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Vatikan bestätigt Wucherpfennig als Frankfurter Hochschulrektor

16. November 2018 in Deutschland, 70 Lesermeinungen
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Rektor erhält nach Verpflichtungserklärung nun doch das "Nihil obstat" und soll seine Forschungen zu Frauendiakonat und Paarsegnungen präsentieren


Bonn (kath.net/KAP/pbl) Der Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig kann nun doch sein Amt als Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt antreten. Der Vatikan erteilte Wucherpfennig die erforderliche Bestätigung, wie die deutsche Provinz der Jesuiten am Donnerstag in München mitteilte. Der Generalobere des Jesuitenordens, Arturo Sosa, habe vom Vatikan die nötige Unbedenklichkeitserklärung ("Nihil obstat") erhalten und Pater Wucherpfennig "mit sofortiger Wirkung zum Rektor der Hochschule Sankt Georgen ernannt", hieß es.

Die Bildungskongregation des Vatikan habe die Unbedenklichkeitserklärung "nun erteilt, nachdem Pater Wucherpfennig eine Erklärung abgegeben hatte, in der er betonte, dass er als Ordensmann und Priester dem authentischen Lehramt der Kirche verpflichtet sei", hieß es weiter. Wo es Wucherpfennigs Ämter verlangten, lege er die Lehre der Kirche über die Möglichkeit der Weihe von Frauen und von Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare "vollständig und verständnisvoll dar".

Wucherpfennig wurde bereits im Februar für eine dritte Amtszeit als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen wiedergewählt. Dort lassen die Diözesen Hamburg, Hildesheim, Limburg und Osnabrück ihre Priesteramtskandidaten ausbilden. Der Vatikan hatte ihm bisher noch nicht das erforderliche "Nihil obstat" erteilt, was auf massive Kritik in weiten Teilen von Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft gestoßen war. Der Jesuit hatte sich in Interviews kritisch zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen und mit Frauen geäußert und unter anderem Segensfeiern für homosexuelle Partnerschaften befürwortet.


In seiner an den Vatikan abgegebenen "Erklärung" führte Wucherpfennig den Angaben zufolge nun außerdem aus, dass er die Fragen, die er als Seelsorger und Wissenschaftler an die kirchliche Lehre richte, "auch in Zukunft als seine persönliche Auslegung kennzeichnen" werde. Als Christ und Wissenschaftler habe er die persönliche Hoffnung, dass die kirchliche Lehre sich weiter öffne und weiterentwickle. Auf eine solche Weiterentwicklung hätten seine öffentlichen Äußerungen zum Diakonat der Frau und zu Segnungsfeiern für Paare, denen eine sakramentale Ehe nicht möglich ist, abgezielt, so Wucherpfennig.

Zu der getroffenen Vereinbarung zählt nach Angaben der Jesuiten auch, dass Wucherpfennig zu diesen beiden Streitfragen nun Artikel veröffentlichen und die Ergebnisse seiner Forschung vorstellen solle - "in treuer und kreativer Kontinuität zu den fundamentalen Lehrmeinungen der Kirche zu beiden Fragen".

Der Limburger Bischof Georg Bätzing äußerte gemäß Presseaussendung des Bistums: „Diese Entscheidung habe ich zusammen mit vielen anderen erhofft und erwartet.“ Auch der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten P. Johannes Siebner SJ zeigte sich erleichtert darüber, dass der gewählte Hochschulrektor nun ernannt werden konntem und dankte dem Generaloberen Pater Sosa ausdrücklich für dessen Engagement.

Vergleiche dazu auch die kath.net-Beiträge:
- Apostolischer Nuntius in Deutschland, Eterović, kritisiert den Jesuiten Wucherpfennig scharf: Wucherpfennig sollte Katechismus lesen!

- Kardinal Müller, früherer Präfekt der Glaubenskongregation, zu Wucherpfennigs Position: „…dann ist von vornherein diese Position als falsch anzusehen“

Auf Twitter wird diese Entscheidung bereits kommentiert:



Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Prof. Wucherpfennig © Hochschule St. Georgen


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