Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  4. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  5. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Was auch immer Synodalität sein soll
  8. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  9. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  12. „Warum bin ich Christ“
  13. Was eine Messe wiegt
  14. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Was macht Franziskus mit Entschuldigungsforderung aus Kanada?

7. Juni 2021 in Chronik, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach dem Fund toter Kinder bei einem früheren katholischen Internat in Kanada steht die Kirche unter Druck. Die Regierung fordert eine Entschuldigung des Papstes - Kathpress-Hintergrundbericht von Roland Juchem


Vatikanstadt  (kath.net/KAP) Es mag zeitlicher Zufall sein. Doch wahrscheinlich wird Papst Franziskus am Samstag mit seinen beiden kanadischen Kurienkardinälen auch über die Nachrichten aus deren Heimatland gesprochen haben. Darüber, dass auf dem Gelände des früheren katholischen Internats Kamloops in Westkanada die sterblichen Überreste von 215 Kindern gefunden wurden. Und über die Aufforderung von Premierminister Justin Trudeau, der Papst solle offiziell zu ihrer früheren Rolle im kanadischen Heimsystem Stellung beziehen. Über Inhalte der getrennten Unterredungen mit Kardinal Marc Ouellet von der Bischofskongregation und Michael Czerny, in der Entwicklungsbehörde zuständig für die Themen Migration und Flucht, wurde nichts bekannt. Ouellet hat wöchentlich einen Termin bei Franziskus wegen Personalia von Bischöfen.

Czerny, ein Vertrauter von Franziskus, ist eher sporadisch bei ihm. Dass gleichzeitig die Ernennung des neuen Päpstlichen Nuntius für Kanada bekanntgegeben wurde, fügt sich ins Bild. Die Personalie selbst dürfte längerfristig vorbereitet und entschieden worden sein. Als künftiger Botschafter in Ottawa wird sich der slowenische Vatikandiplomat Ivan Jurkovic (68) gleich zu Beginn mit diesem dunklen Kapitel befassen müssen. Bislang war Jurkovic ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN-Sonderorganisationen in Genf, der Welthandelsorganisation (WTO) und der Internationalen Organisation für Migration (IMO). Seit dem Fund der toten Kinder mittels Bodenradar auf dem Gelände des früheren Internats in Westkanada, das zuerst von der katholischen Kirche und später vom kanadischen Staat betrieben wurde, steht die Kirche dort unter Druck. Sie hatte das Internat nahe der Kleinstadt Kamloops im Westen des Landes 1890 eröffnet.


In der Einrichtung waren Söhne und Töchter aus indigenen Familien zumeist zwangsweise untergebracht, um sie an die "christliche Zivilisation" heranzuführen. Das Internat war eines von 139 Umerziehungsheimen in Kanada, die überwiegend unter kirchlicher Leitung standen. 1969 übernahmen staatliche Behörden das Internat, 1978 wurde es geschlossen. Es ist bislang unklar, ob der Papst eine Vergebungsbitte aussprechen wird wegen der kirchlichen Schuld bei den Umerziehungsinternaten, in denen es auch verbreitet Missbrauch und Misshandlungen gab. Bisher hat Franziskus solche Bitten um Entschuldigung ausgesprochen, wenn er die betreffenden Länder besuchte. Dies geschah etwa 2018 in Irland, wo es neben Missbrauch durch Kleriker in Gemeinden ein Heim-System gab, dessen Einrichtungen von der Kirche im Auftrag des Staates geführt wurden. Bereits 2013 bat der Pontifex für die Rolle der Kirche im Kolonialismus um Entschuldigung.

Bei einem Besuch in Bolivien im Jahr 2015 entschuldigte sich Franziskus für die "vielen schweren Sünden, die im Namen Gottes gegen die Ureinwohner Amerikas begangen wurden". Mit Bezug auf die Umerziehungsinternate für indigene Kinder in Kanada entschuldigte sich die kanadische Regierung 2008 formell für das System. Trudeau sagte am Freitag, dass sich viele "fragen, warum die katholische Kirche in Kanada schweigt und keine Stellung bezieht". Am gleichen Tag hatten UN-Menschenrechtsexperten sowohl die Regierung Trudeau als auch den Vatikan zu einer restlosen Aufklärung der Fälle in Kamloops und anderen Einrichtungen aufgefordert. Es sei "schlicht unvorstellbar", dass mögliche Verantwortliche ungeschoren davonkämen, hieß es in der Stellungnahme. Außerdem verlangten die UN-Experten Entschädigungen für noch lebende Opfer von Misshandlungen und Missbrauch.

 

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  3. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  4. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  5. Frankreich: Jugendliche schänden Kirche und feiern islamistischen Rap-Song
  6. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  7. Über 3000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben in Wien 2026
  8. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  9. Wie die Geschichte von Baby Miran ungeborene Kinder rettete
  10. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  11. Aktionäre fordern FedEx auf, den Versand von Abtreibungspillen einzustellen
  12. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  13. Israel: Vikariat ruft drei Jahre nach 7. Oktober zu Versöhnung auf
  14. Georgien: Kirchen- und Staatsoberhaupt bekräftigen christliche Wurzeln
  15. Der Beginn eines neuen Kapitels im Vatikan?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz