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2. Jänner 2022 in Deutschland, 16 Lesermeinungen
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Augsburger Bischof: «Tun wir alles, dass der Mensch nicht vogelfrei wird, sondern geschützt bleibt, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.» Predigt im Wortlaut.


Augsburg (kath.net/ pda)

Silvester 2021: „Ohne Böllerschüsse, aber mit dem Knaller der Weltgeschichte“ - Predigt von Bischof Bertram Meier am 31.12.2021 im Dom zu Augsburg.

 

Da sage noch einer, Religion sei out. Wenn man jüngste Äußerungen des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hört, dann liegt das Gegenteil nahe: Religion ist in. So hat der Politiker erst am 4. Dezember auf einem Parteitag der Grünen Corona als „Plage biblischen Ausmaßes“ bezeichnet und hinzugefügt: „Ich bin weder der Pharao, der unterdrückt, noch der Mose, der befreit.“ Weiter sagte Ministerpräsident Kretschmann. „Das Impfen ist der Moses, der uns aus dieser Pandemie herausführt.“

Wie immer man diese Aussagen drehen und wenden mag, religiöse Narrative werden durchaus noch bemüht, um aktuelle Phänomene zu beschreiben. Doch für solche Zeitanalysen muss man bibelfest sein. Auch der 1. Petrusbrief, aus dem wir in der Lesung hörten, kann uns helfen, die gegenwärtige Phase der Geschichte zu würdigen, über der schon jetzt bald zwei Jahre ein Schatten liegt: „Dennoch seid ihr voll Freude, wenn es für kurze Zeit jetzt sein muss, dass ihr durch mancherlei Prüfungen betrübt werdet. Dadurch soll sich eure Standfestigkeit im Glauben, die kostbarer ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist, herausstellen.“ (1 Petr 1, 6f.)

Ja, diese Zeit ist eine Prüfung: unsere Geduld wird auf die Probe gestellt, unsere Solidarität, der lange Atem des Engagements für Kranke und Sterbende. Auch wie es um unser Gottvertrauen und unsere Zuversicht in die Zukunft bestellt ist, das alles und noch vieles mehr steht auf dem Prüfstand.

Bevor wir geistliche Perspektiven für morgen entwickeln, lade ich Sie zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein. Gehen wir um 500 Jahre zurück, und wir werden sehen, dass ein Gang durch das Jahr 1521 eine echte Entdeckungsreise wird: Der Blick ins Gestern leuchtet uns den Weg ins Morgen. Was ereignet sich 1521? Was kann dieses zeitlich entfernte Jahr uns heute lehren – ein halbes Jahrtausend danach?

Vor 500 Jahren, am 17. April 1521, begegneten sich auf dem Reichstag zu Worms erstmals Kaiser Karl V. und der Reformator Martin Luther. In den kontroversen Diskussionen jener Tage berief sich Luther auf das Wort Gottes und auf sein Gewissen. Dabei wird ihm das Diktum in den Mund gelegt: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

Kaiser Karl hingegen bezog sich auf die Tradition und auf die katholische Wahrheit. Interessant ist das gemeinsame Anliegen, das die beiden Kontrahenten verband – den Monarchen und den Mönch, den politischen Riesen und den scheinbar geistlichen Zwerg: Beide wollten die Erneuerung einer satten, verkrusteten Kirche. Beide beriefen sich auf ihr Gewissen. Beide behaupteten, Gott auf ihrer Seite zu haben.

Die Chance auf eine Einigung verspielten sie: Der Ober sticht den Unter. Luther wurde verurteilt und verbannt. Damit war die konfessionelle Spaltung Europas fixiert - mit der Folge: Jahrhunderte religiöser und nationaler Zerrissenheit, brutale Kriege, Blutvergießen – alles im Namen Gottes.

Gut 500 Jahre später könnte sich für uns eine neue Gelegenheit eröffnen, um die Ökumene voranzutreiben: 2030 feiern wir hier in Augsburg 500 Jahre Confessio Augustana, das Augsburger Bekenntnis: Basistext für die lutherische Kirche und zugleich ein Versuch, die Einheit mit der katholischen Kirche zu wahren. Wie sich im Namen Gottes die Fronten vor 500 Jahren verhärteten, so wünsche ich mir, dass wir in Gottes Namen ökumenisch endlich weiterkommen. Ich träume von Augsburg als Schrittmacherin für die Einheit der Christen!


Vor 500 Jahren, am 20. Mai 1521, wurde bei Pamplona ein junger Mann durch eine feindliche Kanonenkugel schwer verletzt: Er heißt Ignatius von Loyola. Der eitle und ehrgeizige baskische Ritter erlitt auch einen seelischen Schock, der in ihm eine radikale innere Umkehr auslöste. Nach Jahren der Suche entschied er sich, Seelsorger zu werden; dafür nahm er ein mühsames Studium auf sich; er sammelte Gefährten um sich, mit denen er die Gesellschaft Jesu, den Jesuitenorden gründete.

Dieser prägte wesentlich die längst fällige geistliche Reform mit, nach der sich die katholische Kirche so sehr sehnte. Ich selbst durfte viele Jahre meines Studiums in Rom verbringen, wo ich sowohl akademisch als auch spirituell von Jesuiten ausgebildet wurde. Auf diese Formung bin ich bis heute stolz. Denn sie ist mir bleibende Lebenshilfe.

500 Jahre danach – heute – brauchen wir mehr denn je eine geistliche Erneuerung der Kirche. Wer nur auf neue Strukturen setzt, wer Beratungsfirmen als Quasi- Heilsbringern blind vertraut, wer das kirchliche Leben bis in die Sprache hinein nach ökonomischen Narrativen beschreibt, der greift zu kurz. Gehen wir in die Schule der Spiritualität! Lernen wir unsere Zeit und die Ereignisse, denen wir uns stellen müssen, im Licht des Heiligen Geistes deuten und die nötigen Schlüsse daraus ziehen. Ich wage die kühne Behauptung: Keine Zeit ist gottlos.

Jede Zeit ist Gottes Zeit. Er spricht auch, wenn er schweigt. Herr, deute uns die Zeichen dieser denk-würdigen Zeit! Zeige uns auf, was Du uns damit sagen willst!

Vor 500 Jahren, am 8. Mai 1521, wurde in Nimwegen Petrus Canisius geboren. Beeindruckt von Peter Faber, einem Vertrauten des Ignatius von Loyola, trat er 1543 als erster Deutscher dem Jesuitenorden bei. Unermüdlich war er zu Fuß in Europa unterwegs – als Reisender in Sachen Christus. Zu seinen Wirkungsstädten zählen Ingolstadt und Augsburg. Wegen seiner nachhaltigen Predigten und Katechesen gilt er nach dem hl. Bonifatius als „Zweiter Apostel Deutschlands“.

Skrupulös veranlagt, konnte er aufgrund der eigenen leidvollen Erfahrungen auch anderen hilfreicher geistlicher Begleiter sein. So empfahl er einem kranken und von Sündenangst geplagten Mitbruder, die göttliche Barmherzigkeit zu meditieren und - so wörtlich - „sein Nest in den Wunden Christi“ zu bauen. Das eigene „Zuhause in den Wunden Christi“ einrichten – dies scheint mir in die ‚spirituelle Herzkammer‘ des Phänomens Petrus Canisius zu führen.

„Wes das Herz voll ist, des läuft der Mund über“, diese im Deutschen sprichwörtlich gewordene Übersetzung eines Jesuswortes (Mt 12,34) durch Martin Luther benennt gleichsam die ‚Methode des Canisius‘ - eines Predigers, der weder durch große Originalität der Gedanken noch durch brillante Rhetorik Eindruck machte und dennoch seine Zuhörer stundenlang fesselte, weil er im Erzählen von Gott kein Ende finden konnte.

Canisius war kein rhetorisches Kraftwerk, aber ein spirituelles Bergwerk, das kostbare Schätze birgt: In der Christusbeziehung liegt das Geheimnis seiner Ausstrahlung, auch und gerade hier in Augsburg, etwa als Domprediger.

Mühen auch wir uns wieder mehr darum, Freundinnen und Freunde Jesu zu werden! Bauen wir unser „Nest in den Wunden Jesu“, leben wir aus Gottes Barmherzigkeit, gerade im Sakrament der Versöhnung!

Vor 500 Jahren, von August 1519 bis September 1522, umsegelte der Portugiese Fernão de Magalhães erstmals den Globus. Damit war endgültig erwiesen, was sich wissenschaftlich schon abzeichnete: Die Welt als Kugel. Bis heute gibt es Verschwörungstheoretiker, die sie für eine Scheibe halten. Die Weltumsegelung hat symbolische Bedeutung dafür, dass das eurozentrische Weltbild abgelöst ist, dass die Menschheit heute multiethnisch, multikulturell und multireligiös tickt. Wirtschaft, Finanzen und Kultur globalisieren sich.

Doch sind wir noch weit davon entfernt, um in der Einen Welt die Ideen „Menschenwürde, Toleranz und Gleichberechtigung“ systematisch umzusetzen. Die Fugger waren zwar keine Heiligen, sondern als Kaufleute und Banker Kinder ihrer Zeit; aber sie haben in Augsburg wertvolle Impulse für die Zukunft gesetzt: So hat der steinreiche Jakob Fugger, eine Art Bill Gates des 16. Jahrhunderts, im Namen seiner beiden Brüder Ulrich (+1510) und Georg (+1509) schon vor 500 Jahren drei Stiftungen errichtet. Die berühmteste ist die Fuggerei, 1521 ins Leben gerufen als sozial-caritatives Pilotprojekt aus christlichem Geist.

Kehren wir zum Ausgangspunkt zurück: Die erste Weltumseglung hat das alte Weltbild umgestoßen. Die Wissenschaft widerlegte, was unkritisch einfach so überliefert wurde. Derzeit machen Verschwörungstheorien in vielerlei Hinsicht die Runde. Sündenböcke werden gesucht und gefunden, auch im Blick auf Covid-19.

Selbst unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen wieder dafür herhalten; sie werden bedroht, fühlen sich nicht mehr sicher bei uns. Daher meine Bitte: Gehen Sie Fake-News und sog. alternativen Fakten nicht auf den Leim! Passen Sie auf, wem Sie nachlaufen! Prüfen Sie, wo Sie mitlaufen! Distanzieren Sie sich von Leuten, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung unterlaufen! Wir dürfen mühsam Errungenes nicht aufs Spiel setzen. Gern können wir einander das Leid klagen, aber der Frust soll uns nicht übermannen! Aus Italien haben wir eine Süßspeise importiert, „Tiramisú“ (Zieh mich nach oben); nicht „Buttamigiú“ (Stoß mich nach unten!) Lassen wir uns nicht nach unten ziehen!

Wir Christinnen und Christen haben die Herzen erhoben (Sursum corda!), wir sind Leute der Hoffnung, Anhänger des Neuen Weges. Ich bin neugierig und gespannt auf eine Regierung, die Erneuerung will nach dem Motto: Mehr Fortschritt wagen. Die Koalition vorschnell zu kritisieren, steht mir nicht zu. Auch dem Kanzler und seiner Ministerriege ist eine Frist von 100 Tagen zu gönnen. Doch eine Fußnote sei erlaubt:

In seiner ersten Regierungserklärung entfaltete der neue Bundeskanzler die Agenda seiner „Fortschrittskoalition“ und erklärte, was Fortschritt sei: ganz oben der technische Fortschritt, es folgen ökologischer, sozialer und kultureller Fortschritt. Vier Perspektiven des Fortschritts, doch Eines fehlt mir: Wo bleibt der moralische Fortschritt, der Fortschritt des Humanum? Aller Fortschritt nützt nichts, wenn dabei der Mensch auf der Strecke bleibt: Nichts zum Lebensschutz - weder im Koalitionsvertrag noch in der Regierungserklärung.

Wir wagen nicht „mehr Fortschritt“, wenn damit ein Rückschritt der Menschlichkeit einherginge. Tun wir alles, dass der Mensch nicht vogelfrei wird, sondern geschützt bleibt, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Ich weiß, wie komplex und diffizil ein Urteil ist, wenn es um Leben und Tod geht. Ich möchte nicht in der Haut derer stecken, die entscheiden müssen. Gott sei Dank haben wir einen Maßstab: Wir dürfen das Lebensrecht vor allem der Schwachen, Kleinen und Kranken nicht opfern auf dem Altar der Selbstbestimmung. Es wäre ein Selbstmissverständnis der Kirche, wenn sie sich daran beteiligen würde.

Christliche Autonomie indes bindet sich frei an Gott. Wahres Christsein ist theonom. Wer daher „mehr Fortschritt wagen“ will, darf sich fragen, ob er nicht auch „mehr Glauben wagen“ sollte. Dabei geht es nicht nur um Rechtgläubigkeit, sondern auch und vor allem um Glaubwürdigkeit! Sie wiederzuerlangen, dafür braucht es langen Atem und gemeinsames Mühen. Selbst wenn wir Christen in Zukunft zahlenmäßig schrumpfen, liegt darin die Chance, stärker zu werden: als kreative Minderheit, die strahlt und anzieht! Das ist wahrer Fortschritt, der dem Evangelium entspricht. In seiner Enzyklika „Populorum progressio“ (1967) hat Papst Paul VI. diese Art von Fortschritt stark gemacht und mit dem Frieden verbunden: Frieden ist die Frucht des Fortschritts4, nicht nur für Reiche und Auserwählte, sondern auch für Länder an der Peripherie. Fortschritt hat weniger die Egoisten im Blick, sondern die Armen, die vom Rand in die Mitte gehören.

Mit diesen ernsten, aber auch hoffnungsvollen Gedanken geben wir das alte Jahr dem Herrn der Zeit zurück. Im Blick auf das kommende wünsche ich Ihnen zusammen mit den Weihbischöfen, dem Generalvikar und den Mitgliedern unseres Domkapitels: Bleiben Sie behütet und gesund – insgesamt positiv, hinsichtlich des Corona-Virus negativ! Vor allem bitte ich Sie mit den Worten aus dem 1. Petrusbrief: „Hört nicht auf, einander von Herzen zu lieben. Ihr seid neu gezeugt worden, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt.“ (1, 22f.)

Ich danke den Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen, die das kirchliche Leben im Bistum garantieren und inspirieren, vor allem jenen Frauen und Männern, die Tag und Nacht bei den Kranken sind und dabei weniger an sich selbst, sondern an deren Genesung und Heilung denken. Danke dem Personal in unseren Alten- und Pflegeheimen sowie auf den Intensivstationen der Krankenhäuser. Das ist oft Schwerstarbeit – psychisch und physisch. Angesichts dieser Situation liegt es nahe, auch diesen Jahreswechsel ruhig zu begehen - ohne Böllerschüsse, aber umso begeisterter vom eigentlichen Knaller der Weltgeschichte: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1,14)

 

Foto: © Nicolas Schnall / pba


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Lesermeinungen

 Labrador 3. Jänner 2022 
 

Spricht der Bischof zu sich selbst, wenn er fordert “Prüfen Sie, wo Sie mitlaufen!”?

Der Aussage zu Beratungsfirmen/Strukturen/… kann ich ungeteilt zustimmen.
Aber:
Kriege gab es schon lange vor der enttäuschenden Begegnung zwischen Karl und Martin. zB wurde der gesamte Balkan schon Jahrzehnte davor von den Türken erobert. Diese Aussage von BM mag aus der Augsburger Perspektive stimmen, aus einer europäischen ist sie ziemlich verzerrt.

Dass BM von der Verwendung biblischer Bilder dermaßen begeistert ist, ja sie als Zeichen einer besseren Zukunft interpretiert, das erheitert mich (auch wenn das BMs Absicht war)

Die Aussage zum Antisemitismus kratzt kaum an der Oberfläche, sucht im falschen Eck. Und das ist sehr höflich formuliert.

Vor allem der Teil der verlorenen Glaubwürdigkeit (auch da stimme ich BM zu) sollte ihn zu tiefer Reflexion verführen, denn die hierarchische Position zu COVID-19 scheint “in die Hose zu gehen” (Link)

philosophia-perennis.com/2022/01/03/rki-daten-mehrfach-geimpfte-weitaus-schlechter-gegen-omikron-geschuetzt/


1
 
 Winrod 3. Jänner 2022 
 

Was heißt denn "Wir dürften"

dieser eine Buchstabe, das t, sagt eigentlich alles.
Warum sagt er nicht "wir dürfen nicht"?


1
 
 Fink 3. Jänner 2022 
 

@ Xaverflo - Danke für die Information eines "Insiders"

Wir müssen uns klarmachen: In der evangelischen (und zunehmend in der katholischen) Theologie spielt die Hauptrolle nicht die Reformation vor 500 Jahren, sondern die "Aufklärung" vor 250 Jahren.
Schlag nach beim Dichter G.E. Lessing oder beim Philosophen Immanuel Kant, dann weißt du Bescheid.


1
 
 winthir 3. Jänner 2022 

meine persönliche Ansage zum Neuen Jahr 2022 AD.

Leute:

bitte, "haltet den Ball flach" (das ist aus der "Fußball-Welt", und - noch Sache. von mir. persönlich.

ich war fünf Jahre jung, und durfte das "Neue Jahr anwünschen." (wie das bei uns damals so üblich war.)

ich bin jetzt schon ein bißchen "älter", aber das kann ich immer noch in-und auswendig.



"(K)ein kleines Büblein bin ich,
doch wünsch ich kurz und innig
ein Glückliches Neujahr.
Gesundheit, Freude, Frieden,
sei Euch von Gott beschieden
jetzund und immerdar."


in diesem Sinne:
ein Gutes uund gesegnetes Neues Jahr 2022 !

wünscht
uns, Euch, und Allen

der winthir :-)


3
 
 Xaverflo 3. Jänner 2022 
 

"Geistliche Perspektiven für morgen"?

Als jemand der 40 Jahre in den evangelischen Landeskirchen war und umzugsbedingt mehrere davon kennenlernen musste, kann ich hier nur den Kopf schütteln. Das Augsburger Bekenntnis wie sämtliche andere Bekenntnisse haben in den Landeskirchen Museumscharakter. Man trägt sie im Gesangbuch Sonntags in die Kirche, wo sie niemals aufgeschlagen werden - sie sind dort völlig obsolet. Bei gemeinsamen Gebeten wird evangelischerseits gerne das Glaubensbekenntnis eingeleitet mit: "Mit den Worten unserer Vorfahren lasst uns den Glauben bekennen..", womit klar ist, so wie es dasteht wird es nicht mehr gemeint. Geistliche Perspektive für morgen null-komma-null. Wert für den Lebensschutz: null-komma-null. Dagegen herrscht große Gemeinsamkeit mit sämtlichen Regierungen in Europa, denn die halten sich allesamt nicht mehr an ihre Verfassungen


2
 
 Chris2 3. Jänner 2022 
 

@winthir

Teilweise ja, aber die blinde Regierungs- und Mediengläubigkeit selbst bei in Glaubensdingen nicht rebellischen Bischöfen ist noch ausgeprägter, als die des durchschnittlichen Bürgers (offenbar eine Konstante seit dem Kaiserreich, vielleicht mit Ausnahme der Weimarer Republik und höchstens berechtigt in der alten Bundesreüublik, als CDU und CSU noch nicht links waren und die Linkspartei noch als SED 17 Millionen Menschen jenseits des "antifaschistischen Schutzwalls" durch die Stasi unterdrücken ließ). Man könnte meinen, unsere Bischöfe würden vom Staat bezahlt. Ach so, ist ja auch der Fall...
P.S.: Grade wieder von einem Todesfall nach Impfung erfahren. Und wieder relativ jung (etwa 50) und wieder 3-4 Tage nach dem ach so "harmlosen" Pieks...


4
 
 girsberg74 3. Jänner 2022 
 

Handzahm – Nicht auf dem Laufenden II

Algermissen allerdings verschleierte die strikte Forderung, indem er JP II zitierte, der sich unter dem Eindruck der Erfolge einmal lobend über „Organspende“ geäußert hatte, wiewohl JP II diese immer nur von der Voraussetzung „ex cadavere“ für erlaubt hielt und diesen Grundsatz nie verlassen hatte. Er war von Medizinern getäuscht worden; eine vom ihm versuchte Klarstellung wurde nach Todeskampf und seinem Tod durch Nichtveröffentlichung des Kongressberichtes vereitelt.

Algermissen hat den Anfang gemacht. Für die regierenden Bischöfe steht das Problem erst richtig an. Eine konsequente Aufarbeitung des beschriebenen Experiments könnte der Farbe Rot in der liturgischen Kleidung der Bischöfe neue Aktualität verleihen.


0
 
 girsberg74 3. Jänner 2022 
 

Handzahm – Nicht auf dem Laufenden I

Ein klarer Einsatz für das Lebensrecht hätte es erfordert, dass „Organspende“ nach „Hirntod“-Definition“ in den Blick genommen worden wäre.

Heinz-Josef Algermissen, Bischof em. von Fulda, hat diese Herausforderung bereits erkannt, doch die Konsequenzen nur angedeutet, wohl um den Bischöfen im Amt nicht vorzugreifen oder sie gar bloß zu stellen.

Algermissen bezog sich in einem Leserbrief (in „Die Tagespost“ vom 25. November 2021, Seite 32 ) auf den Artikel „Niemand stirbt zweimal“ von Rainer Beckmann (in „Die Tagespost“ vom 11. November 2021, Seite 25 ), der über ein Experiment berichtete, nach dem bei einer „hirntoten“ Frau eine eingepflanzte Schweineniere über mehr als 48 Stunden normal funktioniert hat; eine vernichtende Widerlegung der Rede, dass der sogenannte „Hirntod“ den Tod eines Menschen bedeute.


2
 
 winthir 2. Jänner 2022 

boah eij - der Mann hat Ahnung!

selten so eine gute Predigt gelesen.

Danke auch an kathnet, für die Veröffentlichung hier.

Ein Satz (neben vielen anderen Sätzen) hat mich besonders be-eindruckt:

"Jede Zeit ist Gottes Zeit. Er spricht auch, wenn er schweigt."


zum Nach-Lesen empfohlen.

winthir.


2
 
 Chris2 2. Jänner 2022 
 

Unsäglich.

Noch ein Bischof, der die linke Propaganda gegen Andersdenkende als "Verschwörungstheoretiker" unterstützt. Gerade erst wurde entlarvt, dass in mindestens 3 Bundesländern - darunter Darth Söders Bayern! - mit völlig falschen Zahlen gegen Ungeimpfte gehetzt wurde, dass Novovax nur deswegen fälschlich meist als "Totimpfstoff" bezeichnet wird, weil viele auf einen Totimpfstoff warten (sagte nicht irgendwer, sondern Karl Lauterbach). DAS sind Fake News und "Verschwörungspraxis", Exzellenz...


3
 
 SalvatoreMio 2. Jänner 2022 
 

Hören wir über "Corona" und Politik nicht an anderer Stelle genug?

Muss man die kostbaren Predigtminuten auch noch verschwenden mit Themen, die uns oft genug um die Ohren fliegen? Oder soll damit bewiesen werden, dass die Kirche auf dem Laufenden ist? - Christus, zu dem wir eingeladen sind, wird auch in dieser Predigt nicht erwähnt. Viel Geschwätz - aber keine Glaubensvertiefung.


2
 
 KatzeLisa 2. Jänner 2022 
 

Traurig

Bischof Bertram Meier möchte es sich nicht mit den herrschenden Politikern verderben. Ganz vorsichtig mahnt er das Lebensrecht der Ungeborenen an. Dabei ist offensichtlich, wohin die Reise gehen wird. Wieder einmal meldet sich ein Bischof, wenn überhaupt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und wäscht dann sicher wie Pilatus seine Hände in Unschuld.
Das Urteil des Bischofs zum Corona-Geschehen mag ich gar nicht kommentieren. Wie blind sind unsere Hirten?


5
 
 Manfred Lang 2. Jänner 2022 
 

Freiheitlich und demokratisch, dann halt ohne den Bischof

Herr Bischof macht anfangs seiner Predigt einen Ausflug in die Zeit der Aufklärung und der Rolle der Wissenschaften. Er leitet damit seine subversiven Appelle gegen die Menschen ein, die zu Hunderttausenden auf die Straßen gehen. Für ihre Freiheitsrechte und gegen die Impfpflicht. Wenn man als Bischof stattdessen öffentlich sich für das Impfen positioniert, dann ist das sicher sehr systemstützend. Man lässt aber dabei viele der Gläubigen alleine. Und zugleich suggeriert der Bischof, dass man Verschwörungstheorien und Fake-News auf den Leim geht, wenn man nachlaufe und mitlaufe. Kein klares Wort zur Freiheit des Christenmenschen, der eigenverantwortlich und aufklärerisch sich mit anderen Positionen auseinandersetzt, Regierungspositionen überprüft, andere renommierte Wissenschaftler für sein Urteil heranzieht. Das mag zwar im Einzelnen nicht systemtragend sein, aber eine freiheitliche und demokratische Verhaltensweise ist es allemal. Halt dann eben ohne den Bischof!!


4
 
 Manfred Lang 2. Jänner 2022 
 

Milde Predigt gegen Koalition - brandgefährlich für Ungeborene

Wenn es um das Lebensrecht der Ungeborenen geht, macht es der Bischof nicht anders als die allermeisten seiner Kollegen. Er mahnt in allgemeiner Form dieses Lebensrecht an. Konkretere Zuweisungen an die Koalitionäre liest man nicht. Herr Bischof zieht sich vornehm hinter die ersten hundert Tageregel zurück. Dabei hat der neue Justizminister Buschmann,FDP, bereits als sein nächstes Projekt die Streichung des § 219a StGB (Werbung für Abtreibung auf Arzt-HP) angekündigt. Dies ist übrigens ein politisches Projekt aller Koalitionäre. Man könnte auch, ohne viel falsch mit Blick auf die Ungeborenen zu machen, sagen: rotgrüngelbe Todesschwadronen. Wenn man die politischen Positionen dieser Todesengel anschaut, dann wird es mit dieser Regierung für Ungeborene brandgefährlich. Viele, wenn nicht die meisten dieser Parteien wollen den § 218 StGB, der jetzt schon die Ungeborenen nicht wirklich schützt, ganz streichen. Und mit dem Merkel-Günstling Harbarth als BVerfG-Präsident gelingt dies auch.


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 ThomasR 2. Jänner 2022 
 

Fraueordination widerspricht selbst dem von Bischof Meier genannten Augsburger Bekenntnis 1530

und ist damit selbst gegen Ökumene gerichtet.

die Stimme von Bischof Meier sehr wichtig.


1
 
 Veritas 2. Jänner 2022 
 

Enttäuschend

Der "Impfberti" (so sein Spitzname in Augsburg wegen seiner Impfdrängelei im vorigen Jahr) diffamiert Demonstranten, die sich gegen einer übergriffige Politik wehren und gerade für Freiheit, Grundrechte, Rechtsstaat und Demokratie eintreten, als angeblich "demokratiefeindlich" oder gar "antisemitisch". Statt auf die diffamierenden Fake-News von Politikern und Medien hereinzufallen und diese zu verstärken, sollte er sich lieber mal selbst ein Bild machen. Sofern er da überhaupt Agressionen und Provokationen ausfindet, gehen die vom "Antifa"-Lager aus. Er könnte sich ja auch den öffentlichen Rosenkranzgebeten anschließen.
Hat man eigentlich gehört, dass auch nur einer der bayerischen Bischöfe gegen die Auflösung des Rosenkranzgebets in München am 29.12.2021 protestiert hat?


9
 

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