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Russisch-orthodoxer Außenamtschef Metropolit Hilarion: "Wir haben nicht Absicht, Ostern zu ändern"

7. April 2021 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Gemeinsames Osterdatum: Moskau reagiert ablehnend


Moskau (kath.net/KAP) Mit Skepsis reagiert man in Moskau auf den jüngsten Vorstoß für ein gemeinsames Osterdatum aller christlichen Kirchen. Eine Kalenderreform und die Änderung der Berechnung des Osterdatums stehe nicht auf der Agenda der russisch-orthodoxen Kirche, erklärte der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), in einem aktuellen Kommunique. Derartige Vorschläge seien in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehrfach und auch im Weltkirchenrat diskutiert wurden. Im Kern gehe es um die einfache Frage, wer vom eigenen Termin der Osterfeiern abgehe, so der Metropolit: "Wir haben zum Beispiel nicht die Absicht, unser Ostern zu ändern."


Aus dem russisch-orthodoxen Kirchenvolk gebe es keine Forderungen nach einer Änderung des Kirchenkalenders, so Hilarion weiter. Dies betreffe nicht nur das Osterdatum, sondern auch die Übernahme des Gregorianischen Kalenders, hielt der Metropolit fest.

Zuletzt hatte Erzbischof Job (Getcha), der Ständige Vertreter des orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel beim weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), mit dem Vorschlag aufhorchen lassen, das 2025 anstehende 1.700-Jahr-Jubiläum des Ersten Ökumenischen Konzils von Nicäa (325) zum Anlass zu nehmen, die Bemühungen um ein künftig gemeinsames christliches Osterdatum voranzutreiben. Der Vatikan hatte den Vorschlag positiv aufgenommen. Auch der koptische Papst-Patriarch Tawadros II. hatte sich vor einigen Jahren in einem Schreiben an Papst Franziskus für einen gemeinsamen Ostertermin stark gemacht.

Seit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 wird das älteste Fest der Christenheit am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte und beim Julianischen Kalender verblieb, feiern Ost und West in den meisten Jahren an unterschiedlichen Terminen. So fiel der Ostersonntag in den Westkirchen heuer auf den 4. April, während die Orthodoxie Ostern am 2. Mai feiert. Regelmäßig fallen das östliche und das westliche Osterdatum aber auch zusammen. Das nächste Mal ist das 2025 der Fall.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

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Lesermeinungen

 scientia humana 7. April 2021 
 

Die Orthodoxen können sich ca. 33 Tsd Jahre Zeit lassen

bis ihr Weihnachten mit Ostern zusammenfällt.

Wenn ich es recht verstehe, macht der Ostkalender ca. alle 128 Jahre einen Sprung um einen Tag (die durch 100 teilbaren Jahre sind nämlich im gregorianischen Kalender keine Schalttage, die durch 400 teilbaren schon). Bei aktuell 13 Tage Unterscheid gibt es von Zeit zu Zeit noch gemeinsame Ostertermine. Nach dem nächsten Sprung um einen Tag in 2100 werden es aber weniger Termine sein.

Ab ca. 3600 gibt es überhaupt keine gemeinsamen Ostertermine mehr ...


1
 
 KMCA 7. April 2021 
 

Es gibt einen Kompromiss, der denkbar wäre

Das Grundproblem ist ja, dass der von den Orthodoxen verwendete Kalender immer mehr von der astronomischen Realität abweicht. Im Moment ist es nur störend: aber je länger die Orthodoxie an ihrem Kalender festhält, desto absurder wird das Ganze.
Man könnte aber guten Willen zeigen, und beispielsweise für die nächsten 50 oder 100 Jahre den orthodoxen Oster-Termin nehmen. Und dann umsteigen. Das ist eine Lösung, mit der eventuell die Orthodoxie auch leben kann, weil die ja auch keine Idioten sind. Und genau wissen, dass sie früher oder später etwas tun müssen: sonst haben sie Ostern irgendwann im Sommer.


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