Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  6. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  7. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  8. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  14. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

"Ohne Klarheit in der Sprache wird die Verwirrung wachsen"

2. November 2020 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Verharmlosungen von katholischen Bischöfen gehen schon sehr nahe an eine unerträglich Täter-Opfer-Umkehr, die natürlich schärfstens zu verurteilen ist." Der Montagskick von Peter Winnemöller zum Anschlag in Nizza


Linz (kath.net)

Es war ein Schock, der jeden anderen Gedanken für den Moment verblassen ließ, als in Frankreich Menschen beim Gebet in der Kirche ermordet wurden. Es ist unmöglich, zu beschreiben was man empfindet, da - ebenfalls in Frankreich - ein Priester vor seiner Kirche niedergeschossen wurde. Es ist wahrlich ein Grund zur andauernden Beunruhigung, wenn in Österreich in Kirchen randaliert wird. Menschen kamen dort (noch) nicht zu Schaden, doch man müsste sehr naiv sein, wenn man nicht mindestens die Möglichkeit einkalkuliert, dass dies Morgen schon geschehen könnte. Es ist sprechend, wenn alle diese Gewalttaten geschahen, während die Täter einen zum islamischen Kampfruf gewordenen Gebetsruf erschallen ließen.

Schnell sind alle mehr oder weniger wohlmeinenden Kräfte zur Stelle, um den Ausbruch der Gewalt zu kommentieren. Da wird davon geredet, dass der Hass unter den Religionen geschürt worden sei. (Der Vorsitzende der DBK) Der namentlich nicht genannte Twitterer, der unter dem Account Erzbischof Schick twittert, schrieb davon, Beleidigung von Religionen sei auszuschließen. Religionen müssten sich Freiheit und Toleranz gewähren. Auch eine große Zahl von politischen Statements war landauf landab zu sehen. Ihnen allen war gemeinsam, dass – ganz politisch korrekt und in Sinne der Regeln der Identitätspolitik – die Wurzel der Gewalt nicht genannt wurde. Was aber soll man den annehmen, wenn der Kampfruf der Islamisten den Terror begleitet?


Nun würde man arg verkürzen, wenn man „den Islam“ als Urheber der Gewalt brandmarken wollte. Das ist er nicht. So einfach darf man es sich nicht machen. Man vermag - mit nur wenig historischen Kenntnissen - „das Christentum“ nicht als eine nur friedfertige Religion erkennen. Wer also zwischen einem „hier die friedlichen Christen“ und „dort die martialischen Muslime“ scheiden will, geht falsch. Man muss schon etwas tiefer graben, um die Wahrheit zu finden. In der Tat stand und steht die Kirche im Sinne ihres Stifters Jesus Christus immer für den Frieden, auch wenn einzelne Vertreter der Kirche – sogar Päpste – exakt das Gegenteil taten. Es gibt zudem auch immer eine moralische Rechtfertigung, sich angemessen zur Wehr zu setzen. Doch der Kern ist immer der Frieden, den der Herr am Ostermorgen seinen Aposteln wünschte, den auch die Kirche weiterzutragen hat.

Im Gegensatz dazu trägt der Islam durchaus eine martialische Komponente in sich, die sich kaum wegdiskutieren lässt. An dieser Stelle muss erneut betont werden, dass es „den Islam“ nicht gibt. In Gegensatz zur Kirche, die nicht nur ein höchstes, unbedingt verbindliches Lehramt hat, gibt es auch den Jurisdiktionsprimat, der unbedingt und letztinstanzlich feststellen kann, was Recht in der Kirche ist. Im Islam kann jeder Rechtsgelehrte auch islamisches Recht mit höchster Autorität sprechen. Jede Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) ist ebenso gültig, wie ein exakt gegenteiliges Rechtsgutachten. Das macht die Einordnung so schwer.

So kann niemand sagen, die Friedfertigkeit und Bürgerlichkeit, die unzählige Muslime in Deutschland und Europa an den Tag legen, wenn sie hier leben und arbeiten, sei nicht der Islam. Umgekehrt gibt es die gewalttätigen, kriegerischen Terroristen auf der ganzen Welt, die sich mit dem gleichen Recht auf den gleichen Islam berufen. Das ist auch der Islam. Das müssen sich diejenigen, die ein fortgesetztes verbales Appeasement gegenüber dem islamistischen Terrorismus betreiben, leider vorwerfen lassen: Die Verharmlosungen, wie die beiden obigen Beispiele von katholischen Bischöfen sie aufweisen, gehen schon sehr nahe an eine unerträglich Täter-Opfer-Umkehr, die natürlich schärfstens zu verurteilen ist.

Nicht die Nennung der Wahrheit schürt den Hass. Vielmehr ist es die erschreckende Verharmlosung und Verschleierung der Wirklichkeit, die am Ende den Hass hervorrufen wird. Dort in Frankreich wurden Glaubensbrüder und – schwestern von uns zu Märtyrern im Namen Christi. Sie legten Blutzeugnis ab für Christus. Die ermordeten Brüder und Schwestern in Frankreich wurden zu Heiligen, die sterbend Zeugnis gaben für die Güte und Liebe Gottes. Eine Güte, die sich klar und verstehbar von den martialischen Gewalttaten der islamistischen Terroristen unterscheidet. Das ist die Botschaft von Nizza! Diese Wahrheit hat ein katholischer Bischof den Menschen zu vermitteln! Rufen wir die Märtyrer von Nizza um Fürsprache an für die Kirche in Europa, auf dass sie aus dem Glauben heraus ihre Kraft wieder finde, für die Wahrheit Zeugnis abzulegen und der Versuchung des lebensgefährlichen politisch-korrekten Appeasement zu widerstehen.

Im Sinne von Nostra Aetate brauchen wir die Koalition der Verständigen und der Friedenswilligen. Wir brauchen aber auch die Wahrheit und Klarheit, dass wieder aufgeflammt ist, was NA in einer gewissen Naivität der Nachkriegsjahre in der Vergangenheit verortete: die zahlreichen „Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim“. Lassen wir es doch nicht zum äußersten kommen. Zum Zeigen der Friedensbereitschaft einerseits gehört auch das Demonstrieren der Verteidigungsbereitschaft gegen potentielle Gewalttäter. Dazu gehört ebenfalls eine klare Sprache.

 

 

Foto: Simone, eines der Opfer des Nizza-Anschlags


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  4. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  7. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  8. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  9. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  10. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  11. Apostolisch und nix anderes
  12. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  15. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz