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Der ewigen Herrlichkeit entgegen!

23. Mai 2004 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Ein Beitrag von Dr. Josef Spindelböck: Nur dort, wo der Mensch ein offenes Herz hat für Gott, wo er sich den himmlischen Gaben öffnet, kann er diese auch empfangen.


An diesen Tagen sind viele der Aufforderung der Bischöfe gefolgt und haben an der „Wallfahrt der Völker“ in Mariazell teilgenommen. Auf die Fürbitte der Gottesmutter Maria wollten die Völker der mitteleuropäischen Länder Gott um Schutz und Segen bitten und zugleich ihren Dank dafür ausdrücken, dass dieses Zeichen der Einheit aufgrund der politischen Entwicklung der letzten Jahre nunmehr möglich geworden ist.

Wir können und wollen uns besinnen auf das, was wirklich trägt im Leben. In der zweiten Lesung aus der Offenbarung des Johannes wird uns Großes für unsere Zukunft verheißen. Alles Irdische ist vergänglich und unvollkommen. Gott aber möchte uns die Erfüllung unserer tiefsten Sehnsucht gewähren und uns im ewigen Leben mit allem Guten beschenken. So geht der Blick an diesem Sonntag nach Christi Himmelfahrt hin auf unser ewiges Ziel, die himmlische Herrlichkeit!

Gott selber lädt uns alle ein: „Wer durstig ist, der komme.“ Es geht um den „Durst“, um das innere Verlangen unserer Seele nach Liebe und Geborgenheit, nach letzter Erfüllung in der Begegnung mit Gott und in der personalen Gemeinschaft aller Geretteten. Dieser Durst der Seele wird gestillt werden, denn: „Wer will, der empfange umsonst das Wasser des Lebens.“ Genau dies scheint uns unfassbar: Für alles im Leben muss man sich anstrengen, und der Himmel sollte uns einfach geschenkt werden?! Ist das nicht zu billig? Kommen wir einfach so in den Himmel, ohne unser Zutun?

Dies trifft sicher nicht zu. Denn Gott ist Liebe, und Liebe drängt sich nicht auf. Liebe wartet auf Gegenliebe. Nur dort, wo der Mensch ein offenes Herz hat für Gott, wo er sich den himmlischen Gaben öffnet, kann er diese auch empfangen. Die Gnaden und Gaben Gottes werden uns nicht einfach „nachgeworfen“, wenn wir sie selber gar nicht beachten wollten. Sie werden uns sicher nicht gegen unseren Willen aufgedrängt.

Und doch gilt: Jeder – ganz ausnahmslos – empfängt von Gott die Einladung, gleichsam die „Freikarte“ für den Himmel. Jeder hat die Möglichkeit, diese Eintrittskarte anzunehmen und teilzunehmen am himmlischen Hochzeitsmahl. Gottes Liebe ist wirklich grenzenlos und schließt niemanden aus.

Was aber ist mit den Vielen, die dieser Einladung des Lammes Gottes Folge leisten und eintreten wollen ins ewige Reich Gottes? Es braucht hier noch eine Reinigung, die uns Gott selber schenkt. In der Lesung heißt es: „Selig, wer sein Gewand wäscht: Er hat Anteil am Baum des Lebens, und er wird durch die Tore in die Stadt eintreten können.“

Mit dem „Gewand“ ist gleichsam das „Kleid“ unserer Seele gemeint. Das heißt, es ist ein Unterschied, ob jemand in der Freundschaft Gottes lebt und darum ein weißes oder gar strahlendes Kleid hat oder ob jemand sich der Sünde hingibt (und leider gibt es viele schwere, todbringende Sünden jedweder Art!) und darum ein trübes und beflecktes „Kleid“ mitbringt.

Wie aber waschen wir das Kleid unserer Seele? Durch das „Blut des Lammes“, d.h. indem wir die Erlösungsgnade Christi annehmen, der sein Blut für uns am Kreuz vergossen hat, um uns rein zu waschen von jeder Sünde. Vor allem sind hier die beiden Sakramente der Taufe und der Buße zu nennen. Ja, empfangen wir immer wieder, am besten in regelmäßigen Abständen, das Sakrament der Buße – die heilige Beichte –, denn hier wird uns wieder ein reines Kleid unserer Seele geschenkt, damit wir Gott vertrauensvoll nahen können und so einmal fähig sind einzutreten ins ewige Reich Gottes.

Wann aber wird dies sein, dass Gott uns zu sich ruft? Wir wissen es nicht. Es wäre hier falsch, sich auf eine unbestimmte Zeit zu vertrösten und zu sagen: Der Herr kommt noch lange nicht. Nein, er wird kommen wie ein Dieb in der Nacht! Da, wo ihn niemand erwartet, wird er anklopfen an der Tür unseres Herzens und uns fragen, ob wir bereit sind für ihn.

Selig, wer dann auf seine Stimme hört und ihm öffnet, damit er eintreten kann! Die Lesung endet mit sehnsüchtigen Ruf der frühen Christen: „Komm, Herr Jesus!“

Jetzt in der Woche vor Pfingsten verbinden wir diese Bitte um das Kommen des Herrn mit der besonderen Bitte um die Gabe des Heiligen Geistes, der dritten göttlichen Person. Der Geist der Heiligkeit möge uns frei machen von aller Ichbezogenheit und uns öffnen für die Gottes- und Nächstenliebe! Maria, du Braut des Heiligen Geistes, steh uns bei mit deiner Fürsprache! Amen.

Quelle:
www.stjosef.at



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