Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  2. Papst ruft erneut zu Corona-Impfungen auf
  3. „Bischof Bätzing dankt Hans Küng zutiefst für das großartige Wirken. Ohne Anlass“
  4. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  5. Die große Flucht
  6. Augsburger Bischof Meier fordert für Frauen ein diakonisches Dienstamt mit eigenem Profil
  7. Hans Küng - Entzauberung eines Synkretisten
  8. Orthodoxer Theologe: Kein Schisma zwischen West- und Ostkirche
  9. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  10. Antifa-Flagge über dem vor allem aus kirchlichen Spenden finanzierten Rettungsschiff „Sea-Watch 4“
  11. Spaltung in der katholischen Kirche in Folge des Synodalen Wegs
  12. „Ich weiß nicht, ob noch Zeit ist, einen Aufstand in der deutschen Kirche zu verhindern“
  13. Sonntag der Barmherzigkeit bei der heiligen Faustyna Kowalska
  14. Deutschland: 42 Prozent haben das Vertrauen in die Politik komplett verloren
  15. Belgien: Mann will Ordensschwester werden

Syrisch-katholischer Patriarch sieht Dialog mit Islam skeptisch

5. März 2021 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ignatius Youssef III. Younan: Meist nur "Monolog der guten Absichten vonseiten der Christen"


Rom/Bagdad/Beirut (kath.net/KAP) Der Patriarch der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien hat sich in Sachen christlich-islamischer Dialog skeptisch geäußert. Kurz vor Beginn der viertägigen Irak-Reise des Papstes sagte Ignatius Youssef III. Younan der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR: "Es tut mir leid, sagen zu müssen, dass die große Mehrheit der irakischen Christen, wie auch die Christen im Nahen Osten, wenig Interesse an hochrangigen Treffen und Zeremonien haben."

Sie glaubten nicht an einen "theoretischen Dialog der Religionen", so der Patriarch. Denn leider handele es sich dabei meist nur um einen "Monolog der guten Absichten vonseiten der Christen". Younan rief dazu auf, sich nicht auf eine Sprache der politischen Korrektheit zu beschränken. Stattdessen müsse man "klar und deutlich" für eine Achtung der Bürgerrechte eintreten. Diese sollten für alle Bürger gelten, "auch in Ländern mit einer muslimischen Mehrheit".


Bloße Erklärungen reichten nicht aus, vielmehr müsse die vielzitierte "Geschwisterlichkeit" wirklich gelebt werden - durch wahre Toleranz gegenüber den sogenannten Ungläubigen. Bis dahin sei es noch ein weiter Weg, gab der Geistliche zu bedenken: "Es sollte nicht vergessen werden, dass der Islam Religion und Politik nicht trennt."

Der in Beirut residierende Patriarch Younan wird Papst Franziskus im Irak persönlich empfangen. Für Freitag war eine Begegnung in der Kathedrale Unserer Lieben Frau der Erlösung in Bagdad geplant. Darüber hinaus soll es am Sonntag ein Treffen der beiden Kirchenführer in Karakosch geben. In der christlich geprägten Stadt sorgte 2014 der "Islamische Staat" für Verwüstung. Der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche im Irak gehören rund 45.000 Gläubige an, die fast alle in der Ninive-Ebene leben.

Mangelnde Einigkeit von Christen

Der Direktor der Hilfsorganisation "Christian Aid Program North Iraq" (CAPNI) Emanuel Youkhana blickte derweil in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag) mit Sorge auf die Zukunft der Christen im Irak. Das liege nicht nur an islamistischem Terror und einem untätigen Staat, sagte der ranghohe Vertreter der Assyrischen Kirche des Ostens. Den vielen christlichen Konfessionen und ihren Führern mangle es an Einigkeit, beklagte Youkhana. Viele bekämpften sich stattdessen lieber gegenseitig. Um die Gunst der schätzungsweise 300.000 im Irak verbliebenen Christen buhlten zehn Parteien. "Wir sprechen nicht mit einer Stimme, das ist wirklich unerfreulich."

Über Irak-Besuch von Papst Franziskus sagte Youkhana, dieser zwinge die Welt dazu, auf die Christen des Landes zu schauen, "gleich welcher Konfession wir angehören". Dass den Papst seine erste Reise nach der Corona-Pause in den Irak führe, mache der Bevölkerung den Wert der christlichen Gemeinden des Landes deutlich. "Franziskus bringt unsere Anliegen aufs nationale Tableau, ins Fernsehen, zu den Spitzenpolitikern. Und ich bin mir sicher, dass er hinter verschlossenen Türen deutlichere Worte wählen wird, als in den glatten diplomatischen Statements stehen werden."

Auf die Frage, welchen Satz er an Franziskus richten würde, wenn er ihn treffen könnte, antwortete der Geistliche: "Ich würde sagen, dass die Kirche des Ostens das Nest ist, aus dem unser Glaube geschlüpft ist. Wenn sie untergeht, verliert das Christentum seine Wurzeln. Über 2.000 Jahre lang haben wir die Region bereichert. Wir können heute Brücken bauen, wo andere Mauern errichten."

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

 Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 KatzeLisa 7. März 2021 
 

andere Interessen

Die westlichen Politiker haben unter der Führung der USA völlig andere Interessen als den Schutz der Christen in den muslimischen Staaten und weltweit. Es geht um Geopolitik, Wirtschaft und Einflußnahme. Unter dem Deckmantel Demokratie unterstützt der Westen z.B. die Rebellen in Syrien, die in Wahrheit Terroristen sind, und bekämpft weiterhin den syrischen Präsidenten Assad. Die verhängten Sanktionen schaden der syrischen Bevölkerung, die Menschen hungern und frieren. Die Jungen verlassen das Land, wer soll es wieder aufbauen. Seit Monaten bitten die Geistlichen um Aufhebung der Sanktionen und Hilfe für die Menschen vor Ort. Aber Frau Merkel nimmt lieber tausende junge Syrer in Deutschland auf, als ihre Politik zu ändern.
Es bleibt an uns, die Menschen durch Hilfswerke wie "Kirche in Not" zu unterstützen und im Gebet für sie einzutreten.


1

0
 
 SalvatoreMio 6. März 2021 
 

Peter Scholl-Latour

@notarius: ich meine, wenn Politiker mehr auf Peter Scholl-Latour gehört hätten, wäre manches Weltelend unterblieben - oder?


3

0
 
 SalvatoreMio 6. März 2021 
 

Was können wir tun?

@mphc: ja,für unsere leidenden Mitchristen wie die im Nahen Osten, ist unser Gebet sehr wertvoll! Sie dürfen sich nicht vergessen fühlen. Dann: sofern passend,sollten wir im Gespräch gern mal den Blick auf notleidende Völker richten, besonders auf die, die kaum in den Medien vorkommen, und das sind oftmals Christen. Drittens habe ich seit langem Vertrauen zu den Projekten von "Kirche in Not".


7

0
 
 notarius 6. März 2021 
 

@laudeturJC

Ich kann mich Ihnen nur anschließen. Wir kennen alle das westliche PC-Gerede. Das aber ist Ideologie, Lüge oder günstigstenfalls Unwissen. Es gibt weltweit zwei Gruppen von Muslimen. Zum einen die Frommen, welche den "Ungläubigen" bis zum letzten Tag der Welt keine Bürgerrechte zugestehen werden. Andererseits gibt es die säkularisierten Muslime, die aber werden von ersteren verachtet und selbst bekämpft. Das ist die Wirklichkeit. Wer ein bisschen Literatur des bedeutendsten Islam-Kenners der Neuzeit, Peter Scholl-Latour, gelesen hat, wird das alles wissen. Was dagegen an den Unis diesbezüglich verzapft wird, ist aus verschiedenen Quellen gespeiste Ideologie.


5

0
 
 mphc 6. März 2021 

Die christlichen Kirchen im Irak

und im ganzen Nahen Osten kämpfen um ihr Überleben!
Was können die nahöstlichen Christen außer beten (vertrauendes Gebet ist gaaanz wichtig!). Was können WIR in Mitteleuropa für sie tun???


8

1
 
 laudeturJC 6. März 2021 

Von Assisi nach Abu Dhabi

ein Holzweg, wenn nicht schlimmer....


13

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu









Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Bischof Bätzing dankt Hans Küng zutiefst für das großartige Wirken. Ohne Anlass“
  3. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  4. Spaltung in der katholischen Kirche in Folge des Synodalen Wegs
  5. Die große Flucht
  6. „Ich weiß nicht, ob noch Zeit ist, einen Aufstand in der deutschen Kirche zu verhindern“
  7. Hymnen-Hype und billiges Bashing – „Von der christlichen Lehre blieb bei Hans Küng nicht viel übrig“
  8. Hans Küng - Entzauberung eines Synkretisten
  9. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  10. „Wenn meine Kirche jetzt auf dem Mittelmeer unter der Flagge der Antifa segelt, ist das der Bruch!“
  11. Frankreich: Zwei Priester nach Ostermesse festgenommen
  12. Joachim Frank wettert über 'Retrokatholizismus' in Kirche
  13. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  14. Der in den Patienten verwandelte Bürger oder der maskierte Mensch
  15. Gram und Schrecken des szientistischen Fideismus

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz