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"Ein Weg mit vielen Früchten"

28. August 2021 in Jugend, 1 Lesermeinung
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Zwei Wochen unterwegs nach Tschenstochau - Die Jugendkolumne von Viktoria Samp


Linz (kath.net)

Nach zwei wunderbaren Pilgerwochen bin ich aus dem Urlaub zurückgekehrt und werde von allen Seiten gefragt, wie es war. „Schön“, „toll“ –  ich versuche es so gut und wahrheitsgetreu wie möglich zu beschreiben, aber mir scheint, dass all das viel zu wenig gesagt ist. Es war eine ganz besondere Erfahrung. Zwar habe ich bereits in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gehabt, an kleineren Fußwallfahrten teilzunehmen, von der die längste drei Tage dauerte, aber die Erfahrung einer zweiwöchigen Wallfahrt ist noch mal etwas ganz anderes. Unser Ziel war Tschenstochau, aber wie ein schönes Sprichwort sagt, ist in solch einer Wallfahrt vor allem „der Weg das Ziel“.


Ich durfte in dieser Zeit viele kleine Wunder erleben und aufs Neue erfahren, dass die gute alte Weisheit, dass man immer mehr erhält, als man selber gibt, ihre Existenzberechtigung hat. Die Gastfreundlichkeit der Menschen unterwegs war einfach unglaublich, aber auch die gegenseitige Hilfe, die man von den Weggefährten erfahren hat. Zwei Wochen, in denen man sich keine Sorgen darum machen musste, etwas zu essen, zu trinken und einen Schlafplatz zu haben, da alle paar Kilometer jemand mit offenen Armen und leckeren Speisen und oft auch mit Tränen in den Augen auf die Pilger gewartet hat. Der Großteil der Menschen, denen wir unterwegs begegnet sind – Autofahrer, Anwohner, Spaziergänger – haben uns winkend und hupend begrüßt oder um Gebet gebeten. Singend, betend, strahlend, lachend, aber manchmal auch schweigend gingen wir durch die Straßen und den größten Gänsehaut-Moment hatte ich, als unsere Weggefährten, die geh- und sehbehindert waren oder durch einen Autounfall einen Arm verloren haben, lauthals und freudestrahlend gesungen haben „Lobet Gott, denn Er ist gut!“. Wie viel können wir alle von diesen Menschen lernen! Wie wunderbar ist es auch, dass man jeden Schmerz und jeden Tag in wichtigen eigenen und anderer Anliegen opfern konnte!

Auch eine besondere Erfahrung sind die Reaktionen meiner Mitmenschen auf meine Urlaubspläne und -berichte. Menschen, die nichts oder wenig mit der Kirche zu tun haben, fragen auf einmal danach, was mich dazu bewegt, so eine Herausforderung auf mich zu nehmen. Einige Diskussionen über die Kirche sind auch aufgekommen, teilweise auch große Kritik. Was auch immer die Früchte daraus sein werden – zumindest hat das Thema diese Menschen zu Reflexionen bewegt. Und dann gibt es solche, die auf einmal auch Interesse an solch einem Urlaub zeigen, obwohl sie Gott und der Kirche eher fern sind.

Welche Früchte diese zwei wunderbaren Wochen für meine Mitmenschen und mich haben werden, das weiß nur Gott. Für mich aber ist klar, dass – wenn nichts im Wege steht – diese Wallfahrt nicht meine letzte war!

 

Foto: (c) JASNA GORA


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