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Vatikan-Segen fürs Börsen-Depot - Warum Sie Meta, Amazon, Tesla oder Apple kaufen dürfen

12. Februar 2026 in Chronik, 5 Lesermeinungen
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Vatikanbank präsentiert ethische Aktienlisten in Kooperation mit dem Finanzdienstleister Morningstar - Z.B. nicht in Pharmafirmen investieren, die den Schutz des Lebens nach dem Verständnis des kirchlichen Lehramts nicht respektieren


Vatikanstadt  (kath.net/KAP/red) Die Vatikanbank hat gemeinsam mit dem Finanzdienstleister Morningstar zwei neue Aktienindizes vorgestellt. Ziel der am Dienstag vorgestellten Listen ist es, Anlegern eine Orientierung zu geben, welche Unternehmen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sind, sondern auch mit den Grundsätzen der katholischen Kirche im Einklang stehen. Rendite und Moral sollen Hand in Hand gehen. Solche Indizes zielen dabei nicht in erster Linie auf die Auswahl einzelner Aktien durch einzelne Anleger. Sie dienen vielmehr als Grundlage für Indexfonds, mit denen Investoren in ein ganzes Bündel von Unternehmen auf einmal investieren können.

Die beiden Indizes tragen die Namen "Morningstar IOR Eurozone Catholic Principles" und "Morningstar IOR US Catholic Principles".  Es dürften hier in Kürze entsprechende ETFs auf den Markt kommen.


Die Indices bündeln große und bekannte Unternehmen aus Europa und den USA. Im US-Index finden sich Unternehmen wie Meta (Facebook), Amazon, Tesla und Apple. In Europa gehören unter anderem die Deutsche Telekom, der Softwarekonzern SAP, der Versicherungskonzern Allianz und die spanische Santander-Bank dazu. Auch die Luxusmarke Hermès und die italienische Großbank UniCredit haben den Segen der Vatikanbank erhalten.

Das Auswahlprinzip folgt klaren Regeln: Aufgenommen werden Unternehmen, deren Geschäftspraktiken mit kirchlichen Vorstellungen zu Lebensschutz, sozialer Verantwortung und Umweltschutz vereinbar sind. Geschäftsmodelle, die diesen Werten widersprechen, bleiben außen vor. In einer Mitteilung betont das IOR, dass dieser Schritt die Übereinstimmung zwischen den internen Anlagerichtlinien und den Prinzipien der katholischen Soziallehre weiter stärke.

Konkret heißt das etwa, nicht in Unternehmen zu investieren, die mit Waffenherstellern in Verbindung stehen, oder in Pharmafirmen, die den Schutz des Lebens nach dem Verständnis des kirchlichen Lehramts nicht respektieren. Die Indizes verstehen sich damit als eine Art moralischer Filter für den Kapitalmarkt. Für die Vatikanbank ist das Projekt ein Schritt in Richtung Vertrauensaufbau. Nach Jahren mit Finanzskandalen und Ermittlungen setzt das Institut verstärkt auf Transparenz und international anerkannte Standards. Giovanni Boscia, Leiter der Vermögensverwaltung der Vatikanbank, betonte, dass die neuen Indizes helfen sollen, Investitionen konsequenter nach katholischen Ethikkriterien zu bewerten und offen darzustellen.

Seit geraumer Zeit gibt es schon einen ETF S&P 500 Catholic Values Index, der ähnlich aufgebaut ist und ein Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar (840 Millionen Euro) erreicht hat. Außerdem verwaltet der US-Fondsanbieter Ave Maria Mutual Funds  mehr als 3,8 Milliarden US-Dollar für seine Anleger. Auch diese Fondsfamilie wählt "katholische Aktien" aus.

 

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