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„Panis angelicus“ – Eine österliche Betrachtung

24. April 2019 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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„Uns erfüllt die von Mächten dieser Welt unzerstörbare Osterfreude, in der auch jene Schwestern und Brüder gegenwärtig bleiben, die – wie in Sri Lanka – das Halleluja sangen und auf grausame Weise sterben mussten.“ Gastbeitrag von Thorsten Paprotny


Hannover (kath.net) Sprachlos machte Christen in aller Welt der Großbrand in der Kathedrale Notre-Dame zu Beginn der Karwoche. Für Empörung sorgte bei vielen einfach gläubigen Menschen die weltliche, zynische Abweisung des hellsichtigen Beitrags unseres emeritierten Papstes Benedikt XVI. zur geistigen wie geistlichen Situation der Zeit, auch von nicht wenigen Professoren artikuliert, von Frauen und Männern, die der Kirche des Herrn doch zugehören möchten. Entsetzt vernahmen Christen am Ostermorgen die Nachrichten von den Terroranschlägen in Sri Lanka. Ein jeder von uns mag noch seine eigene, ganz persönliche Erfahrung still ergänzen. Wir sehen daran erneut, dass unsere Geschichte, die Lebensgeschichte eines jeden Christen, eingeschrieben ist in die Passion des Herrn, dass der Karfreitag gegenwärtig ist, gegenwärtig bleiben wird. Trotzdem feiern wir das hohe Osterfest. Trotzdem erfüllt uns die von den Mächten dieser Welt unzerstörbare Osterfreude, in die Spuren der Traurigkeit eingezeichnet und in der auch jene Schwestern und Brüder gegenwärtig bleiben, die – wie in Sri Lanka – das Halleluja sangen und in diesem Moment auf grausame Weise sterben mussten. Trotzdem feiern wir Eucharistie, feiern wir Danksagung – und wir können, wir dürfen nichts Besseres, nichts Schöneres tun.

Der Nocturnhymnus des heiligen Thomas von Aquin „Sacris solemniis“, der nicht nur an Fronleichnam, sondern auch am Ostersonntag – und damit auf gewisse Weise an jedem Sonntag des Kirchenjahres – kündet leise und demütig von der wahrhaft himmlischen Freude der heiligen Eucharistie, die uns geschenkt ist, die wir, tastend, ratlos und bettelnd, durch diese Weltenzeit ziehen. Thomas spricht von Freude, vom Lobgesang, der das Herz tief erfüllt, vom letzten Abendmahl, vom Opfer des Herrn. In der dritten Strophe des Hymnus dann schreibt der Kirchenlehrer von der Hingabe, wie der Herr sich allen und jedem Einzelnen hinschenkte, sich selbst zur Speise machte, seinen Leib gab für die Gebrechlichen und Fragilen, für die Schwachen, sein Blut für die Traurigen – „Dedit fragilibus corporis ferculum, dedit et tristibus sanguinis poculum“. Begreifen und verstehen können wir diesen Vorgang nicht als Beobachter, nicht distanziert, nicht kritisch-reflektiert, nicht mit einer bloß äußerlich bleiben Reflexion. Wer draußen bleibt, von ferne zusieht, erkennt vielleicht eine Art Schauspiel, aber nicht mehr. Wenn aber – wie Romano Guardini gesagt hat – ein „Vorgang von ungeheurer Tragweite“ einsetzt, nämlich „wenn die Kirche in den Seelen erwacht“, dann sehen wir von innen her, wie „o res mirabilis“, das Wunder der Speise, die geweihte Hostie – „panis angelicus“ –, das Brot der Engel zum Brot des Menschen geworden in der Wandlung. Wir dürfen den Leib Christi kniend empfangen und verzehren – „manducat Dominum pauper, servus et humilis“. Der Mensch isst den Herrn, nimmt ihn in sich auf, unwürdig, zugleich sich bewusst, ein Bettler vor Gott zu sein, arm, knechtisch und demütig. Wer den Leib des Herrn empfangen hat, betet, von der himmlischen Speise erfüllt, zum dreieinigen Gott, zu dem Licht hinschauend, in dem Er wohnt, darum – „per tuas semitas duc nos quo tendimus, ad lucem quam inhabitas“ –, dass Er uns auf Seine Wege führen möge, sodass wir, Ihm nachfolgend, unsere Berufung erkennen und zu Osterzeugen Seiner Auferstehung werden.

Wunderbar vertont hat die letzten beiden Strophen „Panis angelicus“ auch Cesar Franck. Der eucharistische Hymnus hilft und bestärkt uns, in stiller Dankbarkeit anbetend mit den Augen des Glaubens zum Himmel emporzuschauen, von österlicher Freude erfüllt zu sein und aus dem kostbaren Geheimnis der Eucharistie zu leben. Oder wie Werner Bergengruen 1942 mitten im Krieg dichtete:
„Und aus nie geleertem Speicher
nährt dich das geheime Brot.“

Dr. Thorsten Paprotny lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR

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♫ Panis Angelicus - King´s College, Cambridge



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Lesermeinungen

 Kleine Maus 24. April 2019 
 

Danke

für den schönen und tiefsinnigen Artikel.


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 Authentisch 24. April 2019 

Ja, entgegen aller Meldungen!

Vielen Dank, Herr Thorsten Paprotny. Wie schon einige Male davor: Hoffnung spendende Beiträge. Wahre, katholische Äußerungen, die wir in der heutigen Oberflächlichkeit dringend benötigen. Danke kath.net.
Ja, wir sind in der Zeit "der Barmherzigkeitsnovene". Wir sind gerufen, innerhalb dieser neun Tage JEDEN Tag eine bestimmte Menschengruppe an "die Quelle der Barmherzigkeit" zu bringen, für sie zu beten. Das ist der Glaube des Ostergeheimnisses, des Erlösungswerkes Jesu in Seinem Leiden, das in der Auferstehung mündet! Ja, das Leiden gehört zum irdischen Leben dazu, ob wir dies wollen oder nicht. Hoffen wir auf die Macht und die Herrlichkeit Gottes und empfehlen wir uns und die Menschen (die Opfer von Sri Lanka und auch die Täter) dem HERRN UND ERLÖSER. Gesegnete Ostern und auch reiche Zuversicht.


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