Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Heute stöhnt unsere Mutter Erde und warnt uns!
  2. "Allahu Akbar": In Köln darf jetzt der Muezzin rufen
  3. Regensburger Bischof: 'Vielleicht müssen wir von der Kirchensteuer befreit werden'
  4. 'Herzlos-Pfarrer' - Kölner 'Sozialpfarrer' Meurer möchte 2G-Regelung in Zügen
  5. Weitere Kölner Pfarrei führt 3-G-Regel ein
  6. Norwegen-Killer trat vor der Tat zum Islam über
  7. Weiterer Angriff auf die Freiheit in Deutschland: Hessen erlaubt 2G-Supermärkte
  8. Die Geister, die wir riefen
  9. Bistum Limburg beauftragt Kontaktpersonen für 'LSBTI-Menschen'
  10. Jordan Peterson: Es ist ein Grundrecht, sich nicht impfen zu lassen
  11. Das kommt auf dem synodalen Weg nicht vor
  12. Frankreich: Beichtgeheimnis unter Druck
  13. 'Der würde sagen: Betet so, dass ihr keinem anderen schadet!'
  14. Australischer Bischof ruft zur Covid-Impfung auf
  15. Entspricht nicht den Rückmeldungen der Bischöfe – Hintergründe zu ‚Traditionis custodes’

Jugendsynode: Sydneys Erzbischof zieht gemischte Bilanz

8. November 2018 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ehrliches Interesse an Evangelisierung der Jugend – Schlussdokument deutlich besser als Instrumentum laboris, aber zu lange und teilweise unklar – Kritik an Beschlüssen über Synodalität in letzter Minute


Sydney (kath.net/jg)
Anthony Fisher, der Erzbischof von Sydney (Australien), hat in einem Interview mit Edward Pentin die Ergebnisse der Bischofssynode zum Thema „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“ analysiert. (Siehe Link am Ende des Artikels)

Die Synode sei teilweise gut und teilweise schlecht verlaufen, sagte er einleitend. Er habe wirkliche Zuneigung zur Jugend gespürt und den Wunsch, die jungen Menschen zu Christus und zu seiner Kirche zu führen. Es sei für ihn sehr bereichernd gewesen, die sehr unterschiedlichen Anliegen und Fragen von Jugendlichen und ihren Seelsorgern aus den verschiedenen Teilen der Welt zu hören.

Andererseits sei das Schlussdokument viel zu lang und teilweise mehrdeutig formuliert. Fisher fürchtet, dass es deshalb von den Personen, für die es verfasst worden ist – Jugendliche, Jugendseelsorger und Priester, die junge Menschen für die Kirche interessieren wollen – nicht gelesen werde.

Im Vergleich zum Arbeitsdokument, dem Instrumentum laboris, sei das Schlussdokument aber deutlich besser. Viele Synodenväter seien überrascht gewesen, dass die beiden Dokumente gemeinsam zu lesen seien. Das Instrumentum laboris sei von Mitarbeitern der Synode erstellt worden die nicht die Autorität der Bischöfe hätten. Es gehöre zur Natur des Arbeitsdokuments, dass es während der Synode überarbeitet und von Schlussdokument ersetzt werde.


Papst Franziskus habe angedeutet, kein eigenes nachsynodales Schreiben verfassen zu wollen, wie es in der Vergangenheit üblich gewesen sei. Anstelle dessen wolle er das Schlussdokument der Synode in sein Lehramt aufnehmen. Dies gebe dem Synodendokument ein Gewicht, das bis jetzt noch keines gehabt habe.

Angesichts der Art und Weise wie das Schlussdokument zustande gekommen sei, halte er nicht viel davon, wenn es ohne weitere Prüfung die päpstliche Bestätigung erhalte. Es sollte auch klar sein, dass das Instrumentum laboris und der Entwurf des Schlussdokumentes nicht zum Lehramt zu zählen seien, weil sie nicht von den Synodenvätern beschlossen worden seien, betonte Fisher.

Der Erzbischof bedauerte die „Zaghaftigkeit“, mit der das Schlussdokument die Morallehre der Kirche vertrete. Viele Fragen und Anliegen der jungen Menschen seien im Kern moralisch und spirituell. Das Schlussdokument wäre hilfreicher, wenn es bei diesen Themen klarer wäre.

Die Verfasser hätten offenbar den Wunsch gehabt, den Ansichten der gegenwärtigen Jugendkultur entgegen zu kommen, die oft im Gegensatz zur Moral der Kirche stehe.

Bei der Übersetzung des Schlussdokuments habe es Probleme gegeben. Weniger als die Hälfte der Synodenväter habe italienische gesprochen. Die notwendigen Übersetzungen in den anderen offiziellen Sprachen der Synode seien häufig nicht zur Verfügung gestanden. Viele Synodenväter hätten über ihre Abstimmung aufgrund der Simultanübersetzung entscheiden müssen. Diese sei oft sehr schnell erfolgt, sodass kaum Zeit für Notizen in der eigenen Sprache blieb. Der Zeitplan und einige Regeln der Synode hätten ebenfalls dazu beigetragen, dass sich einige Synodenväter manipuliert gefühlt hätten.

Fisher und Pentin widmeten einen beträchtlichen Teil des Interviews der Synodalität, die im Schlussdokument verhältnismäßig stark vertreten ist. Das Thema sei im Instrumentum laboris nicht enthalten gewesen, es sei während den Diskussionen der Synode nicht aufgetaucht, weder im Plenum noch in den Sprachgruppen, sondern im Entwurf für das Schlussdokument plötzlich enthalten gewesen, sagte Fisher.

Er sehe dies als Teil eines größeren Prozesses, um die katholische Kirche zu dezentralisieren. Im Mai 2018 habe die Internationale Theologische Kommission ein Dokument über die Synodalität approbiert. Wenn dieses Dokument von der Bischofssynode zustimmend zitiert und anschließend vom Papst gutgeheißen werde, sei dies ein Weg, ihm lehramtliche Autorität zu verleihen.

Dies sei nicht der Weg, auf dem die katholische Kirche ihre Lehre entwickle, merkte Fisher an. Dieser Prozess dauere normalerweise mehrere Jahre und schließe die Arbeit qualifizierter Theologen und Experten ein, die ein entsprechendes Dokument erarbeiten. Er führe über die Glaubenskongregation bis schließlich der Papst durch seine Zustimmung dem Dokument Gültigkeit verleihe.

Die Synode habe dies in weniger als einer Woche durchziehen wollen. Die Abstimmungen seien eine Sache von Minuten gewesen und hätten die Synodenväter unter großen Zeitdruck gesetzt. Änderungen oder Ergänzungen seien nicht möglich gewesen, sagte Fisher.

Erzbischof Fisher war Mitglied der Informationskommission der Bischofssynode im Oktober 2018.


Link zum Interview von Edward Pentin mit Erzbischof Anthony Fisher (englisch):

Synod Reflections From Down Under: Interview With Archbishop Anthony Fisher


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

  9. November 2018 
 

@mphc

Es sieht aber fast danach aus, als war es überhaupt nicht erwünscht, dass auch alle Teilnehmer alles richtig verstehen! Deshalb hat man die Synode in einem Eiltempo durchgepeitscht und nicht für adäquate Übersetzungsmöglichkeiten gesorgt.
Das Schlussdokument hat man dann wie ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert und den Synodalen einfach untergejubelt!

The same procedure as every year!


2

0
 
 mphc 9. November 2018 

Der amtierende Erzbischof Györgyi Miklos Jakubinyi

von Alba Julia (Rumänien) hat bei den beiden Europa-Sondersynoden im Vatikan 1991 und 1999 für die übernationale leicht erlernbare Sprache Esperanto als neue Kirchensprache plädiert. https://de.wikipedia.org/wiki/György_Jakubinyi Der slowakische Geheimbischof Paul Hnilica hat sich in Rom für Esperanto eingesetzt, sodass es später durch Johannes Paul II. als liturgische Sprache approbiert worden ist. Seither haben Johannes Paul II. und Benedikt XVI. jedes Mal bei Urbi et Orbi Grußworte auf Esperanto gesprochen. Auch der spätere Kardinal Miroslav Vlk von Prag hat als Fensterputzer Esperanto gelernt und praktiziert.


3

0
 
 lesa 8. November 2018 

Nicht frei von Fiebersymptomatik

"Junge Menschen möchten Authentizität und Wahrheit hören. Das `"Change- the church-Fieber" ist ein Symptom für eine Krankheit, die den langen Niedergang verursacht hat, und wir können es uns einfach nicht leisten, die Kirche noch weiter zu zerstören", meinte Br. Neil Conlisk, ein 30jähriger Karmelit vor der Synode.


7

0
 
 Kostadinov 8. November 2018 

gemischte Bilanz...

kann man so sehen, viele angelsächsische Seiten sprachen von verheerender Bilanz, wenn auch höflich verpackt


13

0
 
 Smaragdos 8. November 2018 
 

"Andererseits sei das Schlussdokument... teilweise mehrdeutig formuliert."

Ach, was für ein Zufall...


20

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bischofssynode

  1. Priester zu Amazonien-Synode: Indigene wurden instrumentalisiert
  2. Nächste Bischofssynode im Herbst 2022: Thema noch offen
  3. ‚Hoffen wir, dass Papst Franziskus das Abschlussdokument zerreißt’
  4. ‚Hoffen wir, dass Papst Franziskus das Abschlussdokument zerreißt’
  5. Mexikanischer Bischof meint: Pachamama-Ehrung ist keine Götzenanbetung
  6. Die heidnische Bedeutung der Zeremonie in den Vatikanischen Gärten
  7. Abschlussmesse der Synode: Schale als Symbol für Pachamama?
  8. Wallner gegen pantheistische Darstellung von Muttergottheiten
  9. Wurden die Pachamama-Statuen wirklich aus dem Tiber gerettet?
  10. Amazonassynode und evangelikale/pfingstliche Gruppen







Top-15

meist-gelesen

  1. Regensburger Bischof: 'Vielleicht müssen wir von der Kirchensteuer befreit werden'
  2. Die Geister, die wir riefen
  3. Der Teufel und die Linken
  4. "Covid-19 ist gefährlich, aber die Todsünde ist viel gefährlicher."
  5. Entspricht nicht den Rückmeldungen der Bischöfe – Hintergründe zu ‚Traditionis custodes’
  6. Jordan Peterson: Es ist ein Grundrecht, sich nicht impfen zu lassen
  7. Charlène von Monaco weist auf Trost im Glauben hin
  8. 'Herzlos-Pfarrer' - Kölner 'Sozialpfarrer' Meurer möchte 2G-Regelung in Zügen
  9. "Allahu Akbar": In Köln darf jetzt der Muezzin rufen
  10. Heute stöhnt unsere Mutter Erde und warnt uns!
  11. Das kommt auf dem synodalen Weg nicht vor
  12. Tolkien über den Sinn des Lebens
  13. Bistum Limburg beauftragt Kontaktpersonen für 'LSBTI-Menschen'
  14. Wer eine Kirche ohne sakramentales Amt wolle, breche ihr das Genick
  15. Forscher könnten Berg Sinai gefunden haben

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz