unterbringung von H. im Erzbistum München während einer Therapie ging, bereits vor Veröffentlichung des Gutachtens der WSW-Kanzlei bekannt gewesen und etwa in Peter Seewalds Biographie „Benedikt XVI. – Ein Leben“ nachzulesen (S. 938).

Einer Einlassung wie jener von Benedikt kann Bischof Oster wenig abgewinnen. Das Dokument habe eher „den Charakter einer juristischen Verteidigungsschrift“ als dass sie „sprachlich und geistig-geistlich das gewohnte Ratzinger-Niveau“ habe. Der Versuch, den emeritierten Papst gegen alle möglichen Anschuldigungen „mit juristischen Mitteln möglichst untadelig aussehen zu lassen“ sei heute nicht mehr passend. „Zu sehr waren und sind wir alle auch Teil eines Systems – und Erzbischof Ratzinger war es damals auch“, schreibt er wörtlich. In diesem System habe es allzu lange fast kein Interesse am konkreten Schicksal von missbrauchten Menschen gegeben, betont er durchaus selbstkritisch.

Bei den drei weiteren Fälle in welchen die Kanzlei WSW Ratzinger Fehlverhalten vorwerfe, habe dieser den damals üblichen Umgang mit diesen Fragen an den Tag gelegt. „Üblich“ heiße aber nicht, dass es nach heutigen Maßstäben gut sei, betont Oster. Er könne im Vorgehen Benedikts aber keinen Versuch einer Vertuschung erkennen.

Alle hätten im Verhältnis zu den Missbrauchsopfern Lernbedarf gehabt und hätten ihn bis heute. Joseph Ratzinger sei einer der ersten in Rom gewesen, die das erkannt hätten. Als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation habe er „an entscheidender Stelle sehr vielen geholfen, es besser zu sehen – durch konkrete, wirksame Maßnahmen und durch viele Gespräche mit Betroffenen und ein hartes Urteil über die Täter.“ Dabei habe er im Vatikan Widerstände überwinden müssen, schreibt Oster.

Seine persönliche Wertschätzung für den emeritierten Papst bleibe unverändert. Wörtlich schreibt er: „Ich sehe den oder die Fehler, ich sehe den alten Mann und ich sehe seine Lebensleistung (auch in der innerkirchlichen Bekämpfung von sexuellem Missbrauch!) – und meine sachlich begründete Wertschätzung für ihn bleibt dadurch unverändert. Und persönlich mag ich ihn immer noch genauso.“

 

Henryk M. Broder bei SERVUS.TV - Jede Katastrophe fängt klein an https://rumble.com/vtsipl-jede-katastrophe-fngt-klein-an.html

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. "Derselbe Polarstern"
  2. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  3. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka

Oster

  1. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  2. ZDF: „Am Feiertag #Fronleichnam gedenken viele ihrer Toten“
  3. Bischof Oster skeptisch zu synodalen Veränderungswünschen
  4. Bischof Oster: Zölibat lässt sich nur aus dem Glauben heraus verstehen
  5. Teilnahme an Klimademo: Kritik aus der CSU an Bischof Oster






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  3. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  4. Ein Signal des Himmels?
  5. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  6. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  7. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  8. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  9. Medjugorje: Gebetsstätten nach Schändung wieder gesäubert und benutzbar
  10. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  11. USA: 98-jähriger Weltkriegsveteran empfängt die Taufe und wird katholisch
  12. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  13. Der "rote Priester", der die Musikwelt revolutionierte
  14. Der Karmel in Christchurch/Neuseeland: Die Blüte im Verborgenen
  15. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz