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Ukraine-Frage: Unterschiedliche Signale aus Mönchsrepublik Athos

14. Februar 2019 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Delegation der neuen unabhängigen Ukrainischen Orthodoxen Kirche wurde von manchen Klöstern empfangen, von anderen abgewiesen - Versammlung der 20 Großklöster des Athos stellt sich laut Medienbericht eher hinter Ökumenisches Patriarchat


Athen-Kiew (kath.net/KAP) Der innerorthodoxe Konflikt um die neue unabhängige Ukrainische orthodoxe Kirche hat nun auch massive Auswirkungen auf die Mönchsrepublik Athos. Derzeit ist keine klare einheitliche Linie erkennbar, wie die Klöster des Athos mit dem Konflikt umgehen. Anfang Februar hatte die "Hiera Koinotis" (Heilige Zusammenkunft), in der alle 20 Großklöster des Athos vertreten sind, es mehrheitlich abgelehnt, eine offizielle Delegation zur Amtseinführung des Oberhaupts der neu gegründeten "Orthodoxen Kirche der Ukraine", Metropolit Epiphanius (Dumenko), nach Kiew zu entsenden.

Nun besuchte dieser Tage mit Bischof Pavel (Juristyj) von Odessa, ein Vertreter der neuen autokephalen Kirche den Athos. In vier Klöstern wurden der Bischof und seine Delegation willkommen geheißen: Xenofontos, Pantokratoros, Esfigmenou und Vatopedi. Im Pantokratoros-Kloster konnte der Bischof einen feierlichen Gottesdienst zelebrieren. In anderen Klöstern (Panteleimon, Zografou und Dochiariou) wurde dem Bischof hingegen der Zutritt verweigert. Im prestigeträchtigen Kloster Simonos Petras wurde der ukrainischen Delegation zwar erlaubt, die Reliquien des heiligen Einsiedlers Simon zu verehren, nicht aber, die Liturgie zu feiern.


Der Außenamtsleiter des russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), der alle Kiew-treuen Mönche als "Schismatiker" verurteilt, rief die Klöster des Athos dazu auf, Stellung zu beziehen und sich gegen die neue "Orthodoxe Kirche der Ukraine" zu wenden. "Es ist eine dringende Entscheidung für die gesamte Mönchsrepublik und für jede Gemeinschaft des Berges Athos", warnte der Metropolit in einer Erklärung des orthodoxen Portals Iisus. Schließlich sei der Berg "für Millionen orthodoxer Gläubiger nach wie vor eine Säule der kirchlichen Wahrheit."

Auf Anweisung Hilarions wies deshalb auch der russische Archimandrit Evlogij Bischof Pavel ab, als dieser am vergangenen Samstag nach dem Pantokratoros-Kloster auch das Panteleimon-Kloster besuchen wollte. Brisant: Trotz seiner engen Verbindung zur russisch-orthodoxen Kirche (im 19. Jahrhundert unterstand das Kloster den Zaren von Moskau) untersteht das Kloster heute eigentlich dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Die Gemeinschaft besteht aus mehr als 50 Mönchen, hauptsächlich Russen und Ukrainer. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hatte die Gemeinschaften des Athos aufgefordert, die Vertreter der autokephalen Kirche von Kiew zu empfangen.
Laut einem Bericht der griechischen Website romfea.news hat sich die "Hiera Koinotis" am Montag in der Ukraine-Frage hinter das Ökumenische Patriarchat gestellt. Auch jede Form der Demütigung des Ökumenischen Patriarchats wurde demnach zurückgewiesen. Es sei wichtig, "die Einheit der Heiligen Klöster zu erhalten und in alle Richtungen die klare Botschaft auszusenden, dass niemand den Berg Athos instrumentalisieren dürfe." Im übrigen sei der Athos auch keine eigene Kirche, die darüber zu befinden habe, ob sie eine andere Kirche anerkennt oder nicht.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild


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Lesermeinungen

 Geroni 16. Februar 2019 
 

Durchblick

Selbst die Orthodoxen blicken hier nicht mehr durch, das zeigt der Blick in ein orthodoxes Forum.
Politik und Kirche werden hier vermengt, soviel kann man sagen. Den Athos aus einer Stellungnahme herauszuhalten, ( obwohl er dazu genötigt wird) wäre klüger.
Ich wage mal meinen Eindruck wiederzugeben:
Die russisch-orthodoxe Kirche ist ja die "traditionellere", auch die "strengere", wenn man so will.
Patriarch Bartholomäios ist eher für die Ökumene mit der Westkirche, auch für seinen Einsatz, was die Sorge für die Klimapolitik angeht, weshalb er auch von den übrigen orthodoxen Teilkirchen kritisiert wird.
Es wurden beim letzten panorthodoxen Konzil 2016 etliche Dinge beschlossen, an dessen Teilnahme die russ. orthodoxen Vertreter und deren Anhänger nicht einmal interessiert waren.
Hier sieht man schon vor Offenkundigwerden des jetzigen Schismas die Weigerung der Rus, an einem Dialog und die Verhärtung der Fronten.


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 Montfort 16. Februar 2019 

Hier fehlt wirklich

ein Kommentar des werten Monsignore Schlegl - und auch anderer mit der ostkirchlichen Geschichte und Kultur vertrauten Kommentatoren.


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