Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  2. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  3. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  4. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  5. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  6. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  7. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  8. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  9. Hostienmangel in Kuba: Kirche in Panama und Puerto Rico senden Hilfe
  10. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  11. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  12. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  13. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  14. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  15. Bayerischer Rundfunk bezeichnet muslimische Kleidung für Frauen als ‚Modest Fashion‘

"Hier kam offenbar ein Element persönlicher Rache ins Spiel"

30. Dezember 2021 in Aktuelles, 61 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Martin Mosebach, der bekannte deutsche Schriftsteller, hat in einem Interview mit der "Welt" schwere Kritik an Papst Franziskus geübt - Wenn Franziskus daher Hand an die Tradition lege, könne dieser die Gläubigen nicht mehr zum Gehorsam verpflichten


Frankfurt (kath.net)

Martin Mosebach, der bekannte deutsche Schriftsteller, hat in einem Interview mit der "Welt" schwere Kritik an Papst Franziskus geübt. Mosebach gilt als Anhänger der sogenannten "Alten Messe" und ist über das Motu proprio von Franziskus zur Feier der Alten Messe "not amused". Durch die Anordnung von Franziskus sei dies künftig dem Gutdünken des jeweiligen Ortsbischofs überlassen. Er habe so einen Schritt von Franziskus durchaus "angesichts der Persönlichkeit des herrschenden Papstes und der Agenda der Leute in seiner Umgebung" durchaus für möglich gehalten. Er selber dachte aber, dass der Papst damit noch bis nach dem Tod von Benedikt XVI. wartet. "Hier kam offenbar ein Element persönlicher Rache ins Spiel.", meint Mosebach.


Laut dem Schriftsteller habe Franziskus Benedikt XVI. nicht verziehen, dass dieser Anfang 2020 den Ausgang der Amazonassynode beeinflusst und ihm die eigentlich erwünschte Aufhebung des Pflichtzölibats verhagelt habe. "Das hat Franziskus sehr zornig gemacht. Nun hat er sich revanchiert, indem er gegen die Alte Messe vorgegangen ist, also die Liturgie, die ein Herzensanliegen von Benedikt war und die er ausdrücklich rehabilitiert hatte.", meint Mosebach.

Angesprochen auf das Thema Gehorsam und ob dies nicht auch für konservative Katholiken gelte, erklärt der Schriftsteller, dass der Papstamt eben keine absolute Monarchie sei und dies auch in seinem Unfehlbarkeitsanspruch strengstens an die Tradition sei. Wenn Franziskus daher Hand an die Tradition lege, könne dieser laut Mosebach die Gläubigen nicht mehr zum Gehorsam verpflichten.

Mosebach zeigt sich in dem Interview auch überzeugt, dass der Verlust von Religion ein Land destabilisiere. "Wenn der Glaube wegbricht, dass der Mensch nicht die höchste und letzte Instanz ist, wird es finster." Der Autor erinnert dann an den Verlust von Geschichte, von dem Bewusstsein, sich selbst als Glied einer langen Kette zu erleben, als Erbe. "Wenn wir heute Christen sind, dann weil unsere Ur-Ur-Urgroßeltern schon Christen waren. Die Kette dieser Überlieferung reicht bis zurück ins Heilige Land. Ohne diesen Hallraum der Vergangenheit kann ich mir den Menschen nur als schemenhafte Existenz vorstellen.", so Mosebach.

Mosebach frage sich auch manchmal, ob er noch eine weiteren Franziskus ertrüge. Sein Blick gehe auch zu den Orthodoxen. Dort zeige sich, dass eine große Kirche gibt, die die Tradition des ersten Jahrtausends bewahre. "Was immer sich Verkehrtes in der katholischen Kirche tut, es kann die gesamte Kirche Christi nie bis ins Mark beschädigen. Sie hat in den Orthodoxen das Gegenbeispiel vor sich, an dem sie sich messen lassen muss und an dem sie sich korrigieren kann."


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - HEUTE ANMELDESCHLUSS!
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  4. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  5. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  6. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  7. Theologe Hartl: „Bei Christen laut aufschreien, beim Islam(ismus) jedoch milde lächeln, ist…“
  8. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  9. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  10. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  11. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  12. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  13. Bayerischer Rundfunk bezeichnet muslimische Kleidung für Frauen als ‚Modest Fashion‘
  14. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  15. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz