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Chicago: Cupich entlässt Pfarrer, der Regenbogenfahne verbrennen ließ

4. Oktober 2018 in Weltkirche, 29 Lesermeinungen
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Die Fahne war früher in der Pfarrkirche aufgehängt gewesen, als Messen mit der Organisation ‚Dignity’, die sich für eine positive Anerkennung homosexueller Beziehungen durch die Kirche einsetzt, gefeiert worden waren.


Chicago (kath.net/LSN/jg)
Blase Kardinal Cupich, der Erzbischof von Chicago, hat Paul Kalchik als Pfarrer abgesetzt. Kalchik hatte zuvor gegen den Willen des Kardinals eine Regenbogenfahne verbrennen lassen, die in früheren Tagen in der Pfarrkirche aufgehängt war.

Kalchik hatte die Fahne in einem Abstellraum der Pfarre entdeckt. Sie zeigte das Kreuz über dem Regenbogen und war in der Pfarrkirche aufgehängt worden, als Messen mit der Organisation „Dignity“, die sich für eine positive Anerkennung homosexueller Beziehungen durch die Kirche einsetzt, gefeiert worden waren. Kalchik sah darin eine Profanierung des Kreuzes und wollte die Fahne am Erzengelfest (29. September) als Akt der Buße öffentlich verbrennen. Aus Protest gegen die Verwicklung der Erzdiözese Chicago in den Missbrauchs- und Vertuschungsskandal sollten auch Karten mit Spendenzusagen an die Erzdiözese verbrannt werden.


Kardinal Cupich untersagte Kalchik die Verbrennung der Fahne. Nach Aussage des Pfarrers habe der Kardinal zwei Priester aus dem Vikariat zu ihm geschickt, die ihn mit kanonischen Strafen bedroht hätten, falls er die Aktion wie geplant durchführe. Weiters werde die Erzdiözese seinen Antrag auf Versetzung in eine Pfarre, die näher beim Wohnsitz seiner Eltern gelegen sei, ablehnen. Drittens sei Cupich der Ansicht, Kalchik solle sich psychisch untersuchen lassen.

Laut einem Bericht von Church Militant wurde die Fahne schließlich von Angehörigen der Pfarre in einer nicht öffentlichen Zeremonie verbrannt. Kalchik war dabei und sprach ein Befreiungsgebet. Die Fahne gehöre nicht der Erzdiözese oder Kardinal Cupich, sondern der Pfarre, verteidigte sich Kalchik gegenüber der Chicago Sun-Times. Sie sei „ein Stück Propaganda“, das eine gegen die Kirche gerichtete Botschaft verbreite, sagte er.

Laut einem Bericht des Senders NBC habe Weihbischof Mart Bartosic im Auftrag von Kardinal Cupich Kalchik persönlich aufgefordert, die Pfarre sofort zu verlassen. Andernfalls werde er die Polizei holen, drohte Bartosic. Am Tag davor waren die beiden Priester erneut bei Kalchik erschienen. Sie hatten ihn im Namen von Kardinal Cupich aufgefordert, die Pfarre zu verlassen und sich psychisch behandeln zu lassen.

Paul Kalchik ist als Kind von einem Nachbarn sexuell missbraucht worden und wurde als 19jähriger Seminarist Opfer eines Priesters. Er sei als Erwachsener wegen der Traumata seiner Jugend stets in Behandlung gewesen und habe aus diesem Zustand auch nie ein Geheimnis gemacht, betonte Kalchik.

In einem Brief an die Pfarre rechtfertigte Kardinal Cupich die Entlassung von Kalchik. Es sei ihm klar geworden, dass der Pfarrer eine Auszeit benötige, um mit pastoraler Hilfe zu erkennen, welche Bedürfnisse er habe. Er habe aus Verantwortung für den Pfarrer und die Gläubigen gehandelt, schrieb Cupich.



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