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Mission heute: Den Menschen ,Hunger nach mehr’ machen …

19. Jänner 2004 in Österreich, keine Lesermeinung
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Kirchen seien gefordert, das Wesentliche zu vermitteln, betonte Professor Bertram Stubenrauch bei einer Tagung in Wien.


Wien (www.kath.net / PEW) Die „ungeheuere Lust am Unwesentlichen“ sei eine der wesentlichen Herausforderungen für die Kirchen. Das meinte der Wiener katholische Theologe Professor Bertram Stubenrauch bei der diesjährigen Ökumenischen Fachtagung in Wien. Dieses Kennzeichen der Konsumgesellschaft gebiete „prophetisches Reden“ und kritische Anfragen: „Tröstet denn die Lust am Unwesentlichen wirklich? Betäubt sie nicht vielmehr? Stumpft sie nicht ab?“

Christen sollten nicht in falsch verstandener Großherzigkeit „mit Lämmergeduld zusehen, wie sich eine Gesellschaft zu Tode amüsiert“, sondern: „Wir müssen den Leuten Hunger machen, Hunger nach mehr, Hunger nach dem Wesentlichen.“ In Klugheit die Geister zu unterscheiden, sei auch angesichts der gegenwärtigen Renaissance des religiösen Interesses erforderlich.

Spiritualität ist wieder gefragt, und nicht selten werde mit diesem Schlagwort den traditionellen Kirchen vorgeworfen, dort gebe es kein geistliches Leben mehr, dort herrschten Bürokratie und trockener Ethizismus anstelle von Erfahrung und Erlebnis. Stubenrauch: „Es ist bitter notwendig, dass die neue Spiritualitätswelle kritisch ins Auge gefasst und beurteilt wird. Der Heilige Geist treibt dazu an, damit der christliche Erlösungsglaube nicht kurzerhand in Esoterik abgleitet.“

Nähe zu Jesus und Kirchlichkeit seien nach christlichem Verständnis entscheidende Echtheitskriterien der Spiritualität, sagte Stubenrauch. „Unechten Propheten“ gehe es nur um sich selbst: „Sie wollen eine Rolle spielen. Sie wollen Profit machen und geben sich zu diesem Zweck fromm und gottesfürchtig.“

Nur als „Gesamtkirche“ werde das Christentum in der Lage sein, die „Geister“ der Gegenwart zu unterscheiden und sachgerecht mit ihnen umzugehen, betonte der Wiener Dogmatik-Ordinarius. Eine „Ökumene der gegenseitigen Anerkennung“ ist dabei in den Augen Stubenrauchs wesentlicher als dogmatische Konformität.

Glaubwürdigkeit sei eng daran geknüpft, ob die christlichen Kirchen „miteinander in Respekt, in Güte, in Liebe und in Langmut umgehen“. Stubenrauch: „Getaufte sollen eins sein, nicht aber um jeden Preis dasselbe denken.“ Jeder müsse das Eigene sagen können, ohne als Häretiker oder willentlicher Verfälscher des Evangeliums gebrandmarkt zu werden.



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