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Die Unternehmer und die soziale Verantwortung

1. Juli 2021 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Franziskus: die christliche Sicht der Wirtschaft und der Gesellschaft, die sich von der heidnischen oder ideologischen Sicht unterscheidet. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Botschaften und vor allem Videobotschaften: sie sind Mittel, durch die sich Papst Franziskus zu den verschiedensten Anlässen zu Wort meldet. Gerade in der Zeit der sogenannten Pandemie überwindet diese direkte Art der Kommunikation für den Papst Distanzen. So auch am 30. Juni 2021 mit einer Videobotschaft zur 24. Jahrestagung der ACDE – argentinischer Christlichen Unternehmerverband – zum hundertsten Jahrestag der Geburt des ehrwürdigen Dieners Gottes Enrique Shaw (24. April 2021).

Franziskus erinnerte dabei die Unternehmer seines Heimatlandes an die Pflicht zu mehr sozialer Verantwortung. Angesichts von Spekulation und Armut müsse die Frage gestellt werden, ob die Wirtschaft gerecht und sozial sei oder nur persönliche Interessen verfolge.

Der christliche Blick auf die Wirtschaft unterscheide sich von einer rein „heidnischen“ oder ideologischen Sichtweise. Der Aufbau eines gerechten Gemeinwesens funktioniere nur, wenn es von allen mitgetragen werde: von Gewerkschaftern und Unternehmern, Arbeitern und Managern gleichermaßen.

Arbeitsplätze würden vor allem durch kleine und mittelständische Unternehmen geschaffen. „Denn die Kreativität kommt von unten“, betont der Papst. Finanzielle Investitionen seien in diesem Kontext „lebensspendend, schöpferisch und kreativ“. Das Geld „zu verstecken“, wirke sich schädlich aus.


***

Papst Franziskus, Videobotschaft zur 24. Jahrestagung der ACDE – argentinischer Christlicher Unternehmerverband – zum hundertsten Jahrestag der Geburt des ehrwürdigen Dieners Gottes Enrique Shaw, 30. Juni 2021:

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich habe hier das Programm Ihres Treffens, und ich kann die Freude nicht auslassen, die ich vor kurzem hatte, den heroischen Tugendgrad von Enrique Shaw* zu unterschreiben (24. April 2021). Ich bitte ihn, Sie bei diesem Treffen zu begleiten und Sie voranzubringen.

Die christliche Sicht der Wirtschaft und der Gesellschaft, die sich von der heidnischen oder ideologischen Sicht unterscheidet, ist christlich und wird aus der Botschaft Jesu geboren, aus den Seligpreisungen, aus Matthäus 25, von dort wird die Sicht geboren. Und der Aufbau eines gerechten Gemeinwesens, wirtschaftlich und sozial für alle, muss von allen geleistet werden: von Gewerkschaftern und Unternehmern, Arbeitern und Leitfiguren. Wir müssen den Weg der Sozialen Wirtschaft beschreiten. Seien wir ehrlich, in den letzten Jahrzehnten wurde die Wirtschaft durch die Finanzwirtschaft erzeugt, und die Finanzwirtschaft läuft Gefahr, wie ein Kettenbrief zu enden, wo wir denken, es gibt viel und am Ende ist nichts da. Eine Inflation des Vermittlungsgeschäfts – ich vereinfache, es ist viel komplexer als das. Zur Ökonomie des Konkreten zurückkehren, nicht das Konkrete verlieren. Und was konkret ist, ist die Produktion, die Arbeit aller, dass es nicht an Arbeit mangelt, an Familien, an der Heimat, an der Gesellschaft. Das Konkrete. In einer Gesellschaft, in der es eine sehr große Armutsgrenze gibt, muss man sich fragen, wie es der Wirtschaft geht, ob sie gerecht ist, ob sie sozial ist oder ob sie nur persönliche Interessen verfolgt. Die Wirtschaft ist sozial.

Und um Arbeitsplätze zu schaffen, ist die Kraft der PIME wichtig, denn Kreativität kommt immer von unten. Also, zum Wohle der Allgemeinheit, mit der Geste, Arbeitsplätze zu schaffen. Es ist eine Herausforderung, Ihr Meeting ist eine Herausforderung an die Kreativität. Um Arbeitsplätze zu schaffen, hat uns die Pandemie dorthin gebracht, wo es uns fehlt, nicht wahr?

Um in das Gemeinwohl zu investieren, nicht um Geld in Steuerparadiesen zu verstecken. Investieren. Investition ist lebensspendend, schöpferisch, kreativ. Um zu wissen, wie man investiert, nicht um sich zu verstecken. Man versteckt sich, wenn das Gewissen nicht rein ist oder wenn man wütend ist. Wir alle wissen, was man auf dem Land sagt, wenn die Kuh keine Milch gibt: „Was ist mit der Kuh passiert, denn sie ist wütend, so dass sie die Milch ‚versteckt’?“. Wenn wir uns verstecken, dann deshalb, weil etwas schief läuft. Klarheit, Transparenz und Produktion. Investieren. Und soziales Vertrauen aufbauen. Es ist sehr schwierig, ohne soziales Vertrauen etwas aufzubauen. Manchmal sind diese großen Vereinbarungen von großen Firmen oder großen Investoren oder großen Leuten, sie sitzen alle am Tisch, nach Stunden machen sie die Vereinbarung, sie unterschreiben sie, und in dem Moment, in dem sie auf die Vereinbarung anstoßen, die auf der Seite des Tisches mit der anderen da drüben, machen sie eine unter dem Tisch. Nein, mit Vertrauen und niemals Vertrauen missbrauchen.

Ich wünsche Ihnen, dass dieses Treffen für all das nützlich sein wird. Möge Gott Sie segnen, möge die Gottesmutter über Sie wachen, mögen Sie kreativ sein, mögen Sie mutig sein und bitte beten Sie auch für mich. Danke!

* Enrique Ernesto Shaw (26. Februar 1921 – 27. August 1962) war ein argentinischer römisch-katholischer Geschäftsmann. Er wurde in Frankreich geboren und wanderte später nach Argentinien aus, wo er bei der Marine diente. Er förderte und ermutigte das Geschäftswachstum in Übereinstimmung mit der Soziallehre des Glaubens und gründete die Christliche Vereinigung der Geschäftsleute. Er war auch ein produktiver Schriftsteller und veröffentlichte eine Reihe von Büchern.

 


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Lesermeinungen

 berger 3. Juli 2021 
 

Luise Marie

Das nennen Sie "soziale Verantwortung"?
Nein, das ist eine Verführung zum Bösen.


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 luisa-marie 3. Juli 2021 
 

Soziale Verantwortung zeigt ein Unternehmer nicht nur allein durch eine gerechte Entlohnung. So hat sich der Eigentümer der Drogeriemarktkette Rossmann, Dirk Roßmann, dafür stark gemacht, dass die Angestellten seiner Kette vorrangig gegen Covid-19 geimpft wurden.


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 veritas3 2. Juli 2021 
 

Frage an Vernunftbegabte: Wie passt die Predigt,

der Unternehmer soll soziale Verantwortung übernehmen mit der Forderung der Abschaffung des Privateigentums zusammen?


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 si enim fallor, sum 1. Juli 2021 
 

In den letzten 75 Jahre ist Argentinien arm geworden.

Sie hatte in 2019 ein Bruttosozialprodukt nicht größer als Österreich aber 5 mal mehr Einwohner als Österreich. D. h. in 2019 war der österreichische Prokopf-Einkommen 5 mal großer als der argentinische Prokopf-Einkommen.
Aber in 1950 der österreichische Prokopf-Einkommen war nur ein 76% des argentinischen.

D.h., Argentinien hat sich sehr verschlechtert seit 1950. Daran Schuld sind meine Meinung nach die argentinischen Politiker und ihre Demagogie.
Die armen Argentinier haben sich bezirzen lassen.


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 si enim fallor, sum 1. Juli 2021 
 

Das Problem Argentiniens sind seit vielen Jahren seine Politiker

Vor den Peronisten (jetzt 75 Jahre) war Argentinien eines der reichsten Länder dieser Erde, und was viel wichtiger ist mit vergleichsweise eindeutig weniger Armut als die meisten Länder der Welt.

Heute steht Argentinien wieder (es ist in den letzten Jahrzehnten schon mehrmals bankrott gegangen) am Rande des Bankrotts.

Für mich sind die argentinischen Politiker schuld (nicht nur die Peronisten, aber besonders die Peronisten).

Wohlgemerkt, Perón war ein viel besserer Präsident als seine desaströsen Nachfolger (einschließlich seiner Frau).


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 Totus Tuus 1. Juli 2021 
 

Heute wird oft vergessen...

ohne die "Reichen" würden die Armen noch viel weniger haben. Der Lockdwon hat über 150Mio Menschen näher an den Hungertod gebracht. Sicherlich sollten die Unternehmen gemäss der Soziallehre handeln, diese jedoch lehnt den Kapitalismus nicht ab und ist nicht für ein Grundeinkommen wie es die Sozialisten und unser Hl. Vater fordern. Als Papst sollte er lieber die Brüder im Glauben stärken, anstatt sich in die Politik einzumischen.


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