Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  7. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  14. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  15. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich

„Die Schere im Kopf geht auf“

5. Mai 2021 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Es steht schlecht um die Meinungs- und Redefreiheit in Nord- und Westeuropa sowie im deutschsprachigen Raum.“ Von Jürgen Henkel


Berlin (kath.net/jh) Praktizierte Homosexualität ist laut biblischem Zeugnis Sünde. An keiner Stelle der Heiligen Schrift wird Homosexualität positiv gesehen, im Gegenteil! Die Kirche kann deshalb keine homosexuellen Paare und Praktiken segnen. Das ist die Lehre der Bibel und der Kirche, zumindest der katholischen Weltkirche, des Vatikans und aller orthodoxen Kirchen weltweit. Es steht jedem frei, diese Glaubenslehre zu teilen oder nicht. Niemand wird gezwungen, diese Sicht zu teilen.

Finnland liefert derzeit freilich ein erschreckendes Beispiel dafür, wie weit der antikirchliche Kulturkampf zum Schaden der Meinungsfreiheit mittlerweile in Europa fortgeschritten ist, wenn das bloße Benennen dieser traditionellen und biblisch begründeten Positionen des christlichen Glaubens schon zur Strafverfolgung mit drohenden Haftstrafen führt. Unter dem Deckmantel von Minderheitenschutz, besonders sexueller Minderheiten, und dem Vorwand des Kampfes gegen „Hate Speech“ wird vor allem ein regelrechter Feldzug gegen traditionelle Werte und den christlichen Glauben in Europa und weltweit geführt. Längst mit dem Ergebnis einer Zensur.

Diese Entwicklung zur Zensur in immer mehr Ländern Europas ist auch eine Folge des gesellschaftsverändernden Marsches der Linken durch die Institutionen seit der 1968er „Revolution“ – besser: Bewegung – in vielen Staaten. Das alles folgt der marxistischen Handlungsanweisung für linke Unterwanderung von Politik, Gesellschaft, Medien, Wissenschaften und Kultur wie nach dem Lehrbuch. Derzeit wird das besonders deutlich im Gender-Schrecksprech und der gesamten Gender-Ideologie, die zur Staatsdoktrin werden soll, sowie dem Bestreben um Auflösung der Kulturnationen, deren Existenz immer öfter wider alle Evidenz in ideologischer Absicht als Ergebnis fiktiver historischer Narrative gewertet wird. Angestrebt wird die Vermassung des Menschen. Das Ganze ist auch ein Kampf gegen den Individualismus. Die Herrschaft über Sprache und Denken spielt dabei eine ganz zentrale Rolle. Nicht umsonst sprach Olaf Scholz noch als SPD-Generalsekretär begeistert von der „Lufthoheit über den Kinderbetten“.


Der planwirtschaftliche Staatsbankrott der kommunistischen Länder mit dem Ergebnis der Revolutionen von 1989 hat diesen Durchmarsch der 1968er durch die Institutionen kurzzeitig unterbrochen. Erinnert sei an das Bonmot von Otto von Habsburg, der Mitte der 80er Jahre gerne konstatierte, dass es die letzten überzeugten Marxisten außerhalb des Ostblocks nur noch in kommunistischen Regimen Afrikas und in westdeutschen Studentenkreisen gebe.

Heute spielt sich gerade in Deutschland die Linke – jene Nachfolgepartei der SED, der Partei des Schießbefehls – als Gralshüter von politischer Moral, Sitte und Anstand im „Kampf gegen Rechts“ auf, im Verbund mit den Grün*innen. Die CDU hievt währenddessen einen Bodo Ramelow in Thüringen ins Ministerpräsidentenamt, der nicht bereit ist, die DDR als Unrechtsregime zu bezeichnen. Gleichzeitig mokieren und echauffieren sich CDU-Politiker über die Nominierung des CDU-Mitglieds Hans-Georg Maaßen als CDU-Bundestagskandidat in Thüringen. Schräger geht’s nimmer!

Die Linken, die Grün*innen und die medial immer noch gut vernetzte SPD bestimmen heute die Regeln und legen vor allem erlaubte Inhalte und Grenzen politischer Diskurse fest. Weltweit wird dieser Kulturkampf vor allem von dem zwielichtigen Milliardär George Soros finanziert und gefördert. Doch halt: das ist ja eine Verschwörungstheorie. Und nach Hintergrundnetzwerken darf doch nur gefragt werden, wenn es darum geht, die Schauspieler der „#allesdichtmachen“-Videos zu kritisieren und einzuschüchtern, indem man ihnen vorwirft, Opfer finsterer rechter Netzwerke im Hintergrund geworden zu sein, die diese Kampagne initiiert und gesteuert hätten. Bei einigen mit Erfolg, siehe Heike Makatsch.

Wer sich nicht innerhalb der engen von den Linken gesetzten und den linksrotgrünen Leitmedien vermittelten Gesinnungskorridore bewegt, wird sofort als Vertreter einer „neuen Rechten“ diffamiert und ausgegrenzt. Den Kirchen, die ihre bisherigen Werte hochhalten, steht noch einiges bevor, wenn sie sich nicht an die entsprechenden Lobbys assimilieren. Die Katholische Kirche weltweit hat dies freilich – von einigen selbsternannten Avantgardisten abgesehen – nicht vor, und die Orthodoxe Kirche sowieso nicht.

Im Ostblock galt in kommunistischen Zeiten immer die Rede von der „Schere im Kopf“, die das Regime erzeugen will. Diese „Schere im Kopf“ geht langsam auch in unseren Demokratien auf, unterstützt von einer politisierten Justiz wie in Finnland. Es steht schlecht um die Meinungs- und Redefreiheit in Nord- und Westeuropa sowie im deutschsprachigen Raum. Und mit medialem Dauerfeuer, Druck seitens der EU und Soros-Millionen sollen auch die noch sperrigen ost- und südosteuropäischen Länder auf Kurs gebracht werden. Die dortigen Völker sind jedoch nach ihrem erfolgreichen Freiheitskampf gegen die atheistischen Regime nicht der EU beigetreten, um Gay-Paraden zu erleben, sondern für Meinungsfreiheit und europäische Werte. Es liegt auch an den Kirchen in Europa sowie an der Christdemokratie und den Konservativen, ob der linke Kulturkampf Erfolg haben wird oder nicht.

Dr. Jürgen Henkel ist evangelischer Theologe und Publizist sowie Bezirksvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CSU/EAK in Oberfranken.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Wissen Sie, wer die Idee zum fünffarbigen Missionsrosenkranz hatte?
  2. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  3. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  4. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  5. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  6. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  7. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  8. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  9. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  10. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben
  11. Britische Regierung will ein Verbot für katholische Premierminister aufheben
  12. Tantum ergo Sacramentum
  13. Stift Heiligenkreuz unter neuer Leitung
  14. '40 Tage für das Leben' in Wien
  15. Akademie Johannes Paul II. begrüßt Ablehnung des britischen Euthanasiegesetzes

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz