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Renaissance klassischer Bildung an US-Universitäten

4. November 2025 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Neue, bürgerlich geprägte Institute und Zentren stellen Werke der westlichen Bildungstradition von Homer bis Shakespeare, von der Bibel bis zur Aufklärung wieder in den Mittelpunkt.


Washington D.C. (kath.net/jg)
An den Universitäten in den USA ist eine Rückkehr zu den klassischen Werken der westlichen Zivilisation im Gange, berichtet Apollo News. An vielen Universitäten entstehen bürgerliche Zentren oder Institute, an denen die Werke von Homer bis William Shakespeare, von der Bibel bis zur Aufklärung wieder gelehrt werden, nachdem sie jahrelang gar nicht mehr Teil des Lehrplans waren oder von linkslastigen Lehrkräften als Relikte einer „weißen und heteronormativen Epoche“ kritisiert wurden. Die neuen Zentren und Institute werden teilweise von privaten Stiftungen und teilweise aus staatlichen Mitteln finanziert. 

Beispielsweise wurde an der Universität von Florida das „Hamilton Center for Classical and Civic Education“ gegründet und vor kurzem mit dem Robert M. Beren Programm für klassisch-jüdische Bildung erweitert. Dessen Direktor erklärte, das Programm soll Studenten die Möglichkeit geben, „zu verstehen, wie hebräische Ideen die westliche Zivilisation und die amerikanische Gründung geprägt haben“. 


Schwerpunkt des Lehrplans der neuen Institute sind klassische Werke der westlichen Philosophie, Literatur und Staatslehre wie Platos „Politeia“, die Nikomachische Ethik von Aristoteles, Shakespeares „Hamlet“ oder die politischen Schriften von John Locke, Alexis de Tocqueville und den amerikanischen Gründervätern. 

Werke außereuropäischer Autoren, wie „Things Fall Apart“ des nigerianischen Schriftstellers Chinua Achebe (1930-2013), sollen den Dialog zwischen den Kulturen des Westens und globalen Einflüssen fördern. Die Seminare sind interdisziplinär angelegt. Philosophie, Geschichte, Theologie und Staatsrecht werden gemeinsam behandelt. Die Studenten sollen auf diese Weise ein „umfassendes Verständnis von Freiheit, Tugend und Verantwortung in der westlichen Zivilisation“ erwerben.

Vergleichbare Initiativen gibt es auch in den Bundesstaaten Texas, Arizona und Utah. Utah hat per Gesetz ein „Zentrum für bürgerliche Exzellenz“ („Center for Civic Excellence) an der Utah State University eingerichtet. Alle Studenten sollen dort verpflichtend Kurse über die Grundlage der westlichen Zivilisation absolvieren. Grundlage sind Texte von Homer, Platon, Aristoteles, Shakespeare und Montesquieu. 

Spencer Cox, der Gouverneur von Utah, nennt das Gesetz „eine der wichtigsten Maßnahmen des Jahres“, weil es „Meinungsvielfalt, bürgerlichen Diskurs und analytische Fähigkeiten“ unter den Studenten fördere. Für Senator John Johnson von der Republikanischen Partei ist die Reform eine „Rettungsmission für die traditionellen Geisteswissenschaften“. Es gehe nicht um „rechts oder links“, sondern um die Grundlagen der Universitätskultur. „Steuerzahler sind es leid, für Anti-Amerikanismus und wertlose Abschlüsse zu bezahlen“, sagte er wörtlich. Kritiker sehen in der Maßnahme einen ideologisch motivierten Eingriff in die akademische Freiheit. 

Was mit kleinen Initiativen begann, entwickelt sich zu einem strukturellen Wandel, schreibt Apollo News abschließend.

 


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