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„Ich bin Alfie Evans. Wir alle sind Alfie Evans“

25. April 2018 in Prolife, 7 Lesermeinungen
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„Wir sollten uns bewusst machen, dass wir hier und heute den Einstieg in die offizielle Euthanasie erlebt haben.“ - „Was hier passiert, geht uns alle an“, „die Frage nach wertem und unwertem Leben“. Gastkommentar von Susanne Wenzel


Liverpool (kath.net) Für das Alder Hey Kinderkrankenhaus und Richter Hayden hat sich das Drama um Alfie Evans offensichtlich zu einem Machtkampf entwickelt. Am Ende stand augenscheinlich die Frage, wer sich durchsetzt und ob man sich durch Proteste beeinflussen lässt. Das Problem: Es ging dabei um ein Menschenleben.

Alle, die nun die Entscheidung des Gerichtes als einwandfrei und richtig, gar in "Alfie Evans' bestem Interesse" sehen, sollten sich bewusst machen, dass dieser einzigartige Fall nicht einzigartig bleiben wird. Hier hat ein Gericht die Entscheidungsbefugnis der Eltern über das Wohl ihres Kindes der Entscheidungsbefugnis eines Krankenhauses untergeordnet. Für Alfie ging von seinen Eltern keine Gefahr aus. Ihnen faktisch die Fürsorge für ihr Kind zu entziehen, war also nicht notwendig. Vor Monaten wollten die Eltern ihren Jungen nach Hause holen. Das wurde ihnen verwehrt. Dann änderte sich die Linie und Alfie sollte nicht mehr länger behandelt werden im Krankenhaus. Die Diagnose seiner Erkrankung wurde bis heute von den Ärzten nicht hieb- und stichfest geklärt. Ausdiagnostiziert scheint er nicht zu sein. Das wird ihm nun auch verwehrt bleiben.


Ich weiß, dass es auch schon Fälle gab, in denen Eltern den Abbruch einer aussichtslosen, leidens- aber nicht lebensverlängernden oder gar heilenden Maßnahme erbaten, und sich dafür - aus meiner Sicht völlig ungerechtfertigt – schwersten Vorwürfen von einem der Ärzte ausgesetzt sahen. Aber auf einen Machtkampf hat es niemand ankommen lassen.

Was ich an Protesten vor dem Krankenhaus gesehen und auch in den sozialen Medien gelesen habe, war in leider viel zu vielen Fällen völlig vorbei an der Situation.

Es ist nicht zielführend, das medizinische Personal des Krankenhauses zu bedrohen. Es ist auch nicht richtig, den neugeborenen britischen Prinzen mit einer derartigen Hypothek zu belasten. Es ist nicht richtig, anderen Eltern den Besuch bei ihren teilweise schwerkranken Kindern zu erschweren.

Vielmehr sollten wir uns bewusst machen, dass wir hier und heute den Einstieg in die offizielle Euthanasie erlebt haben. Ich soll in den letzten Jahren vieles gewesen sein: Papst, Deutschland, Fußballweltmeister, Charlie, Franzose, Amerikaner, Petersburger, Londoner, Kanadier. All das habe ich für mich nicht in Anspruch genommen.

Aber ich bin sicher eines: Ich bin Alfie Evans. Wir alle sind Alfie Evans. Denn was hier passiert ist, geht uns alle an, betrifft jeden von uns, nicht "die anderen". Es hat sich hier eine Mentalität gezeigt, die wir knapp unter der Oberfläche lange gesehen haben, die hin und wieder auch schon teilweise auftauchte. Doch jetzt schwimmt sie für alle sichtbar durch die Fluten: Die Frage nach wertem und unwertem Leben, nach lohnendem oder nicht lohnendem Einsatz für Leben und letztlich die Auslieferung der Schwächsten an die Stärkeren.

Das macht mir Angst. Es macht mich traurig. Das treibt mich um, lässt mich nicht schlafen. Und ich werde mich bis zu meinem letzten Atemzug dagegen auflehnen und mit meiner ganzen Kraft für das Lebensrecht kämpfen.

Das Leben eines Menschen ist heilig von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. So hat es der Hl. Papst Johannes Paul II. in seine Enzyklika "Evangelium Vitae" hineingeschrieben. Und wir sind alle aufgefordert, uns dafür einzusetzen.

Der kleine Alfie und seine Familie brauchen unser Gebet weiterhin. Bei Gott ist alles möglich...

Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben (CDL), Susanne Wenzel


Foto (c) CDL


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